EZCast Beam H3: Low-Cost-Projektor mit einigen Vorzügen

Projektoren gibt es in allen Preisstufen und Variationen - erst vor kurzem stellte unser Kollege Timm Mohn mit dem XGIMI Horizon Pro ein durchaus hochpreisiges Gerät vor. Beim EZCast Beam H3 handelt es sich im Gegenzug um ein absolutes Einsteigergerät mit deutlich weniger Helligkeit. Dafür bekommt man bereits eine Full-HD-Auflösung, die bei Geräten in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist. Ähnlich wie bei anderen Projektoren wird die WiFi-Funktionalität über einen Dongle realisiert, welcher zu Beginn in das Gerät geschoben wird. Erfreulicherweise unterstützt der Dongle 5 GHz WLAN-Netzwerke. EZCast pflegt das Betriebssystem des Projektors: Kaum mit WLAN verbunden, kann ein Firmware-Update heruntergeladen werden. Es wäre wünschenswert, dass über zukünftige Updates die Performance der Menüs langfristig verbessert wird: Aktuell ist dieses leider eher träge.

Durch die 200 ANSI-Lumen eignet sich der Projektor vor allem für die Betrachtung von Inhalten in abgedunkelten Räumen. Im Gegensatz zu lichtstärkeren Beamern ist es für den Genuss von Filmen und Serien notwendig, den Raum völlig abzudunkeln. Ist dies geschehen, kann das Bild des Beam H3 überzeugen: In Dunkelheit gedrehte Szenen, wie etwa der Beginn der zweiten Staffel "Humans", bleiben erkennbar und können - ganz ohne weitere Farbkalibieriungen - durch satte Farben überzeugen. Die Full-HD-Auflösung kann in diesem Zusammenhang punkten und hebt den Gesamteindruck des Projektors.

Getrübt wird besagter Eindruck bzw. der Filmgenuß durch den Lüfter: 37,3dB während Projektionen sind durchaus hörbar. Verwendet man den Beam H3 als Bluetoothspeaker, verringert sich die Lautstärke auf 14,8dB. Die Verwendung als Bluetooth-Box kann allerdings nicht empfohlen werden: Der 5 Watt Lautsprecher ist eher eine Notlösung, die verwendet werden sollte, wenn wirklich kein anderes Ausgabegerät verfügbar ist. Lautspecherton und Lüftergeräusch zusammen ergeben leider eine Geräuschkulisse, die dem geworfenen Bild nicht gerecht wird.

Bei einem Preis von 135 Euro, der sich aber zwei Monate nach Einführung (also zum Oktober) erhöhen wird, sollte jedem klar sein, dass Kompromisse eingegangen werden müssen. Zu denen zählen ganz klar die Lautsprecher und der Lüfter, aber auch das Betriebssystem des Gerätes. Sieht man über diese drei Eigenschaften zähneknirschend hinweg und behilft sich bspw. mit einer Android TV-Box, externen Lautsprechern bzw. Kopfhörern und nutzt den Projektor vor allem im Dunkeln und/oder für Cartoons, kann man mit dem EZCast Beam H3 viel Spaß haben. Der Projektor ist u.a. über Amazon verfügbar, die Möglichkeit zum Ausprobieren im lokalen Elektrofachmarkt dürfte eher unwahrscheinlich sein.

Vorteile

  • Sehr günstig in der Anschaffung
  • In abgedunkelten Räumen trotz 200 ANSI Lumen recht hell
  • Full HD-Auflösung
  • Positionierungshilfe im Lieferumfang
  • Bluetooth & WLAN (5GHz) mit an Bord
  • USB-C Anschluss

Neutral

  • Lüfter im Stand-alone Betrieb zu laut
  • Helligkeit stark von Umgebungslicht abhängig
  • Nicht zum Arbeiten oder für Präsentationen geeignet

Nachteile

  • Piepsiger Speaker
  • Menüs langsam


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