Gekaufte Bewertungen: Amazon verklagt Anbieter von Fake-Reviews
Produkt-Bewertungen auf Amazon sollen eigentlich die Meinungen von echten Käufern widerspiegeln, sie sind für viele Kunden längst ein entscheidendes Kriterium, um einer Kaufentscheidung näher zu kommen oder auch von einer abzuweichen. Doch man kann positive Bewertungen mit vier oder fünf Sternen auch kaufen, Amazon hat Anbieter einer solchen "Dienstleistung" nun verklagt.
Amazon geht gerichtlich gegen den (oder die) Betreiber von Seiten mit den recht eindeutigen Namen buyazonreviews.com oder buyamazonreviews.com vor, es ist das erste Mal, dass der US-amerikanische Versandhändler gegen gekaufte "Nutzer"-Reviews vorgeht, wie GeekWire berichtet.
Dennoch habe sich ein "ungesundes Ökosystem" entwickelt, das (gegen Bezahlung) "nicht authentische Tests" anbietet, so Amazon. Im Falle des Beklagten bestehe das Geschäftsmodell vollständig aus derartigen Fälschungen.
Die Kunden dieser Fake-Review-Seite haben aber nicht ausschließlich Fünf-Sterne-Wertungen bestellt. Einige haben explizit nur vier Sterne "bestellt", damit die Sache nicht auffliegt.
Kunden-Vertrauen
In der Klageschrift heißt es, dass es zwar nicht viele solcher Fake-Rezensionen gebe, diese aber das Vertrauen der Kunden sowie der Verkäufer und Hersteller in die Plattform unterwanderten, was die Marke Amazon trübe. Man verweist auf das strenge Verbot, Kunden-Bewertungen zu manipulieren und die eigenen Bemühungen, diese zu entfernen.Dennoch habe sich ein "ungesundes Ökosystem" entwickelt, das (gegen Bezahlung) "nicht authentische Tests" anbietet, so Amazon. Im Falle des Beklagten bestehe das Geschäftsmodell vollständig aus derartigen Fälschungen.
"Verifizierte Käufe" vorgetäuscht
Im aktuellen Fall geht es vor allem um angeblich "verifizierte Käufe": Dabei verschicken Anbieter leere Boxen an die "Tester", dadurch soll Amazon glauben, dass die Produkte tatsächlich gekauft und positiv aufgenommen worden sind. Das geht sogar so weit, dass einer der Fake-Tester gerügt worden ist, nachdem er sich beschwert hatte, dass er das Produkt nicht erhalten habe, so die Klageschrift.Die Kunden dieser Fake-Review-Seite haben aber nicht ausschließlich Fünf-Sterne-Wertungen bestellt. Einige haben explizit nur vier Sterne "bestellt", damit die Sache nicht auffliegt.
Thema:
Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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