Kartellamt warnt: Mit diesen Tricks arbeiten viele Vergleichsportale

Seit Jahren hat das Kartellamt Vergleichsportale im Visier und kritisiert dabei auch immer wieder die Praktiken, mit denen unaufmerksame Nutzer übervorteilt werden. Jetzt hat das Amt einmal mehr eine Warnung ausgesprochen: Verbraucher sollen bei der ... mehr... Logo, Deutschland, Bundeskartellamt Bildquelle: bundeskartellamt.de Logo, Deutschland, Bundeskartellamt Logo, Deutschland, Bundeskartellamt bundeskartellamt.de

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So undurchsichtig eigenständige Portale wie Geizhals PVG, Computerbase PVH powered by Geizhals und heise PVG powered by geizhals? Ich finde diese Auswertung bringt den Verbrauchern ohne konkrete Nennung echt nur sehr wenig.
 
@DRMfan^^: Umfang der bei der "Preisvergleich Internet Services AG" (auch bekannt als Geizhals) angebotenen Dienstleistungen:
Versicherungen und Hotels: nicht vorhanden
Bereich Energie: nicht vorhanden
Telekommunikationstarife: nicht vorhanden
Reiseportale: nicht vorhanden
Bewertungen bei Geizhals: von allen erlaubt
Tarifrechner: nicht vorhanden
Wie kommst du also darauf dass Geizhals gemeint sein könnte?
Das oben ist eine allgemein gehaltene Einschätzung des Bundeskartellamts, auf was Verbraucher achten sollten, wenn sie ein Vergleichsportal (egal welches) besuchen. Wenn keine der Warnungen zutrifft, weil die entsprechende Dienstleistung zum Beispiel gar nicht angeboten wird, muss man selbstredend auch nicht darauf achten.
 
@Breaker: Wie "undurchsichtig" die gefundenen Probleme subjektiv wirklich sind, lässt sich einfach nicht einschätzen. Wenn das Kartellamt monatelang recherchiert, dass es Portale mit selber Datenbasis gibt und die Verbraucher warnt "Achtung sowas kommt vor", dann kann man wohl kaum erwarten, dass jeder Verbraucher selber nochmal recherchiert, welche Plattformen sich eine Datenbasis teilen.
Mein Beispiel dient dazu diesen Teil der Warnungen beispielhaft herauszugreifen, um den geringen Wert dieser so vagen Aussagen exemplarisch darzustellen. Auch welche Anbieter überhaupt "wichtige Anbieter" sind, wo und wieso sie außen vor gelassen werden usw..
Natürlich stellt das Untersuchungsergebnis nur eine Momentaufnahme da und diese kann morgen ein Unternehmen "inspiriren" die Tricks zu übernehmen. Daher ist es natürlich auch sinnvoll, generell davor zu warnen. Wenn man aber schon Rechercheergebnisse hat, die auf Steuerkosten erstellt wurden, dann sollten diese auch allgemein zur Verfügung stehen.
 
@DRMfan^^: Oh, ok, daher die Verwirrung. Entschuldige, das liegt wohl mit zum Teil an uns, die vollständigen Rechercheergebnisse waren für die News unerheblich und wurden daher auch nicht direkt verlinkt, sind aber dennoch für die Allgemeinheit einsehbar, inklusive der getesteten Unternehmen. Im Link zur Quelle oben einfach (fast) ganz runterscrollen und da auf "Den vollständigen Bericht zur Sektoruntersuchung Vergleichsportale finden Sie hier." klicken (https://www.bundeskartellamt.de/SharedDocs/Publikation/DE/Sektoruntersuchungen/Sektoruntersuchung_Vergleichsportale_Bericht.html?nn=3591568).
 
@Breaker: Oh, danke. Da mehrere Quellen nur ähnlich wie ihr die Zusammenfassung nennen ging ich davon aus, dass auch die Veröffentlichung nur darin bestand ...
 
Das ist nicht nur bei Vergleichtsportalen so. So wird das im eCommerce bei den meisten Großen seit Ewigkeiten gemacht.
 
Ich kann ehrlich gesagt keinen Unterschied feststellen zwischen einem "Vergleichsportal" und einem Gemischtwarenhändler, wenn ich mir z. B. in der Glotze die Spots von Check24 ansehe. Ist das nun ein Vergleichsportal, oder verkaufen die quer durch die Bank allen möglichen Mist? Ich dachte immer, sowas wäre einfach nur dazu da, dass ich einen Suchbegriff eingebe, und dann kriege ich eine Liste mit Anbietern und Preisen, fertig.
 
@DON666: Richtig, du erhältst eine Liste mit Anbietern und Preisen. Jetzt wäre es natürlich schon schön, wenn die Liste möglichst vollständig wäre, und die Liste zudem in der richtigen Reihenfolge sortiert wäre. Bisher scheint es aber beispielsweise wohl eher so, dass selbst bei Sortierung "Günstigste zuerst" nicht unbedingt der günstigste oben steht, sondern der, der dem Portal am meisten zahlt, um eben da oben zu stehen.
Wobei ich mir bei Check24 nicht mal mehr sicher bin ob die noch als Vergleichsportal zählen, imho verkaufen die doch da inzwischen auch ihre eigenen Produkte? Bin mir da aber nicht sicher.
 
