Auf Google kommt eine Milliarden-Forderung der EU-Kartellwächter zu

In Brüssel hat man offenbar keine Lust mehr, mit Google weiter um irgendwelche Kompromisse zu feilschen, die dann vielleicht ordentlich oder auch nur halbgar umgesetzt werden. Dem US-Konzern wird man nun voraussichtlich eine saftige Strafe vor den Kopf knallen. Wie die britische Wirtschaftszeitung Financial Times heute berichtet, kommt eine Geldstrafe von mehr als einer Milliarde Euro auf den US-Konzern zu. Verhängt wird diese wegen eines Missbrauchs seiner marktbeherrschenden Stellung. Und die Entscheidung soll auch nur einen Teil der Vorwürfe abdecken, so dass eventuell noch mit höheren Beträgen zu rechnen ist.

Die Strafe geht auf Beschwerden von verschiedenen europäischen Preisvergleichs-Anbietern zurück. Wenn Nutzer auf der marktbeherrschenden Suchmaschine nach einem Produkt suchen, bekommen sie automatisch immer Googles eigenen Dienst dieser Art präsentiert. Dies stellt nun auch nach Ansicht der Wettbewerbswächter in Brüssel eine Situation dar, in der das Unternehmen seine marktbeherrschende Stellung in einem Segment missbraucht, um die Konkurrenten eines anderen Produktes kaltzustellen.


Jahrelanges Verfahren

Die Untersuchung und das Verfahren gegen Google dauert nun seit immerhin sieben Jahren an. Mehrfach schien es so, als würde es eine Einigung geben, als Google Zugeständnisse ankündigte. Letztlich kam man aber wohl doch nicht an einen Punkt, mit dem alle Seiten zufrieden waren - denn nicht nur die EU-Kommission, sondern auch die Beschwerdeführer müssen ja mit einem Kompromiss leben können.

In dem EU-Verfahren geht es aber nicht nur um die Preisvergleiche, sondern beispielsweise auch um die Kartendienste. Auch hier blendet Google in den Trefferlisten seiner Suchmaschine nur seinen eigenen Maps-Dienst ein. Eine Verurteilung Googles zu der hohen Geldstrafe wäre nicht einmal zwingend die einzige Last, die auf den US-Konzern zukäme. Sie würde den Wettbewerbern auch die Möglichkeit eröffnen, zivilrechtlich Schadensersatz einzufordern.
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