Snowden im NDR: "Die NSA kann Sie immer finden"

Edward Snowden, Whistleblower, Interview, snowden, Ndr Bildquelle: NDR/ARD
Whistleblower Edward Snowden, der Aufdecker der NSA-Schnüffelaffäre hat dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) das weltweit erste TV-Interview seit seinem Aufenthalt in Hong Kong gegeben. Dabei deutete er neue Enthüllungen an.
Im gestern Abend ausgestrahlten NDR-Exklusiv-Interview mit Edward Snowden, das sowohl in der Mediathek des Senders (siehe auch unten) zu sehen als auch als Abschrift nachzulesen ist, sprach der Aufdecker des NSA-Skandals über die Rolle der US-Regierung, aber auch über die Kooperation mit den europäischen bzw. deutschen Geheimdiensten. Diese sei, so Snowden, "eng", er wiederholte frühere Aussagen und meinte, dass "der deutsche und der amerikanische Geheimdienst miteinander ins Bett gehen."

Demnach tauschten die Geheimdienste nicht nur Informationen, sondern teilten auch "Instrumente und Infrastruktur." Eine wichtige Rolle spiele laut Snowden das "X Key Score"-Programm. Damit lasse sich von praktisch jedem Nutzer eine "Netzwerkaktivität", also eine Art digitaler Fingerabdruck erstellen. Snowden: "Das heißt, egal wohin Sie auf der Welt gehen, egal wo Sie versuchen, Ihre Online-Präsenz, Ihre Identität zu verbergen, kann die NSA Sie finden." Und dabei sei Deutschland einer jener Staaten, die Zugang zu diesem System haben.



Ob der Bundesnachrichtendienst (BND) "direkt und bewusst" Daten an die NSA weiterleitet, wollte Snowden nicht eindeutig kommentieren. Fakt sei es aber, dass die NSA deutsche Daten habe. Sprechen will er darüber erst, wenn diese Informationen von Medien aufgearbeitet worden sind, da Journalisten entscheiden sollten, "was im öffentlichen Interesse liegt und was veröffentlicht werden sollte."

Snowden zeichnet aber dennoch ein beängstigendes Bild: "Millionen und Millionen und Millionen von Datenverbindungen aus dem täglichen Leben der Deutschen, ob sie mit ihrem Handy telefonieren, SMS Nachrichten senden, Webseiten besuchen, Dinge online kaufen - all das landet bei der NSA."

Von den Versprechen der NSA, die Deutschen nicht absichtlich auszuschnüffeln, hält er nichts. Gleiches gilt für Wirtschaftsspionage. Auch hier verweist Snowden zwar auf möglicherweise noch kommende Enthüllungen, die Journalisten erst aufarbeiten müssten, und dennoch: "Es gibt keine Zweifel, dass die USA Wirtschaftsspionage betreiben." Mit nationaler Sicherheit habe das aber nichts zu tun, vielmehr mit "nationalem Interesse."

Das Abhören von Kanzlerin Angela Merkel bezeichnete er als Spitze des Eisberges: Das habe die NSA auch zugeben müssen, was aber nicht bedeute, dass das nicht auch noch auf zahlreiche andere Politiker und Regierungsmitglieder zutrifft. "Ich würde sagen, es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass jemand, der sich um Absichten der deutschen Regierung sorgt, nur Merkel überwacht und nicht ihre Berater, keine anderen bekannten Regierungsmitglieder, keine Minister oder sogar Angehörige kommunaler Regierungen."

Snowden, der im NDR-Interview auch einige Einblicke in seine Motive und persönliche Vergangenheit gibt, berichtet auch von Todesdrohungen anonymer Beamter aus dem Pentagon und der NSA. Und dennoch: "Ich bin noch am Leben und ich habe keine schlaflosen Nächte, weil ich getan habe, was ich für nötig hielt. Es war das Richtige, und ich werde keine Angst haben." Edward Snowden, Whistleblower, Interview, snowden, Ndr Edward Snowden, Whistleblower, Interview, snowden, Ndr NDR/ARD
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