Erster Mobilfunker blockt Werbung und will Geld von Google & Co.
Für die Mobilfunk-Branche dürfte es ein Testballon sein, bevor man in größeren Märkten zu ähnlichen Maßnahmen übergeht: Der in der Karibik tätige Netzbetreiber Digicel hat die Werbeblocker-Technologien des Unternehmens Shine in einem seiner Netze aktiviert und will damit Geld verdienen.
Infografik: Folgen von AdBlockern für das Internet
Für einige Nutzer dürfte es wie ein netter Service des Mobilfunk-Anbieters aussehen. Kunden von Digicel in Jamaica müssen sich nicht mehr die Mühe machen, und einen Adblocker auf ihrem Smartphone installieren, um auf verschiedenen Angeboten aus dem Netz keine Werbung mehr angezeigt zu bekommen. Und auch das Unternehmen spricht erst einmal davon, dass mit dem neu eingeführten netzwerkseitigen Adblocker das Datenkontingent der Nutzer entlastet werde.
Letztlich geht es aber darum, die altbekannten Forderungen aus der Netzneutralitäts-Debatte durchzusetzen. Offen fordert Digicel, dass Internet-Unternehmen wie Google, Yahoo und Facebook den Netzbetreiber an ihren Einnahmen teilhaben lassen, wenn sie wollen, dass die Werbung, mit denen sie ihre Angebote finanzieren, wieder an die Nutzer durchgeleitet werden sollen.
Und obwohl dies ziemlich stark nach Erpressung riecht, wähnt sich Denis O'Brien, die Aufsichtsratsvorsitzende von Digicel, auf der richtigen Seite. Google und Facebook beispielsweise würden viel über die Idee von Breitband-Anbindungen für alle Menschen reden. Doch Geld würden sie nicht in den Ausbau der Netze investieren. "Stattdessen nutzen sie die Mühen und Investitionen von Netzbetreibern wie Digicel schamlos aus, um Geld für sich zu verdienen", sagte sie.
Zuvor hatten verschiedene Provider bereits damit gedroht, Internet-Unternehmen, die nicht zahlen, eben mit weniger Priorität mit den Nutzern zu verbinden. Das hatte auch unter den Anwendern einen Aufschrei ausgelöst. Nun versucht man das gleiche Ziel offenbar zu erreichen, indem man den Unternehmen ihre Einnahmequellen nimmt, ohne dass der User mit direkten Nachteilen konfrontiert wäre.
Bisher ist nicht bekannt, dass sich einer der genannten Diensteanbieter auf die Sache eingelassen hätte. Allerdings handelt es sich bei Jamaica auch erst einmal um einen recht kleinen Markt. Die große Frage dürfte sein, was geschieht, wenn beispielsweise auch einer der großen europäischen oder US-amerikanischen Netzbetreiber den gleichen Weg geht. Im Zweifelsfall könnten große Konzerne wie Google oder Facebook es sicherlich verkraften, einen Teil ihrer Umsätze zu teilen. Problematisch dürfte dies hingegen für viele kleinere Angebote im Netz sein, die ihre kostenlosen Dienste mit Werbung finanzieren.
Auf der anderen Seite haben Unternehmen wie Google oder Facebook ihrerseits ein Druckmittel in der Hand, wenn sie überlegen zu beschließen, die Kunden von Providern mit netzseitigen Adblockern auszusperren. Denn wer will schon einen Provider für die Internet-Nutzung bezahlen, wenn er über diesen wichtige Dienste nicht erreichen kann? Wie immer sich die Sache entwickelt - es wird wohl darauf hinauslaufen, dass der anfängliche Vorteil eines werbefreien Netzzugangs längerfristig vor allem zum Nachteil der Nutzer sein wird, die die große Vielfalt von Diensten und Angeboten im Netz schätzen.
Infografik: Folgen von AdBlockern für das Internet
Für einige Nutzer dürfte es wie ein netter Service des Mobilfunk-Anbieters aussehen. Kunden von Digicel in Jamaica müssen sich nicht mehr die Mühe machen, und einen Adblocker auf ihrem Smartphone installieren, um auf verschiedenen Angeboten aus dem Netz keine Werbung mehr angezeigt zu bekommen. Und auch das Unternehmen spricht erst einmal davon, dass mit dem neu eingeführten netzwerkseitigen Adblocker das Datenkontingent der Nutzer entlastet werde.
Letztlich geht es aber darum, die altbekannten Forderungen aus der Netzneutralitäts-Debatte durchzusetzen. Offen fordert Digicel, dass Internet-Unternehmen wie Google, Yahoo und Facebook den Netzbetreiber an ihren Einnahmen teilhaben lassen, wenn sie wollen, dass die Werbung, mit denen sie ihre Angebote finanzieren, wieder an die Nutzer durchgeleitet werden sollen.
Und obwohl dies ziemlich stark nach Erpressung riecht, wähnt sich Denis O'Brien, die Aufsichtsratsvorsitzende von Digicel, auf der richtigen Seite. Google und Facebook beispielsweise würden viel über die Idee von Breitband-Anbindungen für alle Menschen reden. Doch Geld würden sie nicht in den Ausbau der Netze investieren. "Stattdessen nutzen sie die Mühen und Investitionen von Netzbetreibern wie Digicel schamlos aus, um Geld für sich zu verdienen", sagte sie.
Zuvor hatten verschiedene Provider bereits damit gedroht, Internet-Unternehmen, die nicht zahlen, eben mit weniger Priorität mit den Nutzern zu verbinden. Das hatte auch unter den Anwendern einen Aufschrei ausgelöst. Nun versucht man das gleiche Ziel offenbar zu erreichen, indem man den Unternehmen ihre Einnahmequellen nimmt, ohne dass der User mit direkten Nachteilen konfrontiert wäre.
Bisher ist nicht bekannt, dass sich einer der genannten Diensteanbieter auf die Sache eingelassen hätte. Allerdings handelt es sich bei Jamaica auch erst einmal um einen recht kleinen Markt. Die große Frage dürfte sein, was geschieht, wenn beispielsweise auch einer der großen europäischen oder US-amerikanischen Netzbetreiber den gleichen Weg geht. Im Zweifelsfall könnten große Konzerne wie Google oder Facebook es sicherlich verkraften, einen Teil ihrer Umsätze zu teilen. Problematisch dürfte dies hingegen für viele kleinere Angebote im Netz sein, die ihre kostenlosen Dienste mit Werbung finanzieren.
Auf der anderen Seite haben Unternehmen wie Google oder Facebook ihrerseits ein Druckmittel in der Hand, wenn sie überlegen zu beschließen, die Kunden von Providern mit netzseitigen Adblockern auszusperren. Denn wer will schon einen Provider für die Internet-Nutzung bezahlen, wenn er über diesen wichtige Dienste nicht erreichen kann? Wie immer sich die Sache entwickelt - es wird wohl darauf hinauslaufen, dass der anfängliche Vorteil eines werbefreien Netzzugangs längerfristig vor allem zum Nachteil der Nutzer sein wird, die die große Vielfalt von Diensten und Angeboten im Netz schätzen.
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