Anonymisierung: Leak zeigt BND-Angriff auf das Tor-Netzwerk

Netzwerk, Tor, Anonymität Bildquelle: Wiki Commons
Wie die Plattform Netzpolitik.org berichtet, hatte der deutsche Bundesnachrichtendienst BND schon vor rund zehn Jahren das Anonymisierungs-Netzwerk Tor im Visier. Nun aufgetauchte Dokumente belegen die Aktivitäten gegen die viel genutzte Software. Der BND hat schon 2009 ein erfolgreiches Konzept zur Untergrabung des Anonymisierungs-Netzwerk Tor erarbeitet. Das geht aus Dokumenten vor, die der Plattform Netzpolitik.org vorliegen. Einige Dokumente stammen von Harald Fechner, der jahrelang Leiter der Abteilung Technische Aufklärung (TA) des Auslandsgeheimdiensts war. In als geheim eingestuften Dokumenten brüsten sich die BND-Mitarbeiter damit, dass sie ihren US-Kollegen bei der Aufdeckung des Anonymisierungsdienstes weit voraus waren. Schließlich gaben sie im Jahr 2010 schon eine offizielle Warnung an die verschiedenen Bundesbehörden heraus, nach der Tor nicht mehr sicher die Privatsphäre der Nutzer wahren könne und die Anonymisierung komplett unwirksam sei.


Das "Tor Netzwerk Problem"

In den Dokumenten wird von dem "Tor Netzwerk Problem" gesprochen und darauf verwiesen, dass man derzeit noch in der Planungsphase sei und zunächst auf eine Genehmigung der weiteren Schritte warte. Des Weiteren geht aus dem Leak hervor, dass der BND seine Erkenntnisse über die Funktionsweise des Tor-Netzes und für die Aushebelung der Funktion mit der US-Regierung teilen wollte. Man habe sich dazu mit NSA-Vertretern getroffen und versucht die Ergebnisse die man bis dato hatte "gewinnbringend" einzutauschen.

Nach den ersten Kontakten habe die NSA dann die "fachliche Prüfung durch deren Experten bezüglich einer eventuellen Realisierung" zugesagt, schreibt Netzpolitik.org. Der Bundesnachrichtendienst habe ferner auch dem britischen Geheimdienst GCHQ seine Erkenntnisse angeboten.

Brisante Stellen geschwärzt

Einige brisante Stellen und Verweise auf weitere involvierte Personen sind in den geleakten Unterlagen geschwärzt. Wie die Dokumente den Weg zu Netzpolitik.org gefunden haben ist unklar.

Auf das Auftauchen der Dokumente gibt es auch schon eine offizielle Stellungnahme von Tor-Chefentwickler Roger Dingledine. Auf Nachfrage von Netzpolitik.org gab er zu Protokoll, dass er nicht überzeugt sei, dass die Geheimdienste tatsächlich ihre Angriffe auf Tor so durchführen können. Es sei aber klar, dass man noch weiter an dem Anonymisierungs-Netzwerk arbeiten müsse, "um es Angreifern schwerer zu machen, diese Art Angriffe durchzuführen."

Mehr zu den aufgetauchten Dokumenten und zu den staatlichen Hacker-Aktionen bei Netzpolitik.org.

Ausspähen unter Freunden: BND hat Washington quasi vollüberwacht Download Spybot Anti-Beacon for Windows 10 - Anti-Spionage-Tool Netzwerk, Tor, Anonymität Netzwerk, Tor, Anonymität Wiki Commons
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