Qualcomm: Wer 2020 ein Top-Smartphone kauft, bekommt immer 5G
Qualcomm hat soeben erstmals sämtliche Details zum neuen Snapdragon 865 veröffentlicht. Dabei wurde klar, dass der Konzern dafür sorgt, dass alle kommenden echten Top-Smartphones immer auch ein 5G-Modem mitbringen - selbst wenn der Kunde damit nichts anfangen kann.
Der Snapdragon 865 ist Teil einer ganzen Plattform, die voll auf 5G-Mobilfunk ausgerüstet ist. Der Chip wird in Smartphones nur in Verbindung mit dem bereits seit einiger Zeit verfügbaren Snapdragon X55 Modem zu haben sein. Der SoC hat also selbst gar kein Mobilfunkmodem mehr an Bord, da Qualcomm alle Mobilfunkfunktionen in das SDX55 auslagert, das als separater Chip verbaut wird.
Snapdragon 865: Was auf diesem Bild fehlt, ist das SDX55 Modem, das immer dabei ist
Dabei gibt es einen Haken: die beiden Chips sind nur in Kombination zu haben. Das bedeutet, dass alle kommenden High-End-Smartphones mit dem Snapdragon 865 immer auch das X55 5G-Modem mitbringen. Wer also in Deutschland, wo 5G noch immer in den Kinderschuhen steckt, ein Gerät wie das Samsung Galaxy S11 mit dem neuen Chip erwirbt, bekommt immer auch ein 5G-Modem dazu, selbst wenn er es gar nicht nutzen kann oder will.
Letztlich lassen sich also die hohe Verlustleistung einer High-End-CPU und der Energiebedarf von 5G-Modems schlichtweg noch nicht sinnvoll in einem gemeinsamen SoC-Paket vereinen. Deutlich macht dies auch die Einführung des Snapdragon 765, einem neuen Mittelklasse-SoC von Qualcomm, der eine langsamere CPU bietet und gleichzeitig auch erstmals ein direkt integriertes Snapdragon X52 5G-Modem mitbringt - mit weniger Leistung als das zusammen mit dem Snapdragon 865 verbaute Snapdragon X55.
Es wird also wohl noch bis 2021 dauern, bis Qualcomm es schafft, die Beschränkungen in Sachen Verlustleistung und Energiebedarf in einem gemeisamen Paket aus High-End-Modem und -CPU zu vereinen. Für die Kunden bedeutet dies, dass man zumindest in Deutschland entweder ein Modem bekommt, mit dem man wenig anfangen kann, oder aber in 5G-Verträge mit dem bevorzugten Mobilfunkanbieter investieren muss.
Tatsächlich hatte der Konzern laut uns vorliegenden Informationen mit großer Wahrscheinlichkeit bis vor einigen Monaten andere Pläne, denn damals wollte man den Snapdragon 865 noch mit integriertem X55-Modem anbieten. Dies war anhand entsprechender Informationen aus Im- und Export-Datenbanken nachvollziehbar. Inzwischen wurde man offenbar von der Realität und vor allem den physischen Grenzen aktueller Technologien eingeholt, so dass der Snapdragon 865 und sein dazugehöriges Modem nun doch separat angeboten werden.
Snapdragon 865: Was auf diesem Bild fehlt, ist das SDX55 Modem, das immer dabei ist
Dabei gibt es einen Haken: die beiden Chips sind nur in Kombination zu haben. Das bedeutet, dass alle kommenden High-End-Smartphones mit dem Snapdragon 865 immer auch das X55 5G-Modem mitbringen. Wer also in Deutschland, wo 5G noch immer in den Kinderschuhen steckt, ein Gerät wie das Samsung Galaxy S11 mit dem neuen Chip erwirbt, bekommt immer auch ein 5G-Modem dazu, selbst wenn er es gar nicht nutzen kann oder will.
Hitzeentwicklung wahrscheinlicher Grund für Auslagerung des Modems
Qualcomm begründet den Schritt zu einem getrennten Modem damit, dass man sowohl "das beste Modem", als auch "die beste CPU" bieten will. Da 5G bei Verwendung von mmWave und Sub-6GHz-Netzen bei den von Qualcomm angestrebten hohen Übertragungsraten von mehr als 7,5 Gigabit pro Sekunde aktuell noch viel Energie frisst, muss man also offenbar die CPU getrennt verbauen, wenn der Prozessor selbst ebenfalls möglichst viel Leistung bieten soll.Letztlich lassen sich also die hohe Verlustleistung einer High-End-CPU und der Energiebedarf von 5G-Modems schlichtweg noch nicht sinnvoll in einem gemeinsamen SoC-Paket vereinen. Deutlich macht dies auch die Einführung des Snapdragon 765, einem neuen Mittelklasse-SoC von Qualcomm, der eine langsamere CPU bietet und gleichzeitig auch erstmals ein direkt integriertes Snapdragon X52 5G-Modem mitbringt - mit weniger Leistung als das zusammen mit dem Snapdragon 865 verbaute Snapdragon X55.
Es wird also wohl noch bis 2021 dauern, bis Qualcomm es schafft, die Beschränkungen in Sachen Verlustleistung und Energiebedarf in einem gemeisamen Paket aus High-End-Modem und -CPU zu vereinen. Für die Kunden bedeutet dies, dass man zumindest in Deutschland entweder ein Modem bekommt, mit dem man wenig anfangen kann, oder aber in 5G-Verträge mit dem bevorzugten Mobilfunkanbieter investieren muss.
Tatsächlich hatte der Konzern laut uns vorliegenden Informationen mit großer Wahrscheinlichkeit bis vor einigen Monaten andere Pläne, denn damals wollte man den Snapdragon 865 noch mit integriertem X55-Modem anbieten. Dies war anhand entsprechender Informationen aus Im- und Export-Datenbanken nachvollziehbar. Inzwischen wurde man offenbar von der Realität und vor allem den physischen Grenzen aktueller Technologien eingeholt, so dass der Snapdragon 865 und sein dazugehöriges Modem nun doch separat angeboten werden.
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