Überraschende Erkenntnisse:
Auf der ISS wurden erste Kekse gebacken

Auf der Internationalen Raumstation sind erstmals Kekse gebacken worden. Abgesehen davon, dass es im Inneren der ISS in der Folge einen ungewöhnlich leckeren Geruch gab, lernte man bei dem Experiment auch noch eine Menge. Die ISS-Besatzung wirkt so, als hätte sie bei dem Versuch wirklich eine Menge Spaß gehabt. Das zeigt dann aber in erster Linie, in welch großem Umfang sie auf persönliche Annehmlichkeiten zu verzichten bereit sind. Denn nachdem die Station mit leckerem Keksgeruch durchzogen war, durften sie das Ergebnis der Arbeit nicht einmal testen. Die fertigen Gebäckstücke wurden luftdicht verpackt und wieder zur Erde gebracht, wo sie weitergehenden Untersuchungen unterzogen werden sollen.

Als Bäcker wurde der italienische ESA-Astronaut Luca Parmitano bereits im Dezember tätig. Fünf Teigrohlinge wurden dabei in einem kleinen Spezial-Ofen gebacken, der vom Unternehmen Nanoracks gebaut und mit einem SpaceX-Frachter zur Raumstation gebracht wurde. Schnell bestätigte sich, dass Backvorgänge unter den auf der ISS herrschenden Bedingungen länger dauern, als man es von der Erde kennt - wie lange es aber braucht, um brauchbare Kekse hinzubekommen, überraschte dann doch alle Beteiligten. Keks auf der ISSKeks-Party im Orbit

Fünf Versuche nötig

Im ersten Durchlauf wählte man eine Backzeit von 25 Minuten bei 149 Grad - was etwa dem entspricht, was in der Adventszeit in unzähligen Küchen sehr erfolgreich praktiziert wird. Das Ergebnis war allerdings ernüchternd: Was Parmitano hier aus dem Ofen holte, was quasi die Definition von zu wenig gebacken. Auch eine Verdoppelung der Zeit brachte noch keine Überzeugenden Ergebnisse. Dem vierten Versuch gab er dann zwei Stunden bei gleicher Wärmeeinstellung und man konnte nun zumindest eine gewisse Bräunung erkennen. Erst als er den Ofen auf das Maximum von 163 Grad brachte und 130 Minuten lang Geduld zeigte, konnte er einen richtigen Keks aus der Röhre holen.

Die Analysen auf der Erde sollen nun unter anderem zeigen, ob unter den Bedingungen auf einem Raumschiff auch keine gefährlichen Substanzen im Teig entstehen. Und es geht auch um das Sammeln von Erfahrungen. Denn Langzeit-Missionen, bei denen Astronauten auf dem Mond leben oder zum Mars fliegen, will man nicht unbedingt nur mit Fertignahrung angehen. Denn selbst zubereitete Speisen sind für Moral und Psyche eine sehr gute Stütze.

Siehe auch: Internationale Raumstation ISS erhält neuen High-Performance-Rechner
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Bresser National Geographic
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