Limux: ARD-Bericht sieht eher politische Gründe für Pro-Microsoft-Kurs

Linux, München, limux Bildquelle: LiMux Project
Die gerade wieder neu aufgekochte Debatte um das Münchner Limux-Projekt hat weitaus größere Dimensionen als nur die Frage, ob letztlich nun Microsoft-Produkte oder freie Software preiswerter und produktiver sind. Das zeigte die ARD gestern mit einer Dokumentation, die die Abhängigkeit des Staates von Microsoft aus verschiedenen Perspektiven beleuchtete.
In München wurde die Ausstattung der Stadtverwaltung mit Linux-Systemen, die vor Jahren angeleiert wurde, jetzt wieder rückgängig gemacht. Nach und nach sollen alle Systeme wieder auf die Windows-Plattform umgestellt werden. Offiziell geschieht dies, weil die IT-Infrastruktur dadurch leistungsfähiger würde und sich auch der Support besser organisieren ließe. Bei vielen Mitarbeitern sind die von zu Hause gewohnten Windows-Programme ohnehin beliebter.

In der ARD-Doku kommt nun aber ein weiterer Aspekt hinzu: Insbesondere die inzwischen in Münchnen mitregierende CSU wollte unbedingt zurück zum internationalen Großkonzern und weg von freier Software. Damit wäre die erneute Umstellung also ebenso politischen Beweggründen untergeordnet, wie es sonst den Verfechtern freier Software oftmals vorgeworfen wird.

In dem Film ist beispielsweise ein Mitarbeiter der Stadt mit den Worten zu vernehmen: "Es ist kein technischer Grund. Es ist Politik, und LiMux war Verhandlungsmasse." Auch Ex-Bürgermeister Christian Ude (SPD) kritisierte den Schritt, bei dem man die Unabhängigkeit von einem einzelnen Großunternehmen schlicht wegwerfe. Gerüchten zufolge ist das Aus von Limux auch mit der Verlegung des Microsoft Deutschland-Sitzes aus dem Umland nach München verknüpft - was man seitens der Stadt aber natürlich dementierte.

Microsoft kann nicht verlieren

Dass Alternativen zu Microsoft-Produkten oft als schlechtere Wahl erscheinen, lässt sich zumindest zum Teil auch darauf zurückführen, dass viele Ausschreibungen für die Vergabe von Aufträgen durch die öffentliche Hand von Beginn an auf die Redmonder Software zugeschnitten sind. Wird hingegen unvoreingenommen an die Sache herangegangen, zeichnet sich ein ausgeglicheneres Bild - bei dem Microsoft keineswegs immer unterliegen, aber auch nicht immer gewinnen muss.

Für eine größere Vielfalt in der IT-Landschaft spricht dabei nicht nur, dass es vielleicht nicht die beste Idee ist, die komplette öffentliche Verwaltung eines Staates von einem einzigen Großkonzern abhängig zu machen. Das ist letztlich auch ein enormes Sicherheits-Risiko, wie im vergangenen Jahr die Wannacry-Malware zeigte, die durch diverse Netze marodierte und unter anderem das britische Gesundheitswesen heftig traf.

Die ARD-Dokumentation "Das Microsoft-Dilemma", die von RBB und WDR produziert wurde, lief am gestrigen Abend im Ersten. Nun steht sie für 90 Tage in der Mediathek der ARD zur Verfügung.

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