RTL spekuliert sich Zusammenhang zw. Suizid und Minecraft zurecht
Computerspiele und Boulevardmedien sind ein "beliebtes" Ziel für Missverständnisse und Falschbehauptungen. In den vergangenen Jahren konnte man aber die Hoffnung haben, dass die Zeiten von "Killerspielen" und Co. längst vorbei sind. Doch ein TV-Beitrag von RTL zeigt, dass das Thema immer noch nicht "durch" ist.
Ein Beitrag von RTL sorgt derzeit für Unverständnis, denn der TV-Sender hat hier gleich mehrere "Zutaten" für eine reißerische Reportage in einen Topf geworfen, wie das Medienportal Übermedien berichtet. Denn RTL hat den mutmaßlichen Suizid eines Neunjährigen aus Nordrhein-Westfalen mit Minecraft in Zusammenhang gebracht.
RTL will dabei herausgefunden haben, dass sich der Junge das Leben genommen hat, weil "Freunde ihn beim Online-Computerspiel 'Minecraft' nicht mitspielen ließen". Laut RTL ist eines der Merkmale des Spiels, dass man darüber mit anderen Menschen "sehr leicht" kommunizieren könne.
Die Reporterin spekuliert fröhlich vor sich hin, dass sie sich vorstellen könne, dass man sich "leicht ausgeschlossen fühlt", wenn Freunde nicht mit einem kommunizieren. Hinweise oder gar Beweise, dass das etwas mit dem Suizid des Neunjährigen zu tun hat, gibt es keine.
Bei der Polizei wird noch ermittelt, gegenüber Übermedien teilte Staatsanwältin Julia Schweers-Nassif aber mit, dass der Junge zwar "wie gewöhnlich Computerspiele, u. a. auch Minecraft" genutzt habe, Hinweise für einen kausalen Zusammenhang zwischen PC-Spielen und dem Tod des Jungen gebe es im Moment aber nicht.
Auch RTL hat sich daraufhin zu dieser Angelegenheit geäußert und versucht, die Sache zu erklären: "Der kausale Zusammenhang zwischen dem Mobbing beim Online-Spiel und dem Suizid liegt nahe, eine Tatsachenbehauptung ist jedoch journalistisch nicht einwandfrei. Wir haben allerdings diesen tragischen Fall eher als Aufhänger genutzt, um konstruktiv ein Problembewusstsein für Computerspiele zu schaffen." Das ist eine nur sehr schwache Rechtfertigung für die Spekulation.
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RTL will dabei herausgefunden haben, dass sich der Junge das Leben genommen hat, weil "Freunde ihn beim Online-Computerspiel 'Minecraft' nicht mitspielen ließen". Laut RTL ist eines der Merkmale des Spiels, dass man darüber mit anderen Menschen "sehr leicht" kommunizieren könne.
Die Reporterin spekuliert fröhlich vor sich hin, dass sie sich vorstellen könne, dass man sich "leicht ausgeschlossen fühlt", wenn Freunde nicht mit einem kommunizieren. Hinweise oder gar Beweise, dass das etwas mit dem Suizid des Neunjährigen zu tun hat, gibt es keine.
Könnte ja passieren!
Mehr als das: Man greift einen Pädophilie- und Entführungsfall auf, der sich im Zusammenhang mit Minecraft ereignet hat. Eine Expertin bestätigt im Beitrag daraufhin auch, dass derartige Chats von Pädophilen missbraucht werden können - theoretisch natürlich. Mit dem Suizidfall, um den es eigentlich geht, hat das natürlich rein gar nichts zu tun.Bei der Polizei wird noch ermittelt, gegenüber Übermedien teilte Staatsanwältin Julia Schweers-Nassif aber mit, dass der Junge zwar "wie gewöhnlich Computerspiele, u. a. auch Minecraft" genutzt habe, Hinweise für einen kausalen Zusammenhang zwischen PC-Spielen und dem Tod des Jungen gebe es im Moment aber nicht.
Auch RTL hat sich daraufhin zu dieser Angelegenheit geäußert und versucht, die Sache zu erklären: "Der kausale Zusammenhang zwischen dem Mobbing beim Online-Spiel und dem Suizid liegt nahe, eine Tatsachenbehauptung ist jedoch journalistisch nicht einwandfrei. Wir haben allerdings diesen tragischen Fall eher als Aufhänger genutzt, um konstruktiv ein Problembewusstsein für Computerspiele zu schaffen." Das ist eine nur sehr schwache Rechtfertigung für die Spekulation.
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