Snapdragon 865 Benchmarks:
Qualcomm lässt Huawei im Regen stehen
Mit dem Snapdragon 865 hat Qualcomm seinen neuen High-End-Prozessor für die nächste Generation der Top-Smartphones vorgestellt. Jetzt konnten Benchmark-Tests mit einem Smartphone-Prototypen belegen, dass der Chip tatsächlich ein ordentliches Leistungs-Plus bringt.
Anlässlich des Qualcomm Tech Summit auf Hawaii war es den anwesenden Medienvertretern offenbar auch möglich, erste ausführliche Benchmark-Sessions durchzuführen. Dabei stand ihnen ein sogenanntes Qualcomm Reference Design (QRD) Smartphone zur Verfügung, das als Grundlage für die Entwicklung von kommerziellen Geräten der Hardware-Partner wie Samsung, LG, Motorola, OnePlus & Co. dient.
Acht Kerne, ARM Cortex-A55- und -A77-CPUs, bis zu 25 Prozent mehr Leistung
Im Test mit AnTuTu erzielte der Snapdragon 865 mit Werten jenseits der 565.000-Punkte-Marke neue Bestnoten und lag damit 33 Prozent über den Resultaten des Snapdragon 855+. Den Huawei Kirin 990 übertraf der Qualcomm-Chip sogar um gut 45 Prozent. Im Test mit Geekbench 5 erzielte der neue Chip ein Plus von jeweils 22 bzw. 21 Prozent im Single- bzw. Multicore-Test gegenüber dem 855+. Den Huawei-SoC übertraf er um 20 bis 24 Prozent.
In den Tests mit GFXBench lag der Snapdragon 865 jeweils um vier bis 15 Prozent über seinem direkten Vorgänger Snapdragon 855+. Im Vergleich zum normalen Snapdragon 855 gab es ein Leistungs-Plus von bis zu 37 Prozent und gegenüber dem Kirin 990 mit der traditionell benachteiligten ARM Standard-GPU ließen sich 21 bis 95 Prozent höhere Werte ermitteln.
Alle Features des Snapdragon 865 im Überblick
Ein ähnliches Bild bot sich auch in verschiedenen Tests mit 3DMark, bei dem der neue Snapdragon-SoC 13 bzw. 21 Prozent gegenüber dem 855+ zulegte und im Vergleich zum Kirin 990 von Huawei jeweils um 23 bzw. 50 Prozent höhere Werte erreichte. Im Grunde bestätigen die Tests von XDA Developers das, was Qualcomm anlässlich des Launchs versprach: es geht um 20-25 Prozent aufwärts, was die Performance von CPU und GPU angeht.
Zwar beeindrucken die Zahlen aus den Benchmark-Tests rund um den Snapdragon 865 durchaus, doch ist zu bedenken, dass sich Qualcomm durch die Auslagerung sämtlicher Modems auch zusätzlichen Spielraum in Sachen Verlustleistung erkauft. Weil der neue SoC fast wie ein Desktop-Prozessor ganz ohne integrierte Mobilfunk-Modems daherkommt und diese in das Snapdragon X55-Modem ausgelagert werden, hat Qualcomm die Möglichkeit, mehr Performance aus der eigentlichen CPU zu kitzeln.
Gleichzeitig müssen sich die Käufer der High-End-Smartphones des Jahres 2020 darauf einstellen, dass die Geräte mehr Energie benötigen als bisherige Modelle. Dies gilt auch für den 4G-Betrieb, da ein externes Modem grundsätzlich stromhungriger ist als eine integrierte Lösung. Das Resultat ist der Zwang zur Verwendung größerer Akkus und eine stärkere Hitzeentwicklung - auch weil Qualcomm den Snapdragon 865 ausschließlich zusammen mit dem X55-Modem verkaufen will.
