EWE Energie baut weltweit größte Batterie in altem Salzstock
Der Oldenburger Energieversorger EWE will die unterirdischen Kavernen eines Salzstocks in eine Super-Batterie verwandeln. Nach dem Redox-Flow-Prinzip soll darin so viel Energie in einer Elektrolytflüssigkeit gespeichert werden können, dass die Millionenmetropole Berlin eine ganze Stunde lang mit Strom versorgt werden könnte.
Das Redox-Flow-Prinzip wurde Mitte des 20. Jahrhunderts in Deutschland entwickelt und findet in so genannten Flüssigbatterien bzw. Nasszellen Anwendung. Durch die Verwendung von Schwefelsäure und Schwermetallsalzen wie Vanadium gelten solche Flüssigbatterien bislang als gefährlich, umweltschädlich und für Großprojekte ungeeignet. Für die von EWE geplante Super-Batterie soll eine neue Erfindung von Forschern der Friedrich-Schiller-Universität Jena zum Einsatz kommen, die aber stattdessen mit in Salzwasser gelösten recycelbaren Polymeren auskommt.
Salzstock-Kavernen als Batteriekammern
Als unterirdische Speicher sollen alte Salzstöcke dienen, wie sie EWE Energie etwa aktuell im ostfriesischen Jemgum als Vorratsbehälter für Erdgas nutzt. Von acht aktuell verwendeten Kavernen mit jeweils etwa 100.000 Kubikmetern Volumen, sollen zwei für die geplante Flüssigbatterie verwendet werden. Diese soll eine Leistung von bis zu 120 Megawatt erreichen und bis zu 700 Megawattstunden speichern können. Da das dafür erforderliche Salz bereits vor Ort ist, müssten diese nur mit Wasser vollgepumpt werden, um die für die Batterie nötige Sole zu erzeugen. Die beiden großen Kavernen würden mit zusätzlichen Kunststoff-Polymeren angereichert, um dann als Mega-Zellen jede Menge Strom speichern zu können. Für das Aufladen der Batterie könnte etwa die Stromversorgung aus Windparks genutzt werden.Zusammenarbeit mit Jenaer Forschern
EWE hat sich für das geplante Projekt mit dem Namen brine for Power (kurz b4p) mit den Forschern der Friedrich Schiller Universität Jena zusammengetan, welche die neuartige Polymertechnik entwickelt haben. Laut Projektleiter Ralf Riekenburg sind noch einige Tests notwendig, bevor mit dem Bau der Mega-Batterie begonnen werden kann. Der Energieversorger geht aber davon aus, bis Ende des Jahres 2023 seine Kavernebatterie ans Netz bringen zu können. "Wenn alles funktioniert, kann dies den Speichermarkt beziehungsweise den Markt für Regelenergie grundlegend verändern", meint EWE Geschäftsführer Peter Schmidt.
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