JBL Bar 9.1: Soundbar mit abnehmbaren Surround-Lautsprechern

In Zeiten von Heimkino-Premieren gewinnt die technische Ausstattung zu Hause immer mehr an Bedeutung. Zu einem Kinoerlebnis in den eigenen vier Wänden trägt aber nicht nur der Fernseher oder Beamer bei, sondern auch das passende Soundsystem. Eine Möglichkeit, den meist eher scheppernden Ton von Multimedia-Geräten auf eine neue Ebene zu bringen, ist die JBL Bar 9.1. Die Soundbar eignet sich besonders für Fernseher ab 50 Zoll, da sie bei jenen bündig mit den Seiten des Fernsehers abschließt. Bei größeren Geräten fällt die Soundbar, abseits vom Ton, gar nicht weiter auf.

Der besondere Clou an dem System sind die abnehmbaren Surround-Lautsprecher. Gerade Menschen, die nicht den Platz im Wohn- oder Schlafzimmer haben, um dauerhaft zwei Lautsprecher aufzustellen, können die Surrounds, während die Soundbar nicht verwendet wird, platzsparend an die Soundbar anschließen. In diesem Modus wird über die zwei Lautsprecher dennoch Ton wiedergegeben. Ihr volles Potenzial entfalten die Surrounds allerdings erst, wenn man sie abnimmt und im Raum platziert. Um ein auf die individuellen räumlichen Gegebenheiten angepasstes Soundbild abliefern zu können, führt man über die Soundbar eine zweiteilige, völlig automatisch ablaufende Messung durch. Im Zuge dessen optimiert die JBL Bar 9.1 den Tonmodus, sodass ein optimales Sounderlebnis ermöglicht wird. Normalerweise ist dies in wenigen Schritten erledigt, allerdings kann die Soundbar, wenn der Raum Besonderheiten bietet, diese erkennen, und die Messung vielfach wiederholen, bis das gewünschte Ergebnis erreicht wird. Der Nutzer muss sich dabei um nichts kümmern. Mehrmalige, automatisch Wiederholungen sind nicht oft der Fall: Bei unserem Kollegen Timm Mohn hat die Soundbar nur im Schlafzimmer mit dem intrigierten Mikrofon die Töne länger als einen Durchgang gemessen. Um ein optiomales Soundbild zu ermöglichen, sollte man keine Pflanzen oder ähnliches im Tonweg stehen haben. Besagtes Schlafzimmer verfügt über eine Leinwand. Diese wurde wahrscheinlich von der JBL Bar 9.1 als Gegenstand erkannt und im Tonbild berücksichtigt.

Die beiden Surround-Lautsprecher kommen jeweils mit einem Akku daher. Je nach Lautstärke kann deren Laufzeit kürzer bzw. länger ausfallen. JBL selbst gibt für die Surrounds 10 Stunden Akkulaufzeit an. Wer nicht gerade einen Harry Potter-Marathon startet möchte, dürfte diese aber kaum ausreizen. Für solche Gelegenheiten empfiehlt es sich, die Surrounds dauerhaft mit Strom zu versorgen. Dies ist über ein MicroUSB-Kabel möglich. Obwohl die Soundbar 2020 auf den Markt kam, setzt man hier leider nicht auf USB-C. In vielen Kundenkommentaren wird der interne, nicht austauschbare Akku der Surround-Lautsprecher angeprangert, da dieser im Laufe der Zeit seinen Dienst quittieren könnte und/oder die Laufzeit kürzer werden kann. Gesetzt des Falles würden die beiden Einheiten trotzdem nicht zu einem Wegwerf-Produkt werden, da die Lautsprecher dauerhaft über ein Micro-USB-Kabel mit Strom versorgt werden können. Sollte der interne Akku folglich mal die Grätsche machen, können die abnehmbaren Surround-Speaker weiterhin am Netz betrieben werden.

Satter Klang

Auch wenn die Soundbar den Ton über die Surrounds kalibriert, kann man die verschiedenen Pegel individuell einstellen. Dies ist über die Fernbedienung der JBL Bar 9.1 möglich. Diese kommt mit Buttons für das Bass- und Surround-Level daher und bietet selbstverständlich auch eine Taste, um die Gesamtlautstärke zu erhöhen oder zu reduzieren. Die Fernbedienung kennt man in etwas reduzierter Form von der JBL Bar 2.1 Deep Bass. Besagte Soundbar ist ein gutes Stichwort: Auch wenn die JBL Bar 9.1 kein "Deep Bass" im Namen trägt, bietet der 300 Watt Subwoover auf jeden Fall sehr viel Power und einen raumerfüllenden Bass. Gerade Schockwellen im Filmen oder andere wuchtige Effekte werden imposant untermalt.

