Das Aus für den Schultrojaner ist besiegelt
Die geplante Einführung des so genannten Schultrojaners ist endgültig gescheitert. Nach heftigen Protesten gegen die Spionage-Software, die auf Rechnern an Schulen installiert werden sollte, reagierten die Verantwortlichen nun und verständigten sich mit den Schulbuchverlagen auf das Aus für das Vorhaben.
Bei der Sache ging es um ein Programm, dass regelmäßig einen kleineren Teil von Computern an Schulen automatisiert nach digitalen Kopien von Lehrmaterialien durchsuchen sollte. Auf Basis der erhobenen Informationen war anschließend die Zahlung entsprechender Lizenzgebühren an die Verlage vorgesehen. Bis die Software einsatzbereit ist, sollten die Schulleitungen dafür sorgen, dass keine digitalen Kopien angefertigt werden und entsprechende Rückmeldungen an die übergeordneten Verwaltungseinheiten geben.
Kritiker wandten sich allerdings strikt gegen ein solches Ausspionieren von Computern an Schulen, auf denen oft nicht nur die Unterrichtsvorbereitungen der Lehrer selbst, sondern auch persönliche Daten über Schüler gespeichert waren. Im Berliner Abgeordnetenhaus gingen Vertreter der Piraten in einer von ihnen angestoßenen Debatte zu dem Thema außerdem darauf ein, dass ein solches Programm letztlich Hintertüren öffnet, die von vielen Lehrern gar nicht bemerkt, von zahlreichen technisch versierten Schülern aber problemlos ausgenutzt werden können.
In Reaktion darauf hat eine bayerische Delegation im Namen aller Bundesländer nun erneut Verhandlungen mit den Verlagen geführt. Dabei gelang es, nicht nur den Schultrojaner zu beerdigen. Man einigte sich auch darauf, Lösungen für den digitalen Einsatz von Unterrichtsmaterialien suchen zu wollen.
Seitens der Verlage herrschte dabei durchaus Bereitschaft, den Lehrern Möglichkeiten zur digitalen Nutzung ihrer Produkte zu geben, teilte das bayerische Kultusministerium mit. Die Gespräche über die entsprechenden Rahmenbedingungen sollen noch in diesem Sommer beginnen, um baldmöglichst neue Vorschläge und eine neue Lösung vorstellen und realisieren zu können, hieß es. Die von den Gesprächspartnern entwickelten Vorschläge sollen insbesondere auch mit den Lehrerverbänden diskutiert werden.
Kritiker wandten sich allerdings strikt gegen ein solches Ausspionieren von Computern an Schulen, auf denen oft nicht nur die Unterrichtsvorbereitungen der Lehrer selbst, sondern auch persönliche Daten über Schüler gespeichert waren. Im Berliner Abgeordnetenhaus gingen Vertreter der Piraten in einer von ihnen angestoßenen Debatte zu dem Thema außerdem darauf ein, dass ein solches Programm letztlich Hintertüren öffnet, die von vielen Lehrern gar nicht bemerkt, von zahlreichen technisch versierten Schülern aber problemlos ausgenutzt werden können.
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Christian Kahle
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