Firefox und Chrome werfen schnüffelndes "Web of Trust"-Addon raus
Die Browser-Erweiterung Web of Trust trägt das Wort Vertrauen im Namen, doch genau das kann man dem Addon nicht nachsagen: Denn obwohl man behauptet, dass man personenbezogene Daten anonymisiert bzw. nicht detailliert erfasst, ist genau das Gegenteil der Fall und offenbar auch das Geschäftsmodell des offiziell in Finnland ansässigen Anbieters.
Der NDR hat erhebliche Datenschutzlücken aufgedeckt und die Praktiken von Web of Trust auseinandergenommen: Denn das angeblich vollständig anonymisierte Angebot von WoT lässt sich umfangreich und leicht den Nutzern zuordnen. Der untersuchte Datensatz beinhaltet auch Personen des öffentlichen Lebens, darunter Manager, Polizisten, Richter und Journalisten.
Die Daten sind brisant: Zu finden sind darin Details zu laufenden Polizei-Ermittlungen, sexuellen Vorlieben eines Richters sowie Suchanfragen zu Krankheiten, Prostituierten und Drogen. Mit diesen und anderen Daten handelt der Anbieter, einen Hinweis auf diese Praktik findet man in den Datenschutzbestimmungen von WoT allerdings nicht.
Mozilla hat das Addon deshalb aufgrund der Verletzungen von Richtlinien entfernt, bis der Hersteller "diese Dinge korrigiert" hat, so die Firefox-Macher. Ob man selbst bei Aktualisierung dieser Informationen der bis dato rund 900.000 Mal heruntergeladenen Erweiterung trauen kann, sei dahingestellt. Gegenüber der FAZ beteuerten die WoT-Macher, dass die Daten auch schon vor der Entfernung anonymisiert worden seien, dem widerspricht der NDR aber klar.
Mittlerweile hat übrigens auch Google reagiert, die Erweiterung wurde auch aus dem Chrome Web Store entfernt.
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Netz des Vertrauens?
Web of Trust (WoT) verspricht ein "Netz des Vertrauens" und will durch Bewertungen von Websites die Nutzer durch die Gefahren des Webs navigieren, angeboten bzw. erfasst werden Kategorien wie Vertrauenswürdigkeit, Jugend- und Datenschutz. Der WoT-Anbieter und seine Erweiterung selbst haben hier aber schwere Mängel, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) unter mehrere Berichte des NDR schreibt.Der NDR hat erhebliche Datenschutzlücken aufgedeckt und die Praktiken von Web of Trust auseinandergenommen: Denn das angeblich vollständig anonymisierte Angebot von WoT lässt sich umfangreich und leicht den Nutzern zuordnen. Der untersuchte Datensatz beinhaltet auch Personen des öffentlichen Lebens, darunter Manager, Polizisten, Richter und Journalisten.
Die Daten sind brisant: Zu finden sind darin Details zu laufenden Polizei-Ermittlungen, sexuellen Vorlieben eines Richters sowie Suchanfragen zu Krankheiten, Prostituierten und Drogen. Mit diesen und anderen Daten handelt der Anbieter, einen Hinweis auf diese Praktik findet man in den Datenschutzbestimmungen von WoT allerdings nicht.
Mozilla hat das Addon deshalb aufgrund der Verletzungen von Richtlinien entfernt, bis der Hersteller "diese Dinge korrigiert" hat, so die Firefox-Macher. Ob man selbst bei Aktualisierung dieser Informationen der bis dato rund 900.000 Mal heruntergeladenen Erweiterung trauen kann, sei dahingestellt. Gegenüber der FAZ beteuerten die WoT-Macher, dass die Daten auch schon vor der Entfernung anonymisiert worden seien, dem widerspricht der NDR aber klar.
Mittlerweile hat übrigens auch Google reagiert, die Erweiterung wurde auch aus dem Chrome Web Store entfernt.
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Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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