@Breaker: Das ist im Prinzip schon klar, ich wollte halt darauf hinaus, dass - zumindest für mich - eher so wirkt, als würden die den ganzen Kappes selbst verkaufen. Aber das passt ja scheinbar zur Intransparenz dieser Branche.
 
Naja wer glaubt das solche Portale zu Gunsten des Kunden arbeiten, oder Userbewertungen aussagekräftig sind, der glaubt auch an den Weihnachtsmann und Osterhasen ;p
 
@serra.avatar: das Kartellamt hast festgestellt dass man aufpassen soll wer oben steht und nicht das Angebot als solches.

Da du ja der Meinung bist dass ich dort als Kunde nur verarscht werde, kannst du mir sicher mitteilen wo es eine Aufstellung aller Stromanbieter inklusive der Tarife gibt. Es mag sein dass nicht alle Anbieter dort auftauchen. Aber wenn "mein" lokaler Anbieter pro Jahr 100€ teurer ist als der, der dort auf Platz 1 gelistet ist, dann wird es sicher keinen geben der noch einmal 100€ günstiger ist. Und wenn es ihm doch gibt, wo kann ich den finden?
 
@wieselding: Zum Beispiel auf der Anbieterseite selbst? Jetzt mal unabhängig von der Beeinflussung der Suchergebnisse: Selbst wenn die Ergebnisdarstellung vollkommen unbeeinflusst wäre, wäre dies kein Garant dafür, den für dich günstigsten Anbieter dort zu finden. Und das trifft auf absolut jedes Suchportal zu. Im Bereich der Versicherungen ist z.B. - wenn ich es gerade richtig im Kopf habe - die HUK Coburg oder HUK 24 so ein Beispiel, die taucht bei den Vergleichsportalen auch nicht auf - weil sie es nicht wollen.
Das ist aber auch Teil von Medienkompetenz: Ich kann/darf/sollte nicht darauf vertrauen, dass ein Angebot lückenlos und vollständig ist. Und wenn es das nicht ist, sollte ich mich IMMER informieren, was es noch in Ergänzung gibt. Das ist aber keine Schuld jener Suchportale - im Gegensatz zur Manipulation der Suchergebnisse. Für mich klingt das leider mal wieder zu sehr nach: "Die haben mir alles vollumfänglich zu liefern und ich möchte gar keine Verantwortung mehr für mein eigenes Verhalten übernehmen".
 
@LostSoul: also soll ich jetzt schätzungsweise 1000 verschiedene Energieversorger (Achtung, keine Ironie) ergoogeln, die anfragen wie der Tarif für meine PLZ lautet und nach ca 5 Wochen suche ich mir den günstigsten raus? Das ist genau so blödsinnig. Schön wäre es ja wenn es ein Portal aller Energieversorger geben würde. Nur da haben ja das deutsche Kartellamt was dagegen. Man ist ja eh gegen alle Zusammenschlüsse. Eine Mediathek aller deutschen Sender wurde ja auch geblockt. Stattdessen guckt man zu wie ein Gigant den anderen frisst und lässt gewähren, siehe Disney.
 
@wieselding: Du vermengst hier Dinge miteinander. Daher mal im Einzelnen:
1. Doch, das kannst bzw. müsstest du. Natürlich wäre es schön, ein vollumfängliches Portal zu haben. Aber es gibt ohnehin keine Möglichkeit die Vollständigkeit sicher zu stellen - insofern bleibt es immer an dir, sich ergänzend zu informieren oder mit einer begrenzten Informationsmenge zu leben. Die Frage ist, in welchem Umfang du bereit bist, ein Preisrisiko zu tragen - entsprechend viel Mehraufwand kannst du eben investieren oder es lassen. Und wie gesagt: Das gilt für absolut jedes Suchportal: Auch Gezhals und Co. suchen dir nicht den besten Preis raus, sondern nur den besten ihnen bekannten Preis. Dein lokaler Händler könnte trotzdem 10 Euro günstiger sein. Auch hier kannst du dir die Frage stellen: Informiere ich mich über den aktuellen Preis aller 126.423 Einzelhändler in DE, die das Produkt anbieten?

2. Das Kartellamt hätte nicht gegen ein reines Preisübersichtsportal - es hätte was gegen Preisabsprachen. Die Anbieter selbst würden hingegen ihrerseits etwas gegen ein solches Portal haben, da sie damit ja quasi "im eigenen Haus" auf Mitbewerber hinweisen und ggf. sogar offen zeigen, dass jemand drittes günstiger ist. Die meisten Anbieter wären auch nicht bei Verivox und Co. vertreten, wenn es sie nicht schlicht Kunden kosten würde, NICHT dort vertreten zu sein, da sie sonst gar nicht gefunden würden - eben weil viele Verbraucher mittlerweile eben nicht mehr über eigene Suchen ihren Anbieter finden, sonder jene Portale nutzen. D.h. du bist du - oder du wirst nicht gefunden. Die Gefahr die durch ein Portal der Anbieter gegeben wäre ist hingegen, dass diese hier z.B. Marktanteile oder Preis besprechen und vereinbaren würden. DAS wäre ein kartellrechtliches Problem.

3. Insofern greift eben auch das Mediathkenbeispiel nicht. Denn hier fand kein Vergleich von Leistungen statt, sondern die Aggregation von Leistungen, die im Konkurrenzkampf zu anderen Marktanbietern stehen. Vollkommen andere Situation. Dazu kommt, dass insbesondere bei ÖR sowieso eine besondere Wettbewerbsituation gegeben ist.
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