Office 2010: ODF unzufrieden mit der Formatauswahl

Office Geht es nach den Entwicklern des freien Dokumentenformats ODF kann die aktuelle Version der von Microsoft für Office 2010 vorgeschlagenen Möglichkeit zum Auswahl eines Standard-Dateiformats in ihrer jetzigen Form keinen fairen Wettbewerb garantieren. Wie schon die ab März erwartete Browserwahl unter Windows soll ein ähnliches Auswahlmenü auch bei Microsofts Büropaket Office integriert werden, mit dem der Nutzer zwischen ODF und Open XML als sein bevorzugtes Dokumentenformat wählen kann.

Gegenüber 'Neowin' kritisierte Richard Stallman, Chef der Free Software Foundation, dass Microsoft durch die Positionierung von Open XML an erster Stelle und den Hinweis, dass ODF möglicherweise nicht alle Funktionen von Office unterstützt, das freie Format in ein negatives Licht rücke.

Microsoft versuche, den Eindruck entstehen zu lassen, dass ODF die schlechtere Wahl ist, was wiederum dazu führe, dass das frei Format nur von weniger Nutzern eingesetzt wird. Auf diese Weise könne Microsoft behaupten, man biete ODF-Unterstützung, ohne dass dies intensiv genutzt wird.

Gegenüber 'TechFlash' schloss sich Marino Marcich, Managing Director der ODF Alliance, Stallmans Kritik an. ODF werde bei der Formatwahl benachteiligt, weil Open XML zuerst gelistet sei. Außerdem stelle der Hinweis, dass ODF nur "viele" Funktionen von Office unterstützt, während OpenXML "alle" Funktionen bietet, praktisch eine Art Warnung vor dem freien Format dar.

Grundsätzlich sei aber eigentlich nicht die Formatwahl das Problem, sondern eine mangelhafte Implementation der ODF-Unterstützung von Office 2010. Ein Auswahlmenü stelle keine Alternative gegenüber eine qualitativ hochwertigen Umsetzung der ODF-Unterstützung dar. Marcich forderte Microsoft ausdrücklich auf, mehr in die ODF-Einbindung zu investieren.
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