Vizepräsident von Sony gesteht: Ich kopiere DVDs!

Wirtschaft & Firmen In der letzten Woche fand in New York eine Konferenz namens "Digital Rights Strategies" statt, auf der hauptsächlich über digitale Rechte und DRM diskutiert wurde. Alle wichtigen Unternehmen dieser Branche waren vertreten und diskutierten mit. Der Chef des DRM-Anbieters InterTrust sagte in seiner Eröffnungsrede, dass es eine ganze Reihe Mängel in den aktuellen DRM-Systemen gibt. Demnach enttäuschen sie die Anwender, sind fortschrittfeindlich und dienen lediglich zur Absicherung bestehender Geschäftsmodelle. Hinzu kommt, dass die meisten DRM-Systeme technisch unsicher sind.

Entgegen aller Erwartungen wurde seine Meinung von einigen anderen Besuchern der Konferenz geteilt. "In gewisser Hinsicht wurden DRM-Modelle rückwärts eingesetzt. Zuerst wurde ein DRM-System in Betrieb genommen und anschließend hat man versucht, die Nutzer in diesen Rahmen zu zwingen", sagte der ehemalige Sony-Mitarbeiter Brian Lakamp.

Ganz überraschend outete sich Sonys Vizepräsident Scott Smyers als Fan des DVD-Rippens. "Meine Kinder haben eine Menge DVDs, die sie im Auto abspielen, die nach ein paar Fahrten kaputt sind. Also rippe ich die DVDs und kopiere sie, um die Originale zu schonen. Man kann nicht abstreiten, dass Verbraucher ihre Investitionen schützen wollen."

Auf der Konferenz fand man am Ende auch einen Schuldigen, der für den schlechten Ruf der DRM-Systeme verantwortlich sein soll: "Apple benutzt DRM, um das zu tun, was Bell mit dem Telefonnetzwerk gemacht hat - die Leute einmauern. Das frustriert die Verbraucher und fördert am Ende die Piraterie", erklärte der Chef von InterTrust.
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