Cortex-A77 & Mali-G77:
ARM kommt vollständig im 7nm-Zeitalter an

Zum Auftakt der Computex in Taiwan zeigte auch ARM die jüngsten Fortschritte in seiner Prozessor-Technologie. Die neuen Designs, die als Cortex-A77-CPU und Mali-G77-GPU bereitgestellt werden, versprechen in Kürze noch einmal spürbare Leistungssteigerungen bei Smartphones und anderen Systemen mit ARM-basierten SoCs.
Cpu, Arm, Cortex-A77
ARM
Der neue Cortex-A77 soll gegenüber dem Vorgänger A76 immerhin eine um 20 Prozent gesteigerte IPC-Leistung bringen. Natürlich ist die Architektur von Grund auf darauf ausgelegt, mit 7-Nanometer-Prozessen in Chips umgesetzt zu werden. Ansonsten hat sich nicht besonders viel geändert: Die Cache-Kapazitäten bleiben im Grunde unverändert und letztlich ist es dann hier auch Sache des Lizenznehmers, wie genau das Design dann in der Praxis umgesetzt wird.

In den fertigen SoCs arbeiten die Cortex-Kerne aber ohnehin nur selten allein. Hier steht ihnen dann im Normalfall die Mali-GPU zur Seite, die jetzt in der G77-Umsetzung hinzukommen soll. Die ARM-Designer versprechen hier eine 40-prozentige Steigerung der Performance. Und insbesondere soll auch eine 30-prozentige Steigerung der Effizienz erreicht worden sein, so dass der Akku der Nutzer vor allem dort besser geschont wird, wo die Last ohnehin hoch ist - beim Spielen beispielsweise.

Eigene KI-Einheit

Die klassische Cortex-Mali-Kombination soll aus Sicht ARMs aber auch nicht mehr lange allein in den SoCs die Leistung bereitstellen. Vielmehr will man, dass die Chiphersteller auch den neuen Machine-Learning-Prozessor mit integrieren. Dieser ist allerdings weniger dafür gedacht, direkt KI-Anwendungen des Nutzers zu beschleunigen. Vielmehr setzt man hier auf entsprechende Verfahren, um die Vorgänge im SoC zu optimieren. Unter anderem sollen die Mechanismen zur Speicherkompression um das Dreifache beschleunigt werden.

Bis die Neuerungen beim Nutzer ankommen, wird allerdings noch etwas Zeit vergehen. ARM hat zwar die Designs fertig, Chiphersteller wie Qualcomm müssen diese aber nun erst einmal in eigene Produkte überführen und bis diese dann in größeren Mengen hergestellt werden können, vergehen durchaus noch viele Monate. Und dann kommt auch noch die Integration in neue Endgeräte. Mit Smartphones und anderen Systemen, in denen die jetzt präsentierten Architekturen zu finden sind, braucht man also erst ab dem kommenden Jahr rechnen.

Siehe auch: Huawei verliert Lizenz für Smartphone-CPUs auf ARM-Basis

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