Angespielt: State of Decay 2 - Sandkiste, Seifenoper, Zombies und Bugs

Gelungen ist auch die Atmosphäre, es geht durchaus durch Mark und Bein, wenn man mit seiner Taschenlampe ein Haus durchsucht und plötzlich ein Zombie auftaucht und einen packt. Es ist übrigens ratsam, stets mit einem Begleiter auf Tour zu gehen, alleine kann man schon mal in eine Horde an Untoten geraten, die man nicht überlebt. Das gilt vor allem dann, wenn man Infektionsherde säubern will oder sich an knackigere Gegner wie die riesigen Juggernauts heranwagt. Denn man sollte stets daran denken: In State of Decay 2 herrscht Permadeath, tot ist also tot. State of Decay 2Ein Vierer-Koop ist möglich, hat allerdings das eine oder andere Aber

Koop mit drei Freunden

Die wahrscheinlich größte Neuerung ist der Multiplayer-Teil, genauer gesagt die Möglichkeit, mit bis zu drei Freunden auf Zombie-Jagd gehen zu können. Das klingt nach einer mehr als sinnvollen Sache, doch der Teufel, pardon Zombie, steckt im Detail.

Denn man kann nicht etwa einen gemeinsamen Server starten und dort dann im Laufe der Zeit seine Basis mit Kumpels hegen und pflegen. Stattdessen findet eine Partie stets bei einem Spieler "zu Hause" statt, einen Nutzen für die eigene Welt hat ein gemeinsames Zocken nicht. State of Decay 2 ist nicht das erste Spiel, das diesen Weg wählt, das macht die Sache aber auch nicht besser.

Das ist schade, Spaß kann man zu viert aber natürlich dennoch haben. Allerdings ist State of Decay 2 mit drei menschlichen Mitspielern viel zu leicht, da wäre ein anpassbarer Schwierigkeitsgrad eine gute Sache gewesen, doch eine derartige Möglichkeit fehlt jedoch.


Schön ist etwas anderes

Der wohl größte Kritikpunkt von State of Decay 2 betrifft Grafik. Denn in Sachen Technik wirkt das Spiel so als wäre die Zeit stehen geblieben. Soll heißen: Man meint, dass der erste Teil um nichts schlechter ausgesehen hat. Hier trügt die Erinnerung natürlich, aber einen entscheidenden Schritt hat State of Decay 2 nicht nach vorne gemacht.

Das liegt auch an der bewusst gewählten, aber immer noch langweiligen, eher erdigen Optik. Klar will man keine knallbunte Zombie-Apokalypse haben, ein wenig Farbe hätte der Abwechslung aber sicherlich gutgetan. Dazu kommen noch (zu) viele Bugs, die Undead Labs alsbald ausmerzen sollte. Mit einem ersten Patch lässt man sich aber überraschend viel Zeit, es gab keinen Day-1-Patch und auch eine Woche nach Release ist noch nichts zu sehen.

Fazit

State of Decay 2 ist in vielerlei Hinsicht ein Titel der verschenkten Chancen. Denn das Spielprinzip ist zweifellos ein ausgezeichnetes. Man wünscht sich aber, dass die Macher so einiges weitergedacht und auch zahlreiche neue Ideen umgesetzt hätten.

Und dennoch hatten wir mit State of Decay 2 jede Menge Spaß. Denn auch wenn die Zombie-Apokalypse mitunter ziemlich repetitiv sein kann, so entwickelt man auch eine gewisse Sucht. Man will seine Gemeinschaft vergrößern und eine immer größere Basis aufbauen, neue Waffen finden und, und, und. Kurzum: Wer den ersten Teil mochte, wird trotz der Fehler und der Innovationsarmut auch mit State of Decay 2 seinen Spaß haben.
Wer den ersten Teil schon gerne gespielt hat und derzeit mit einer Xbox One X spekuliert, der bekommt bis zum 10. Juni ein höchst interessantes Bundle: Denn es gibt eine Xbox One X mit einem zweiten Controller und State of Decay 2 zum Preis von 499 Euro - also rund 90 Euro günstiger als dieses Paket regulär kosten würde.
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