Mit an Bord sind einige, aber nicht alle Features, die man von smarten Soundbars kennt: JBL verzichtet auf den Google Assistant. Über jenen könnte man bspw. eine Netflix-Wiedergabe mit Hilfe eines Sprachbefehle starten. Das Fehlen des Google Assistant kann aber auch durchaus Vorteile haben: In seltenen Fällen wird der Sprachassistent durch Dialoge in Filmen oder Serien getriggert, sodass man ihn bei Audiosystemen mit Google Assistant vor einem Film vorausschauend deaktiviert. In diesem Fall würden dann bspw. vier farbige LEDs aufzeigen, dass das Mikrofon und somit der Google Assistant deaktiviert ist. Je nach persönlicher Vorliebe können diese LEDs einen störenden optischen Reiz im Heimkino darstellen. Bei der JBL Bar 9.1 muss man sich hierum keine Gedanken machen: Zwar lassen sich Inhalte bspw. casten, auf einen Sprachassistenten wurde aber erfreulicherweise verzichtet.

Oftmals sind Komplettsysteme teurer, als wenn man sich die einzelnen Elemente zusammenkauft. Bei der JBL Bar 9.1 ist dies nicht der Fall. Im letzten Jahr hat sich unser Kollege Timm Mohn ein Harman Kardon System zusammengekauft. Den Anfang machte die Multibeam 700 für aktuell um die 500 Euro. Es folgten der aktuell 700 Euro kostende Subwoover und die Surrounds. Letztere wechseln für 449 Euro den Besitzer. Bereits mit der Soundbar und den Surrounds hat man den Amazon-Preis der JBL Bar 9.1 erreicht. Natürlich kann man auf Schnäppchen-Jagd gehen und sich die Geräte möglichst günstig holen, allerdings muss man dann entweder mit Kompromissen, bspw. unterschiedlichen Farben, oder langen Wartezeiten leben. Mit der JBL Bar 9.1 erhält man ein komplettes System, welches auch garantiert farblich aufeinander abgestimmt ist. Der JBL Bar 9.1-Subwoover bietet zudem 100 Watt mehr Leistung, als es beim größten Harman Kardon Citation Subwoover der Fall ist. Die JBL Bar 9.1 gibt es beim Hersteller direkt für 999 Euro. Während der Refurb-Store von JBL gerade keine Angebote hat, kann man auf Amazon gut 100 Euro sparen. Eine Lieferung zu Weihnachten könnte aber knapp werden.

Vorteile

  • Dolby Atmos- & DTS:X-Support
  • Chromecast / Airplay mit an Bord
  • Kein Google Assistant
  • Eindrucksvolle Tonbühne
  • Abnehmbare Lautsprecher, die im Raum verteilt werden können
  • Surrounds können dauerhaft mit Strom versorgt werden
  • Subwoover leistungsstark (300 Watt Ausgangsleistung)
  • Komplett-System, vergleichsweise günstig

Neutral

  • Smart Modus muss nach jedem Neustart manuell deaktiviert werden
  • Keine Bluetooth-Fernbedienung
  • Akkulaufzeit der Surrounds von Lautstärke abhängig
  • Surrounds werden nur geladen, wenn die Soundbar im Standby ist

Negativ

  • MicroUSB statt USB-C an den Surrounds

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Ich stand vor Monaten vor der Wahl zwischen der JBL 9.1 und der LG SN11RG. Es ist dann die LG geworden. Mit Akku Lautsprechern hatte ich ein schlechtes Gefühl, und gab wohl diverse Probleme bei Usern. Verbindungsverlust, Akku Defekt, Soundbar überhitzt. Die JBL hat auch leider nur 1 HDMI Eingang, und keine seitlichen Lautsprecher (5.1.4 vs. 7.1.4) durch die abnehmbaren Seitenlautsprecher.
Bin mit der LG richtig zufrieden (nur Bass könnte bei Musik etwas besser sein, und diverse Sound-Modi sind Schrott), nachdem zuvor alle neuen Samsung Soundbars Probleme machten, z.B. Tonaussetzer. Leider ist der Markt mit guten Atmos Soundbars sehr rar gesäht.
 
@CrazyWolf: Ich hab exakt das selbe Dilemma gehabt.
Konnte die JBL beim Media Markt testen, Musik klang ziemlich gut aber die hatte schon in dem Testraum Verbindungsprobleme mit den Rears.
Habe mich dann für die LG DSP11RA entschieden und bin mit Dolby Atmos sehr zufrieden. Die Soundmodi sind in der Tat für die Tonne, ich nutze nur Musik und Cinema (wenn kein Atmos Signal anliegt).
Mit der Cashback Aktion von LG war die Soundbar dann auch quasi genauso Teuer.
Das aktuell beste Dolby Atmos System sind wohl die Sony HT-A9, aber mit 2600€ inkl. Subwoofer dann doch etwas zu hochpreisig.
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