Provider will Labels für illegale Downloads bezahlen
Wie PaidContent:UK berichtet, will der britische Provider Virgin Media ein spezielles Angebot starten, bei dem das Unternehmen den Musikfirmen für die "illegalen" Downloads seiner Kunden Geld bezahlt. Hinter dem Konzept steckt ein kleines Unternehmen, dass schon vor Jahren versucht hatte, die Idee umzusetzen.
Die Firma Playlouder Music Service Provider (MSP) will dem Internetzugangsanbieter nach eigenen Angaben die entsprechende Plattform zur Verfügung stellen. Der Dienst soll schon ab Anfang nächsten Jahres Einzug halten. Angesichts des wachsenden Drucks der Medienindustrie auf die britischen Provider scheint die Zeit dafür reif.
Playlouder MSP erlaubt den Kunden von Virgin künftig Musikdateien aus Filesharing-Netzwerken wie Gnutella oder BitTorrent herunterzuladen, ohne Sanktionen der Rechteinhaber befürchten zu müssen. Dies wird durch die so genannte "Deep Packet Inspection" Technologie möglich, mit der alle Datenpakete untersucht werden.
Dadurch werden alle über das Netzwerk des jeweiligen Providers heruntergeladenen Musikstücke erkannt, egal über welches Protokoll sie bezogen werden. Der Provider sorgt dann für eine entsprechende "Entschädigung" gegenüber den Plattenfirmen. Natürlich müssen die Kunden für diese Option ihrerseits auch bezahlen.
Die Abrechnung würde über die monatliche Rechnung des Providers ablaufen. Wer das Musikpaket abonniert hat, soll die Titel sogar legal an andere Nutzer weitergeben können, da alle Transfers von der Firma Audible Magic überwacht werden. Eine Weitergabe an Nutzer, die nicht Kunden des gleichen Providers sind, ist aber ausgeschlossen.
Playlouder geht davon aus, dass alle Beteiligten von dem Modell profitieren können. Die Musikfirmen könnten den Angaben zufolge auf deutlich höhere Einnahmen hoffen, denn jährlich kauft der Durchschnitts-Brite nur 2,4 Musik-CDs zu einem Gesamtpreis von umgerechnet gut 30 Euro. Durch die monatlichen Gebühren für das "legale Filesharing" würden jährlich fast 80 Euro fällig, wovon ein großer Teil direkt an die Rechteinhaber fließen soll.
Playlouder hat bisher bereits Verträge mit den Major-Labels EMI und Sony BMG. Auch eine dritte der insgesamt nur vier großen Plattenfirmen der Welt will angeblich bald mit einsteigen. Darüber hinaus gibt es Beziehungen zu diversen unabhängigen Labels.
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