IT-Branche setzt sich mit Frauenmangel auseinander

Macbook, Frauen, Spielen, Wiese Bildquelle: Ed Yourdon / Flickr
Der IT-Branchenverband BITKOM hat im Vorfeld des Weltfrauentages am 8. März auf die Notwendigkeit steigender Frauenanteile in Fach- und Führungspositionen in der ITK-Branche hingewiesen. Frauen sind in der IT-Wirtschaft noch immer signifikant unterrepräsentiert.
"Wir brauchen einen gesellschaftlichen Bewusstseinswandel, damit sich die Karrierewege von Frauen und Männern angleichen können", sagte BITKOM-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder auf der CeBIT in Hannover. "Ziel der Hightech-Branche ist es, mehr Frauen für eine Tätigkeit in den Bereichen Information, Kommunikation und neue Medien zu gewinnen." Die Unternehmen hätten erkannt, dass weibliche Fach- und Führungskräfte für einen dauerhaften wirtschaftlichen Erfolg dringend gebraucht werden.

Wie alle Technologiebranchen ist die Netzwirtschaft männerdominiert. Laut einer repräsentativen Umfrage sind nur 15 Prozent ihrer angestellten Fachkräfte Frauen. Bei den Führungskräften liegt der Frauenanteil sogar nur bei 4 Prozent. Daran soll sich laut BITKOM mittelfristig etwas ändern: Ziel der Unternehmen ist es, den Anteil weiblicher Fachkräfte bis zum Jahr 2020 im Schnitt auf mindestens 25 Prozent und den Frauenanteil in Managementpositionen auf ein Minimum von 15 Prozent zu steigern.

Diese Ziele sind angesichts der aktuellen Nachwuchssituation durchaus ambitioniert. Im Studienbereich Informatik liegt der Anteil weiblicher Studierender derzeit nur bei knapp 20 Prozent. Bei den Auszubildenden in der dualen Berufsausbildung sind sogar nur 10 Prozent Frauen.

"Das Interesse junger Frauen an technischen Studiengängen und Ausbildungsberufen ist noch zu gering", sagte Rohleder. "Neugierde und Begeisterung für Technik zu wecken ist eine Aufgabe, die Schulen, Kitas und Eltern gemeinsam angehen müssen." Der BITKOM will dieses Anliegen mit seiner Nachwuchsinitiative "Erlebe IT" unterstützen.

Angesichts der geringen Anzahl weiblicher Nachwuchskräfte hält der Verband allerdings eine hohe gesetzliche Quote für Frauen in Führungspositionen in der IT-Branche für nicht realisierbar. "Die Unternehmen sollten sich in der Personalpolitik beim Thema Frauen eigene ambitionierte Ziele setzen und sich an diesen messen lassen", schlug Rohleder daher als Alternative vor.

Ein wichtiger Schritt, um mehr Frauen für die ITK-Branche zu gewinnen, sei eine gendergerechte Personalpolitik. Dazu zählen in erster Linie flexiblere Arbeitszeitmodelle, die Frauen und Männern eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Karriere ermöglichen. Auf der CeBIT wird am 8. März über dieses Thema diskutiert. Hier wird es unter anderem Keynotes der Kaspersky-Aufsichtsratschefin Natalya Kaspersky und von Barbara Wittmann, Leiterin von Dell Deutschland, geben. Macbook, Frauen, Spielen, Wiese Macbook, Frauen, Spielen, Wiese Ed Yourdon / Flickr
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