Japan: Internet-Nutzung stieg nach Beben massiv
Hohe Zuwächse bei den Nutzerzahlen verzeichnete das Monitoring-Unternehmen NetRatings dabei nach eigenen Angaben vor allem bei Informations-Angeboten sowie bei Social Media- und Kommunikations-Plattformen. So griffen in den vergangenen Tagen rund 600 Prozent mehr Nutzer auf die Webseite von Skype zu, bietet doch die VoIP-Software des Unternehmens einen der billigsten Wege, um telefonisch mit Menschen in Japan in Kontakt zu bleiben.
Auch die Twitter-Seite wurde um rund ein Drittel häufiger aufgerufen, hieß es. Allerdings bietet diese Zahl nur einen Anhaltspunkt für die Nutzung des Mikroblogging-Dienstes, da insbesondere in Japan viele Nutzer von ihren Smartphones aus twittern und somit nicht in der Statistik von NetRatings auftauchen.
Der Streaming-Anbieter Ustream, über den Japaner Live-Bilder aus den Katastrophenregionen übertragen, hat seine Nutzerzahlen auf 1,4 Millionen in der Woche verdoppelt. Ebenso verdoppelt haben sich die Seitenabrufe bei der japanischen Wirtschaftszeitung 'Nikkei', die Nachrichten aus Japan auch auf englisch anbietet. Auch das Portal von Reuters verzeichnete deutlich gestiegene Zugriffe aus Japan und trug damit wesentlich dazu bei, die Bevölkerung vor Ort mit Nachrichten zu versorgen.
Einen besonders hohen Schub verbuchte NetRatings bei japanischen Wetterportal von Yahoo, in das auch die aktuellen Bebenwarnungen des Meteorologischen Dienstes Japans einfließen. Die Zugriffszahlen stiegen hier von 830.000 auf 2,9 Millionen pro Woche. Aber auch vom Energiekonzern Tokyo Electric Power Co. (TEPCO), der das havarierte Kernkraftwerk in Fukushima betreibt, erhoffen sich offenbar viele Menschen Informationen. Dessen wöchentliche Abrufzahlen sprangen von 500.000 auf 5 Millionen pro Woche nach oben.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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