Project Mu: Microsoft gibt der Welt ein verbessertes UEFI zurück

Jetzt ist es auch wirklich ganz offiziell: Microsoft hat die Veröffentlichung der UEFI-Firmware, die unter anderem in den Surface-Systemen zum Einsatz kommt, in ein Open Source-Projekt überführt. Unter dem Namen "Project Mu" soll die Öffentlichkeit ... mehr... Surface Pro, Surface Pro 6, Microsoft Surface Pro 6, Surface Headphones, Surface Studio 2, Surface Laptop 2 Bildquelle: Microsoft Surface Pro, Surface Pro 6, Microsoft Surface Pro 6, Surface Headphones, Surface Studio 2, Surface Laptop 2 Surface Pro, Surface Pro 6, Microsoft Surface Pro 6, Surface Headphones, Surface Studio 2, Surface Laptop 2 Microsoft

Diese Nachricht vollständig anzeigen.

Jetzt einen Kommentar schreiben
 
Na, dass klingt doch wirklich mal gut.
 
Die MS Kritiker wollen aber viele gute Dinge oft nicht wahrnehmen ;-)
Viele heutige Standards kamen schon aus Redmond.
 
@Postman1970: Kann ich nicht bestätigen. Ich bin MS Kritiker. Ich halte nichts von proprietären Betriebsystemen (Windows), von proprietärer Produktivitätssoftware (Office), von proprietären Dateiformaten, von Telemetrie (Windows 10 ganz besonders), unzureichender Kontrollierbarkeit durch User (Windows 10 Update), Opt-Out-Ansatz bei Funktionen, die potentiell sensible Daten übermitteln, und diese Liste könnte ich endlos fortsetzen.

Aber die Unterstützung von Free Software auf Firmware-Ebene ist eine gute Sache für alle, die ich auch wahrnehme.
 
@dpazra: Open Source Software ist sicher eine feine Sache, aber man kann nicht von allen kommerziellen Herstellern erwarten dass sie ihre Geschäftsgeheimnisse aus lauter Idealismus veröffentlichen.
Nicht jedes Unternehmen will das, und deren Entscheidung muss man genauso respektieren.
Ich persönlich finde aber vor allem freie Standards und (Datei-)Formate wichtig, gerade dort wo viele verschiedene Anbieter darauf setzen können.
 
@moribund: Was man erwarten kann und was nicht, das muss schon jeder für sich selbst entscheiden. Ich erwarte gewisse Freiheiten, Kontrollmöglichkeiten und eine gewisse Unabhängigkeit, wenn ich mich für meine Werkzeuge entscheide, deshalb erwarte ich freie Software. Nichtkommerzielle und kommerzielle Hersteller proprietärer Software fallen bei mir raus, kommerzielle und nichtkommerzielle Hersteller freier Software bleiben im Rennen.

Ich toleriere natürlich notgedrungen die Entscheidungen von Herstellern, ihre Software proprietär zu lizensieren. Aber selbstverständlich boykottiere ich sie dafür.
 
@dpazra: Was man erwarten kann und was nicht, das kann nicht jeder für sich selber entscheiden, weil so etwas aus dem gesellschaftlichen/sozialen Kontext entspringt. Dazu gehören mindestens zwei Personen und die externen Faktoren wie soziales Umfeld usw...
Du gehst mit einer sehr naiven Vorstellung an die Welt. Sehr schön, wenn du "nichtkommerzielle und kommerzielle Hersteller proprietärer Software" nicht magst usw... Aber du benimmst dich wie ein Veganer "Ey ich bin sowas von ein besserer Mensch als ihr, weil ich keine Tiere esse und Peace und so". Super du magst kein Fleisch, andere mögen Fleisch, benötigen Fleisch für ihre ausgewogene Ernährung und teilen nicht deine sehr spezielle und fragwürdige Einstellung nicht.
 
@Gelegenheitssurfer: Ich präzisiere: Ich entscheide darüber, was ich von einem Produkt erwarte bevor ich dessen Nutzung in Betracht ziehe.

