Thüringen: Breitband fürs Land kommt ins Stocken
Mehrere Mobilfunkunternehmen hatten zuletzt frei gewordene Lizenzen erworben, mit denen ein Ausbau der Infrastruktur entsprechend möglich ist. Sie wurden dabei verpflichtet, noch in diesem Jahr mindestens 15 Prozent der Gemeinden in dem Bundesland drahtlos mit Breitband-Internet zu versorgen.
Man gehe allerdings inzwischen nicht mehr davon aus, dass diese Auflage umgesetzt wird, hieß es nun sowohl seitens des Wirtschaftsministeriums Thüringens sowie der Bundesnetzagentur in Bonn. Als "ganz trauriges Kapitel" bezeichnete ein Sprecher des Ministeriums die Situation gegenüber dem MDR.
Bei der Bundesnetzagentur sucht man nun nach Wegen, wie man die Netzbetreiber dazu bringen kann, den Ausbau beschleunigt voranzutreiben. Der Entzug von Lizenzen soll aber nur als letztes Mittel im Einzelfall angewandt werden. "Wir sprechen zunächst mit jedem Unternehmen, dann sehen wir weiter", erklärte Rudolf Boll, Sprecher der Behörde.
Die Situation kam für die Bundesnetzagentur offenbar recht überraschend. Mit Schwierigkeiten in dieser Form hatte man nicht gerechnet. "Da die Unternehmen Geld für die Lizenzen gezahlt haben, sind wir fest davon ausgegangen, dass auch investiert wird", sagte Boll. Allerdings zeigt sich nun, dass die Lizenzinhaber ebenso wie andere Infrastrukturbetreiber in erster Linie auf die größeren Städte setzen, wo sich mehr Geld verdienen lässt.
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