Mitarbeiter durchsuchte tausende Yahoo-Mail-Accounts nach Privatfotos

Messenger, Yahoo, IM, Yahoo Messenger Bildquelle: Yahoo
Einer der pikantesten Fälle einer Verfehlung eines Mitarbeiters des E-Mail-Dienstes von Yahoo kann in einer ordentlichen Verurteilung enden. Der Mann hatte seine Position genutzt, um tausende E-Mail-Konten nach privaten Daten zu durchsuchen. Der Beschuldigte aus Kalifornien ist heute 34 Jahre alt und arbeitete etwa zehn Jahre für den inzwischen weitgehend abgewickelten Internet-Konzern Yahoo. Unter anderem war er dort für einige Zeit in der Abteilung beschäftigt, die den großen E-Mail-Dienst des Unternehmens betreute. Und diese Position nutze er, wie er nun auch offiziell vor Gericht eingestand, um sich Zugang zu rund 6000 Postfächern zu verschaffen.

Dabei konzentrierte er sich vor allem auf Accounts, die jungen Frauen gehören könnten. In diesen durchsuchte er gezielt Fotos und Videos in den E-Mail-Anhängen - immer in der Hoffnung, auf sexuell konnotierte Inhalte zu stoßen. Unter anderem schaute er demnach dort genauer hin, wo er genau wusste, dass die E-Mail-Adressen zu Frauen aus dem Kollegen- und Freundeskreis gehörten, wie das US-Magazin ZDNet berichtete.

Vordringen in weitere Dienste

Die entsprechenden Inhalte speicherte der Mann erst einmal auf einer externen Festplatte, die er dann zu Hause einer genaueren Auswertung unterzog. Und dort, wo es lohnenswert schien, nutzte er den Zugang zum E-Mail-Account auch, um andere Dienste zu knacken. Bei Apple iCloud, Facebook, Gmail, DropBox und anderen Services warf er die Passwort-Vergessen-Funktion an und griff dann im Mail-Account die Mitteilungen zum Zurücksetzen der Daten ab.

Wie genau man der Sache letztlich auf die Schliche kam, ist unklar. Fest steht, dass bei Yahoo irgendwann jemand darauf aufmerksam wurde, dass es immer wieder zu ungewöhnlichen Vorgängen auf manchen Accounts kam. Bekannt ist, dass der Mann die fragliche Festplatte zerstörte, als man bei Yahoo begann, die Vorgänge genauer zu analysieren. Dem Täter droht nun eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren. Das Strafmaß soll allerdings erst in kommenden Februar verkündet werden.

Aktuell arbeitet der Mann bei einem Technologie-Unternehmen im Silicon Valley, das ausgerechnet auf Single Sign-on-Systeme spezialisiert ist. Das dürfte sich nach dem Bekanntwerden das aktuell laufenden Verfahrens wohl ändern.

Siehe auch: Amazon-Mitarbeiter klauten Pakete und verkauften alles nochmal Messenger, Yahoo, IM, Yahoo Messenger Messenger, Yahoo, IM, Yahoo Messenger Yahoo
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