Trotz Rekord-Nominierungen:
Netflix enttäuscht bei den Oscars

Der Streaming-Dienst Netflix ist als großer Favorit in die Oscar-Verleihung gegangen, doch musste dort dann eine Enttäuschung erleben. Denn von immerhin 24 Nominierungen wurden gerade einmal zwei tatsächlich mit den begehrten goldenen Statuen ausgezeichnet.
Film, Filmindustrie, Oscar
Academy of Motion Picture Arts and Sciences
Die in der Nacht auf heute stattgefundene Verleihung der Academy Awards war in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. So gab es keinen Host, der durch den Abend führte. Das war allerdings zum zweiten Mal der Fall, bereits im Vorjahr mussten die Veranstalter auf diese "Tradition" verzichten - damals aber eher unfreiwillig.

Die Überraschungen bei der 92. Verleihung der Oscars waren aber die ausgezeichneten Filme. Insbesondere die Ehrung von Parasite als bester Film: Denn der koreanische Streifen konnte sich den Preis als bester Film sichern und schrieb damit Geschichte. Denn es war der erste fremdsprachige Film in der Geschichte der Verleihung, dem diese Ehre zuteilwurde. Mehr als das: Bong Joon-ho konnte einen Oscar für die beste Regie mit nach Hause nehmen, dazu gab es einen Preis für das beste Original-Drehbuch und natürlich auch eine Ehrung als bester Internationaler Film.


Nur zwei von 24 möglichen Oscars

Eher enttäuschend verlief der Abend für jenen Dienst, der bereits im Vorfeld Geschichte geschrieben hat: Denn Netflix kam auf satte 24 Nominierungen, so viele konnte kein traditionelles Filmstudio vorweisen. Letztlich konnte sich der Streaming-Anbieter aber nur über zwei Academy Awards freuen.

Laura Dern wurde als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet, "Marriage Story" ging ansonsten aber trotz sechs Nominierungen leer aus. Den zweiten Oscar bekam Netflix in einer Kategorie, die man schon in den vergangenen Jahren immer wieder für sich entscheiden konnte, nämlich die beste Dokumentation. Dieser Oscar ging 2020 an American Factory. Komplett leer gingen The Irishman und Die zwei Päpste aus.

Ansonsten waren die Oscars breit gestreut: Joaquin Phoenix erhielt einen Oscar als bester Hauptdarsteller für Joker, Renée Zellweger wurde für Judy als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Als Nebendarsteller wurde außerdem Brad Pitt (Once Upon a Time in Hollywood) geehrt.
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