Abgang nach drei Monaten:
Xbox-Managerin wehrt sich gegen Gerüchte
Die plötzlich aus ihrem Job ausgeschiedene Xbox-COO Helen Chiang hat Berichte zurückgewiesen, wonach sie Microsoft wegen eines Verstoßes gegen Unternehmensrichtlinien verlassen musste. Ihr Abgang wirft trotzdem Fragen auf.
Xbox-Chefin Asha Sharma informierte die Belegschaft in der vergangenen Woche über ihren Abgang. Das Portal Eurogamer berichtete anschließend unter Berufung auf eine einzelne Quelle, Chiang sei wegen eines "Policy-Verstoßes" entlassen worden.
Nun widerspricht die ehemalige Managerin dieser Darstellung. "Es gab einige Spekulationen über meinen abrupten Abschied von Microsoft, einschließlich der Behauptung, ich sei wegen eines Richtlinienverstoßes gefeuert worden", schrieb Chiang. Das sei nicht zutreffend. Sie wolle zwar keine detaillierte Chronologie ihres Ausscheidens veröffentlichen, betonte aber, dass ihr Schweigen nicht als Zustimmung zu den kursierenden Behauptungen verstanden werden dürfe.
In ihrem Beitrag dementierte Chiang zudem eine Reihe möglicher Verfehlungen. Demnach habe sie weder vertrauliche Unternehmensinformationen an die Presse weitergegeben noch Diskriminierung, Mobbing, Belästigung, Insiderhandel, Veruntreuung oder andere betrügerische Handlungen begangen. Auch ein Wechsel zu einem konkurrierenden Unternehmen sei nicht der Grund für ihren Abschied gewesen. Ebenso wenig habe sie Microsoft verlassen, weil sie bei einer internen Beförderung übergangen worden sei.
"So hatte ich mir das Ende meiner Geschichte bei Microsoft niemals vorgestellt. Und es ist nicht die ganze Geschichte", schrieb Chiang abschließend. Das Unternehmen selbst kommentierte die Sache nicht. Damit bleibt der überraschende Abgang der erfahrenen Xbox-Managerin weiterhin ungeklärt.
Siehe auch:
- Helen Chiang verlässt den Microsoft-Konzern nach 21 Jahren Zugehörigkeit
- Erst vor drei Monaten übernahm sie die Rolle als COO in der Xbox-Sparte
- Xbox-Chefin Asha Sharma setzte das gesamte Team über den Abgang in Kenntnis
- Medienberichte über eine Entlassung wegen Richtlinienverstößen dementiert sie
- Mögliche Vergehen wie Mobbing, Insiderhandel oder Geheimnisverrat schließt sie aus
- Die genauen Umstände sowie Gründe für das Ausscheiden bleiben weiterhin unklar
Viele Dementis, keine Erklärung
In einer Stellungnahme auf LinkedIn bezeichnete die langjährige Microsoft-Mitarbeiterin die aktuell kursierenden Darstellungen als unzutreffend. Warum sie den Konzern tatsächlich verlassen hat, bleibt allerdings weiterhin offen. Chiang hatte Microsoft nach 21 Jahren Zugehörigkeit verlassen, nachdem sie erst drei Monate zuvor die Position der Chief Operating Officer (COO) der Xbox-Sparte übernommen hatte.Xbox-Chefin Asha Sharma informierte die Belegschaft in der vergangenen Woche über ihren Abgang. Das Portal Eurogamer berichtete anschließend unter Berufung auf eine einzelne Quelle, Chiang sei wegen eines "Policy-Verstoßes" entlassen worden.
Nun widerspricht die ehemalige Managerin dieser Darstellung. "Es gab einige Spekulationen über meinen abrupten Abschied von Microsoft, einschließlich der Behauptung, ich sei wegen eines Richtlinienverstoßes gefeuert worden", schrieb Chiang. Das sei nicht zutreffend. Sie wolle zwar keine detaillierte Chronologie ihres Ausscheidens veröffentlichen, betonte aber, dass ihr Schweigen nicht als Zustimmung zu den kursierenden Behauptungen verstanden werden dürfe.
In ihrem Beitrag dementierte Chiang zudem eine Reihe möglicher Verfehlungen. Demnach habe sie weder vertrauliche Unternehmensinformationen an die Presse weitergegeben noch Diskriminierung, Mobbing, Belästigung, Insiderhandel, Veruntreuung oder andere betrügerische Handlungen begangen. Auch ein Wechsel zu einem konkurrierenden Unternehmen sei nicht der Grund für ihren Abschied gewesen. Ebenso wenig habe sie Microsoft verlassen, weil sie bei einer internen Beförderung übergangen worden sei.
Microsoft schweigt
Ob Chiang selbst gekündigt hat oder von Microsoft entlassen wurde, ließ sie allerdings offen. Auch konkrete Angaben zu den Umständen ihres Ausscheidens machte sie nicht. Sie wolle lediglich verhindern, dass ihr Abschied auf eine falsche Geschichte über mangelnde Kompetenz, beruflichen Ehrgeiz oder einen besonders schweren Skandal reduziert werde. Vielmehr gehe es ihr darum, ihren eigenen Werten treu zu bleiben, insbesondere dann, wenn dies schwierig sei. Das sei das Vermächtnis, das sie hinterlassen wolle."So hatte ich mir das Ende meiner Geschichte bei Microsoft niemals vorgestellt. Und es ist nicht die ganze Geschichte", schrieb Chiang abschließend. Das Unternehmen selbst kommentierte die Sache nicht. Damit bleibt der überraschende Abgang der erfahrenen Xbox-Managerin weiterhin ungeklärt.
Siehe auch:
- Xbox-Zukunft: Konsole bleibt, aber alles andere wird umgekrempelt
- Vater der Xbox: Die neue Chefin ist die "Totengräberin der Konsole"
- Entlassungen in der Xbox-Sparte: Nadella voll des Lobes für Manager
- Gamer besser verstehen: Neue Xbox-Chefin beantwortet Support-Tickets
- Ende der Xbox? Teamchef Phil Spencer tritt ab, KI-Managerin kommt
Thema:
Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.