Amazon will Gefühle seiner Kunden mit Sprach-Armband erfassen

Amazon arbeitet offenbar an einem neuen Wearable, mit dem man in der Lage sein will, die Gefühle der Nutzer zu erkennen. Es handelt sich um eine Art Armband, das als Gesundheits- und Wellness-Produkt positioniert werden soll. Hinter dem Projekt stecken angeblich die gleichen Teams, die auch für die Echo-Netzwerklautsprecher und die Alexa-Software zuständig sind.
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Wie der US-Wirtschaftsdienst Bloomberg unter Berufung auf ihm vorliegende interne Dokumente von Amazon berichtet, arbeitet die Lab126 bezeichnete Hardware-Abteilung des Konzerns zusammen mit dem Alexa-Team an einem tragbaren Gesundheits-Armband. Dieses soll in der Lage sein, die emotionalen Zustände des Trägers zu erkennen, wobei noch nicht klar ist, wie weit das Vorhaben vorangeschritten ist.

Mikrofone und Software sollen Erkennung von Emotionen ermöglichen

Das Gesundheits- und Wellness-Armband von Amazon soll über Mikrofone verfügen, die zusammen mit spezieller Software die Möglichkeit schaffen sollen, den Gefühlszustand des Trägers anhand des Klangs seiner Stimme zu erkennen. Letztlich soll die Technologie auch verwendet werden, um dem Nutzer Tipps beim besseren bzw. effizienteren Umgang mit anderen Menschen zu geben, heißt es.

Dem Bericht zufolge gilt es nicht als sicher, dass Amazon sein neues Projekt zu einem kommerziellen Produkt weiterentwickelt. Das Vorhaben trägt angeblich den Codenamen "Dylan" und soll relativ bald im Rahmen eines Testprogramms erprobt werden. Unklar ist dabei noch, ob die Testphase Hardware-Prototypen oder die Software oder eben beides beinhalten wird. Dass Amazon überhaupt an einem solchen Produkt arbeitet, überrascht angesichts der großen Verbreitung des Sprachassistenten Alexa nicht. Seit Jahren versuchen die Anbieter solcher Dienste außerdem, ihre Nutzung natürlicher zu gestalten.

Natürlich dürften Amazons Versuche, die Gefühle oder dem Gemütszustand eines Menschen mit Hilfe seiner Stimme und der von ihm oder ihr getätigten Aussagen zu erkennen, langfristig wieder für Bedenken rund um den Schutz der Privatsphäre sorgen. In einem Patent, das 2018 veröffentlicht wurde, war bereits beschrieben, wie Amazon bestimmte Muster in den Stimmen und den Aussagen der Alexa-User erkennen will, um letztlich zwar einen natürlicheren Umgang mit dem Sprachassistenten zu ermöglichen, aber auch Produkte zu empfehlen und zu verkaufen.

Fraglich ist, inwiefern die Kunden bereit sein würden, Informationen zu ihren Gefühlen von Amazon speichern und verarbeiten zu lassen.

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