Großschlag gegen Banking-Trojaner-Drahtzieher:
Europol meldet Erfolg
Bereits seit 2011 ermitteln die Behörden im Falle von sogenannten Banking-Trojanern wie "Spyeye", "Citadel" und "ICE IX". Nun ist einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe unter der Führung von Europol und Eurojust ein großer Schlag gegen die Drahtzieher diverser Schadsoftware-Entwickler gelungen.
Über 50 Personen wurden dabei in der vergangenen Woche festgenommen, wie Europol jetzt bekannt gab. Die Hauptverdächtigen stammen dabei aus der Ukraine und wurden in Kiew, Odessa, Karkiv und Dnipropetrowsk aufgespürt. Sie haben mit verschiedenen Mittelsmännern, teils über dubiose Firmenkonstrukte und mit Einbeziehung von unwissenden Dritten in den letzten Jahren über das Ausschnüffeln von Banking-Software Millionen verdient.
Zumeist gingen sie nach einem gleichbleibenden Muster vor: Zunächst lockten sie über Phishing-Mails ihre Opfer auf Seiten, auf denen ihnen Trojaner untergeschoben wurden. Waren die Schadprogramme erst einmal auf den Computern, spähten sie vor allem TAN-Codes aus. Mit Hilfe der abgefangenen TANs wurden dann Überweisungen ausgeführt.
Zumeist gingen sie nach einem gleichbleibenden Muster vor: Zunächst lockten sie über Phishing-Mails ihre Opfer auf Seiten, auf denen ihnen Trojaner untergeschoben wurden. Waren die Schadprogramme erst einmal auf den Computern, spähten sie vor allem TAN-Codes aus. Mit Hilfe der abgefangenen TANs wurden dann Überweisungen ausgeführt.
Phishing + Trojaner= unbefugte Überweisungen
Häufig kamen dabei Konten von Dritten mit ins Spiel, die die Gauner über Zeitungs-Annoncen für vermeintlich leicht verdiente Nebeneinkommen anlockten. Die Personen empfingen Gelder und häufig auch Waren und wuschen so die ergaunerten Gelder, ohne selbst in den Betrug eingeweiht zu sein.Noch nie da gewesener Erfolg
Nun soll der Ring der Trojaner-Nutzer damit vollständig zerschlagen sein, meldet Europol. Schon in den vergangenen zwei Jahren hatten sie Mitglieder der TAN-Diebe gestellt und verhaftet. Es sei ein bisher noch nicht da gewesener Erfolg gegen eine solche Bande. Allein das sichergestellte Material soll so umfangreich sein, dass es nun weitere Monate dauern wird, bis man zu einer Anklage kommen kann. Über 400.000 Spam-Mails sind dabei, plus Ermittlungsakten, die mittlerweile über 30.000 Seiten umfassen.Genaue Schadenshöhe noch ungewiss
Unter dem Namen "Mozart" hatten österreichische Fahnder die Ermittlungen ins Rollen gebracht. Seit 2011 wurden die Betreiber der Banking-Trojaner wie Spyeye, ICE IX und Citadel gesucht. Der Schaden soll sich auf mindestens 2 Millionen Euro belaufen, könnte aber laut der Staatsanwaltschaft Wien auch gut ein "zigfaches davon sein".
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