EU will Roaming-Kosten senken - Industrie wehrt sich
Nach den Plänen der Bundesregierung sollen Höchstpreise für Auslandsgespräche mit dem Handy festgelegt werden. Diese sollen bei maximal 0,49 Euro für ausgehende Anrufe und 0,25 EUro für eingehende Gespräche liegen. Diese Zahlen stimmen beinahe mit den Vorgaben überein, die von der EU-Kommission im vergangenen Jahr vorgeschlagen wurden.
Bei der EU geht man davon aus, dass die Regulierung bereits bis zum Sommer durchgesetzt werden kann. Die Netzbetreiber sehen unterdessen keine Notwendigkeit für derartige Beschränkungen. Angeblich gibt es in den meisten europäischen Ländern einen gesunden Wettbewerb zwischen den Unternehmen, so dass Obergrenzen für die Preise von Roaming-Gesprächen unnötig sein sollen.
Inzwischen sind auch weitere Vorgaben im Gespräch, durch die die Kosten für Textnachrichten und Datendienste im europäischen Ausland ebenfalls reguliert werden sollen. Außerdem denkt man darüber nach, die Mobilfunkfirmen dazu zu zwingen, die Roaming-Kosten direkt nach Beendigung des Gesprächs anzugeben.
Derartige Ansätze lehnt man bei den Netzbetreibern natürlich ab. Transparenz sei zwar wünschenswert, ihre Umsetzung allerdings schwierig, hieß es. Auch die Regulierung der Kosten für SMS und Datendienste hält man nicht für sinnvoll. Bisher gebe es keine Dokumente, die belegen, dass auch in diesem Bereiche in Eingriff der EU nötig ist, so die Unternehmen.
Gerade bei Datendiensten solle die EU sich zunächst in Zurückhaltung üben, da dieser Markt noch nicht weit entwickelt sei. Ein Eingriff hätte nach Meinung der Mobilfunkanbieter einen negativen Effekt auf die Entwicklung dieses Bereichs, da der Ausbau des Angebots im Keim erstickt würde. Die EU will unterdessen frühestens im April über eine Regulierung entscheiden.
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