Schultrojaner: Die Suche nach unerlaubten Kopien

Sicherheitslücke, Malware, Trojaner, Trojanisches Pferd Bildquelle: / Flickr
Das deutsche Online-Portal 'Netzpolitik' macht auf den Einsatz einer Plagiats-Software aufmerksam, die als Schultrojaner bezeichnet wird. Der Einsatz dieser Anwendung ist in allen Bundesländern geplant.
In dem Bericht heißt es, dass die Bundesländer mit Schulbuchverlagen und Verwertungsgesellschaften einen Rahmenvertrag für die Verwendung urheberrechtlich geschützter Werke in Schulen im Dezember 2010 abgeschlossen haben. Seit Januar ist dieser Vertrag in Kraft.

Vertraglich wird darin festgelegt, dass mit der besagten Plagiats-Software Schul-Server nach unerlaubten Kopien aus Schulbüchern und Unterrichtsmaterialien durchsucht werden dürfen. Bei etwa einem Prozent der zugehörigen Schulen soll eine derartige Überprüfung jährlich durchgeführt werden. Frühestens im Frühjahr des kommenden Jahres will man mit diesem Vorhaben starten.

Richter Ulf Buermeyer ist beispielsweise der Meinung, dass man sich bei dem Einsatz dieser Software verfassungsrechtlich auf sehr dünnem Eis bewegt. Ein umfassender Scan des jeweiligen Computers würde wohl in das Grundrecht auf Vertraulichkeit und Integrität eigengenutzter informationstechnischer Systeme eingreifen, erklärte er gegenüber Netzpolitik.

Überdies ergeben sich diverse Fragen in diesem Zusammenhang. Unklar ist beispielsweise, wer diese Software liefert und wer die technische und datenschutzrechtliche Unbedenklichkeit der Anwendung gewährleistet.

Kurze Zeit nach der Veröffentlichung dieses ersten Artikels wurde auf Netzpolitik dann ein Update veröffentlicht, in dem die Anwendung nicht mehr als Schultrojaner, sondern als "Schnüffelsoftware für unheimliche Onlinedurchsuchungen von Schulrechnern" bezeichnet wird. Darin werden diverse Meldungen aus weiteren Quellen angeführt.

Es hat sich unter anderem der Verband der Schulbuchverlage zu diesem Thema geäußert. Angeblich könne von einem heimlichen Ausspähen nicht die Rede sein. Immerhin seien die Schulen über das Vorhaben informiert. Die Bild-Zeitung will ferner in Erfahrung gebracht haben, dass der Schnüffel-Einsatz der Software bislang nur auf dem Papier existiert. Laut einem Behördenschreiben sei man aktuell aber schon auf der Suche nach passenden Lehrstätten, in denen man die Software einsetzen kann. Bis Mitte Dezember will man die Suche abgeschlossen haben.

Auch der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar hat sich dazu geäußert und gibt zu bedenken, dass auf den Rechnern häufig Daten über Schüler gespeichert werden. Insofern könnte der Einsatz der Plagiatssoftware datenschutzrechtlich nur dann unbedenklich sein, wenn sie nicht heimlich durchgeführt wird und entsprechende Informationen über Schüler nicht betroffen sind. Das Programmieren einer solchen Anwendung sieht Caspar durch private Unternehmen als nicht unproblematisch an. Sicherheitslücke, Malware, Trojaner, Trojanisches Pferd Sicherheitslücke, Malware, Trojaner, Trojanisches Pferd / Flickr
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