Filmindustrie: "RealNetworks unterschlägt Beweise"

Recht, Politik & EU Der Hersteller von Media-Streaming-Software RealNetworks soll in einem Rechtsstreit Beweise vernichtet haben. Das behauptet zumindest der Prozessgegner - der Filmbranchenverband MPAA. In dem Rechtsstreit geht es um die Software RealDVD. Diese ermöglicht es, kopiergeschützte DVDs auf die Festplatte zu kopieren. Das Image ist weiterhin mit seinem Kopierschutz ausgestattet und lässt sich nur mit einem Player von Real wiedergeben. Damit sollen sich Anwender Sicherheitskopien anlegen können, ohne, dass der Kopierschutz ausgehebelt wird.

Die Filmindustrie sieht in dem Tool trotzdem eine illegale Software, die der Herstellung illegaler Kopien Tür und Tor öffnet. Es sei ein Verstoß gegen das US-Urheberrechtsgesetz DMCA, dass die Verbreitung von Programmen untersagt, die einen vorhandenen Kopierschutz umgehen.

Nachdem sich das Verfahren nun bereits seit einiger Zeit hinzieht, behauptet die MPAA zusätzlich, RealNetworks habe Dokumente verschwinden lassen, die als Beweise benötigt würden. Aus diesen soll hervorgehen, dass das Unternehmen sich bei der Entwicklung der Software bereits verfügbarer "Hacker-Tools" bediente.

So vermissen die Anwälte des Klägers beispielsweise ein komplettes Arbeitsverzeichnis eines Projektmitarbeiters, in dem verschiedene Quellcodes enthalten gewesen sein sollen.

RealNetworks weist den Vorwurf allerdings zurück. Man habe alle Dokumente, die mit dem Fall zu tun haben, an das Gericht ausgehändigt. Insgesamt handelt es sich um 240.000 Seiten mit Quellcodes und der Kommunikation in der Projektgruppe und im Management.
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