Ich wüsste gerne, was an meinen Vorstellungen naiv ist. Für naiv hielte ich es, meine persönlichen Daten in eine Blackbox zu geben oder meine Prozesse von einem Produkt abhängig zu machen auf dessen zukünftige Entwicklung ich keinerlei Einfluss nehmen kann.
Frag mal einen Entwickler von Casual Games/animierten Webanwendungen wie er den derzeitigen Marktwert seiner Flash-Kenntnisse oder den zukünftigen Nutzen der für Flash entwickelten Komponenten seines Studios einschätzt. Adobe hat den Stecker gezogen und eine freie Implementierung der Umgebung wird es nicht geben, die Geheimnisse behält Adobe. Wer z.B. Software mit Abhängigkeiten an TCL/TK geschrieben hat (1988) muss sich keinen Kopf machen, die Software wird heute noch gewartet und da gibt es niemand, der den Stecker ziehen kann.
Mit der Entwicklung von Windows und Office scheinen ja einige Leute nicht so glücklich zu sein (Zwangsupdates, Werbung für Microsoft-Dienste, Bündelung mit Microsoft-Diensten, Pushen des Software-As-A-Service-Modells). Diejenigen, die sich an gewissen Entwicklung um MySQL und OpenOffice störten, konnten diese Software forken und heute sind MariaDB und LibreOffice sehr aktive Projekte. Abhängigkeit von proprietärer Software bedeutet "Friss oder stirb". Das dafür nötige blinde Vertrauen ist der Gipfel der Naivität.

Das Veganer-Beispiel hat mich übrigens sehr erheitert. Ich benehme mich vermutlich wie dieser eine Veganer, der eine, den man aus den lustigen Witzen über Veganer, wie z.B. "Woran erkennt man einen Veganer? Er wird es dir von selber erzählen!", kennt. Den habe ich leider noch nicht getroffen. Ich habe immer nur die Veganer getroffen, die von ihrem Veganismus nur auf Nachfrage erzählten, wenn nicht irgendein Dritter schon eine nebenbei Bemerkung darüber fallen lies, die ihn als Veganer zu erkennen gab.
Aber wenn ich diesen einen Veganer eines Tages mal treffe, spreche ich ihm auf jeden Fall meinen Respekt aus. Es ist sehr viel ehrenwerter eine moralische Überzeugung zu haben und sich auch sozial dafür einzusetzen, als sie einfach nur für sich selbst zu haben. Genauso respektiere ich den Umweltschützer mehr, der auch auf die Antikohle-Demo geht, anstatt einfach nur für sich zu der Überzeugung zu kommen, dass das Klima schützenswert ist.

Genauso versagt das Beispiel übrigens in dem Punkt des "Mögens und Nichtmögens". Ich kenne keinen Veganer, der aus Geschmacksgründen Veganer ist. Genauso wenig, habe ich jemals das Argument gehört, man solle freie Software nutzen, weil Gnome und KDE so hübsch sind. Das dürfte es auf der proprietären Seite eigentlich auch nicht geben, denn ein Windows-User muss ja eh Luna nehmen, wenn es Luna gibt, Aero Glass, wenn es Aero Glass gibt und Metro, wenn es Metro gibt.
 
Das ist eine sehr gute Nachricht. Die Qualität von UEFI Implementierungen (wie auch schon damals beim BIOS) lässt des öfteren sehr zu wünschen übrig. Firmware As A Service finde ich in Ordnung solange die Firmware freie Software ist. Ich hoffe, wie ich es damals schon bei Intels Unterstützung von TianoCore hoffte, dass dem U in UEFI durch solche Projekte ein wenig besser Rechnung getragen werden kann und durch die Verwendung einer gemeinsamen Basis durch unterschiedliche Hersteller dafür gesorgt werden kann, dass man in Zukunft weniger Überraschungen im Firmware-Bereich erlebt.
 
@dpazra: Du kannst das UEFI eines auf dem freien Markt verfügbaren Boards aber mit diesem hier für ein Fertigprodukt nicht wirklich vergleichen. Ich hab das ja auch auf meinem Surface, der Screenshot im Artikel zeigt dir bereits Alles (!), was man im gesamten UEFI-Setup einstellen kann. Mit dieser extrem eingeschränkten Anpassbarkeit und nur zu einer handvoll bekannter Systeme kompatibel, ist es keine allzu große Aufgabe, ein fehlerfreies UEFI auf die Beine zu stellen.

Auf einem Board mit 50 Schnittstellen, nicht vorhersagbarer individueller Hardwarekonfiguration, und mit >100 Einstellungen Takt, Spannungen etc. die der Nutzer anpassen kann, sieht das vollkommen anders aus.
 