Erste unabhängige Benchmarks mit Snapdragon 865 Referenz-Design Smartphone
Die Kollegen von XDA Developers haben sich besonders ausführlich mit dem QRD-Smartphone auf Basis des neuen Snapdragon 865 beschäftigt. Das Testgerät hat neben dem neuen Octacore-SoC auf Basis von ARM Cortex-A77 und -A55-Kernen mit maximalen Taktraten von 2,84 Gigahertz auch noch 12 Gigabyte LPDDR5-Arbeitsspeicher sowie 128 GB Flash-Speicher mit UFS-3.0-Anbindung an Bord.
Acht Kerne, ARM Cortex-A55- und -A77-CPUs, bis zu 25 Prozent mehr Leistung
Im Test mit AnTuTu erzielte der Snapdragon 865 mit Werten jenseits der 565.000-Punkte-Marke neue Bestnoten und lag damit 33 Prozent über den Resultaten des Snapdragon 855+. Den Huawei Kirin 990 übertraf der Qualcomm-Chip sogar um gut 45 Prozent. Im Test mit Geekbench 5 erzielte der neue Chip ein Plus von jeweils 22 bzw. 21 Prozent im Single- bzw. Multicore-Test gegenüber dem 855+. Den Huawei-SoC übertraf er um 20 bis 24 Prozent.
In den Tests mit GFXBench lag der Snapdragon 865 jeweils um vier bis 15 Prozent über seinem direkten Vorgänger Snapdragon 855+. Im Vergleich zum normalen Snapdragon 855 gab es ein Leistungs-Plus von bis zu 37 Prozent und gegenüber dem Kirin 990 mit der traditionell benachteiligten ARM Standard-GPU ließen sich 21 bis 95 Prozent höhere Werte ermitteln.
Alle Features des Snapdragon 865 im Überblick
Ein ähnliches Bild bot sich auch in verschiedenen Tests mit 3DMark, bei dem der neue Snapdragon-SoC 13 bzw. 21 Prozent gegenüber dem 855+ zulegte und im Vergleich zum Kirin 990 von Huawei jeweils um 23 bzw. 50 Prozent höhere Werte erreichte. Im Grunde bestätigen die Tests von XDA Developers das, was Qualcomm anlässlich des Launchs versprach: es geht um 20-25 Prozent aufwärts, was die Performance von CPU und GPU angeht.
Performance-Mode aktiv - stärkere Belastung, kein höherer Takt
Bei den Tests lief der sogenannte "Performance Mode" des Snapdragon 865, bei dem zwar die Taktraten nicht angehoben werden, dafür aber schneller ein Hochtakten des Chips erfolgt und Aufgaben früher von den stromsparenden Cortex-A55- auf die leistungsstärkeren Cortex-A77-Kernen übergeben werden. Eine Übertaktung erfolgt dabei ausdrücklich nicht, da nur das Verhalten des Workload-Scheduling verändert ist.Zwar beeindrucken die Zahlen aus den Benchmark-Tests rund um den Snapdragon 865 durchaus, doch ist zu bedenken, dass sich Qualcomm durch die Auslagerung sämtlicher Modems auch zusätzlichen Spielraum in Sachen Verlustleistung erkauft. Weil der neue SoC fast wie ein Desktop-Prozessor ganz ohne integrierte Mobilfunk-Modems daherkommt und diese in das Snapdragon X55-Modem ausgelagert werden, hat Qualcomm die Möglichkeit, mehr Performance aus der eigentlichen CPU zu kitzeln.
Gleichzeitig müssen sich die Käufer der High-End-Smartphones des Jahres 2020 darauf einstellen, dass die Geräte mehr Energie benötigen als bisherige Modelle. Dies gilt auch für den 4G-Betrieb, da ein externes Modem grundsätzlich stromhungriger ist als eine integrierte Lösung. Das Resultat ist der Zwang zur Verwendung größerer Akkus und eine stärkere Hitzeentwicklung - auch weil Qualcomm den Snapdragon 865 ausschließlich zusammen mit dem X55-Modem verkaufen will.
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