Frankreich beschließt Steuer auf Online-Werbung
Google gilt in Sachen Online-Werbung als Marktführer und kann damit jedes Jahr mehrere Milliarden Euro einnehmen. Steuern zahlt das Unternehmen jedoch nur in den USA - alle anderen Staaten haben nichts vom Erfolg des Suchmaschinenbetreibers und anderen Unternehmen in dieser Branche. Frankreich will dabei nicht länger zusehen und plant deshalb die Einführung einer Sondersteuer. Ein Prozent des Betrags, für den man Werbung schaltet, soll abgeführt werden.
In der Begründung zum Gesetzesvorschlag heißt es, dass der Online-Werbemarkt derzeit der einzige ist, der nicht durch Steuern belastet wird. Allein mit Fernsehwerbung kann Frankreich jedes Jahr rund 70 Millionen Euro in Form von Steuergeldern einstreichen. Der französische Senat hat den Gesetzesentwurf bereits abgesegnet. Mit Widerstand wird jetzt nicht mehr gerechnet, berichtet 'Spiegel Online'.
Frankreichs Präsident Nikolas Sarkozy hatte Google in der Vergangenheit mehrfach kritisiert. Er stört sich daran, dass das Unternehmen den französischen Werbemarkt dominiert, die Steuern aber nur in den USA zahlt. Er forderte eine Wettbewerbsuntersuchung, allerdings lehnte dies die EU-Kommission bislang ab.
Update - 11:25 Uhr
Google zahlt nicht nur in den USA Steuern, sondern auch in diversen Niedrigsteuerländern, beispielsweise Irland. Dadurch kann das Unternehmen in jedem Jahr sehr viele Abgaben einsparen. Einen interessanten Beitrag dazu findet man bei den Kollegen von 'Telepolis'.
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Michael Diestelberg
Redakteur bei WinFuture
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