@mh0001: Wie gesagt, ich denke eher an eine Zusammenarbeit bei der Basis, bei der Oberfläche werden die Hersteller ohnehin ihre eigenen Akzente setzen wollen. Aber wichtig ist z.B., dass die Booteinträge immer respektiert werden (ich erinnere mich an ein Sony-Laptop, dass einfach alle Änderungen an den UEFI Boot Entries ignorierten und immer nur die Datei aus einem konkreten Pfad geladen hat), dass das Secure Boot Key Management (eigene Keys Keys einfügen, vorhandene Keys löschen) funktioniert, dass überhaupt die Secure Boot Implementation überprüfbar ist usw., dass die ACPI-Implementation funktioniert usw., also sehr grundlegende Punkte.

Es ist übrigens durchaus machbar eine gemeinsame Codebasis für sehr diverse Hardwareplattformen zu verwenden. Das beste Beispiel ist der Linux-Kernel: Von Computern, die kleiner als ein Raspberry Pi sind, über Router, Fernseher, eingebette Systeme, maßgeschneiderte Industriesysteme, PCs, Webserver, Smartphones, Tablets bis hin zu Supercomputern wird er überall eingesetzt, obwohl hier die Hardwarediversität deutlich größer als zwischen verschiedenen PC-Mainboards sein dürfte.
 
Irgendwie kommt mir MS zur Zeit sehr seltsam vor :) Die Änderungen in der Firmenpolitik sind ja schon fast nicht mehr normal. Vom Saulus zum Paulus ?
 
Eine der wichtigsten Fragen bleibt leider ungeklärt, wie viele Rechte verglichen mit dem bisherigen UEFI/Secure Boot räumt sich Microsoft (mehr) ein?

Der bisherige "Standard" ließ es zu, z.B. das Schlüssel, Zertifikate, Bootloader verändert, getauscht oder gesperrt werden können, der Platform Key fremd kontrolliert ist und, und, und…
Unterm Strich hat Microsoft >>vollen<< Zugriff auf jeden Rechner (Hardware und Software), wobei es egal ist welches BS darauf läuft.

Das Microsoft jetzt in Altruismus macht ist so unglaubhaft wie irgendwas!
Also, was hat sich Microsoft ausgedacht, zum wohle der Nutzer, diese weiter zu enteignen/fremd zu bestimmen?
 
@Gast11962: "Das Microsoft jetzt in Altruismus macht ist so unglaubhaft wie irgendwas!
Also, was hat sich Microsoft ausgedacht, zum wohle der Nutzer, diese weiter zu enteignen/fremd zu bestimmen?"

Sehr gute frage, aber vielleicht bist du einfach nur paranoid.
 
@Alexmitter: Das freut mich, wenn du mich paranoid nennst, aus deiner "Feder" ist das eine Bestätigung, beinahe hebt das meine Befürchtung als Bewiesen.

Apropos Bewiesen, gilt auch und ganz besonders für Windows 10, so richtig spannend ab 6.4 Risiken und Herausforderungen:

https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/BSI/Publikationen/Studien/SUSIv8/SUSIv8.pdf?__blob=publicationFile&v=3
 
@Gast11962: Gähn
 
SaaS ah dann darf ich je teile des UEFI nur als Abo nutzen. Top Entwicklung, nicht.
 
@Menschenhasser: Artikel gelesen?
 
@Alexmitter: Ja: Firmware as a Service
 
@Menschenhasser: Lass mich mal die Theorie aufstellen das du diesen begriff miss interpretierst.
Microsoft wollte ein Modulares Offenes Uefi haben damit es einfacher an die Endgeräte angepasst werden kann, was auch das Menü Layout betrifft.
Der Service ist in diesem fall die Modularität und Anpassbarkeit in house.
 
@Menschenhasser: Project Mu steht unter BSD-Lizenz d.h. du darfst damit alles tun, was du willst. Einschränkungen darüber, wie du als Endkunde die Software nutzen darfst, gibt es nur bei proprietärer Software.
 
@dpazra: Dadurch kann der Hersteller aber leider auch festlegen welche Hardware du nutzen darfst und welche die über zusätzlichen kosten erst gestartet werden darf.
 
@Menschenhasser: Das kann der Hersteller vielleicht bei einer proprietären Firmware machen. Aber da dieses Projekt freie Software ist, könnte das Repository einfach geforkt und ohne solche Limitationen neukompiliert werden.

Solcherlei künstliche Beschneidungen der Nutzerrechte erfordern proprietäre Software um den Nutzer hilflos und abhängig zu lassen.
 
@dpazra: Er versteht es nicht da er sich auf diesen as a Service begriff festgesetzt hat und nun wirre Vorstellungen hat darüber ob er dann noch frei entscheiden kann was er an Hardware verwendet.
Kommentar abgeben Netiquette beachten!
Einloggen