Microsoft sucht bessere Namen für seine Produkte
Als Microsoft vor einiger Zeit die 64-Bit-Version von Windows XP auf den Markt brachte, war deren Name für die Kunden schon vor der Einführung zum Zungenbrecher geworden. Erst als das Betriebssystem zunächst unter dem unglaublich langen Namen "Windows XP 64-Bit Edition für 64-Bit Extended Systems" erschienen war, entschied man sich zu einer Kürzung.
Inzwischen ist das 64-Bit-Windows unter der für die Kunden wesentlich einfacher zu verstehenden Bezeichnung Windows XP x64 Edition erhältlich. Ein weiteres Beispiel stellt die neue Silverlight-Technologie dar, mit der Microsoft gegen Adobes Flash antreten will.
Als Microsoft die Technologie erstmals vorstellte, hieß sie noch "Windows Presentation Foundation/Everywhere", was verdeutlichen sollte, dass es sich um eine Variante der in Windows Vista integrierten Windows Presentation Foundation handelt, die auf diversen Plattformen eingesetzt werden kann.
Damals erzeugte die Präsentation des Produkts kaum Aufsehen, da der Name doch sehr technisch erschien. Als man dann die Umbenennung in "Silverlight" bekannt gab, war plötzlich überall von Microsofts Flash-Konkurrenten zu lesen. Weitere Beispiele für eine positive Entwicklung sind auch der Multimedia-Player Zune oder die Multitouch-Display-Plattform "Surface".
Der Trend zu einer effektiveren Benennung der Produkte von Microsoft begann vor ungefähr zwei Jahren. Die Redmonder warben einige Mitarbeiter von Firmen ab, die sich auf die Erfindung von wirksamen Markennamen spezialisiert haben. Außerdem startete man intern Kampagnen, um die Entwickler aus den verschiedensten Bereichen zur Verwendung passenderer Produktbezeichnungen zu bewegen.
Inzwischen arbeiten die Namensspezialisten direkt mit den Entwicklern und sogar der Forschungsabteilung Microsoft Research zusammen. Gemeinsam will man schon in einem frühen Stadium der verschiedenen Projekte dafür sorgen, dass bei der Benennung eventuell entstehender Produkte keine "Unfälle" passieren.
Bei der Suche nach passenden Namen hat Microsoft jedoch oft eine Vielzahl von Hürden zu bewältigen. Unter anderem muss zunächst geprüft werden, ob jede der möglichen Bezeichnungen für ein Produkt international überhaupt genutzt werden kann. Dabei muss beachtet werden, ob ein Name nicht unter Umständen schon von anderen Unternehmen registriert wurde oder in einer fremden Sprache möglicherweise eine unvorteilhafte Bedeutung hat.
Einen großen Vorteil hat Microsoft jedoch. Selbst wenn ein Name einmal falsch gewählt wird oder sich als Flop erweist, kann man mittels hunderter Millionen US-Dollar Werbeetat dafür sorgen, dass er dennoch in den Köpfen der Kunden stecken bleibt.
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