Britischer Geheimdienst GCHQ hat Tausende Speichermedien verloren

Der britische Geheimdienst GCHQ vermisst Tausende externe Datenträger mit teils sensiblen Informationen. Obwohl das Problem den Aufsichtsbehörden seit Jahren bekannt ist, bleibt das genaue Ausmaß des Datenverlusts bis heute unklar.
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Ministry of Defence
  • Der britische Geheimdienst GCHQ vermisst Tausende externer Datenträger
  • Auf den verschwundenen Speichermedien lagern teils hochsensible Daten
  • Aufsichtskommissar Lord Brian Leveson rügt die lange Reaktionszeit
  • Ein automatisiertes System soll künftig verlorene Geräte genau erfassen
  • Ein Softwarefehler führte zu unberechtigten Anti-Terror-Ermittlungen
  • Der Inlandsdienst MI5 schützte vor Gericht einen gewalttätigen Informanten

Tausende Datenträger weg

Der britische Geheimdienst GCHQ kann den Verbleib von Tausenden externen Speichermedien nicht klären. Wie aus dem Jahresbericht der Aufsichtsbehörde IPCO für das Jahr 2025 hervorgeht, fehlen USB-Sticks, externe Festplatten und Speicherkarten. Diese Geräte enthalten potenziell sensible Informationen, die im Rahmen des britischen Überwachungsgesetzes gesammelt wurden.

Obwohl das Problem nicht neu ist, fehlt der Behörde weiterhin ein genauer Überblick über das Ausmaß. Die Schätzung von mehreren Tausend verlorenen Geräten stammt dabei vom GCHQ selbst. Zwar sind viele der vermissten Datenträger verschlüsselt oder durch eine PIN geschützt, doch aufgrund der Sensibilität eines Teils der Daten könnte weiterhin ein erhebliches Risiko bestehen. Das Problem wurde bereits im IPCO-Bericht für das Jahr 2024 thematisiert, in dem die Aufsicht bestätigte, GCHQ und MI5 bereits im Vorjahr aufgefordert zu haben, die interne Vergabe und Prüfung von Wechseldatenträgern zu überprüfen.


Kritik von der Aufsichtsbehörde

Wie The Register berichtet, äußerte sich der zuständige Aufsichtskommissar Lord Brian Leveson besorgt über die Situation. Die zugrunde liegenden Probleme wurden ihm bereits vor einigen Jahren gemeldet. Die Aufsicht zeigte sich zudem enttäuscht darüber, wie viel Zeit der Geheimdienst für Untersuchungen und Gegenmaßnahmen benötigt hat. Ein GCHQ-Sprecher räumte ein, dass das bisherige Verwaltungssystem nicht robust genug war.

Um das Problem künftig in den Griff zu bekommen, arbeitet der Geheimdienst an einem Programm zur Lokalisierung der Geräte. Bis Ende des Jahres soll ein automatisiertes System zur Bestandsverfolgung eingeführt werden. Erst wenn das in Betrieb ist, rechnet das GCHQ damit, eine genauere Zahl der tatsächlich verlorenen Speichermedien nennen zu können.

Weitere Fehler benannt

Der IPCO-Bericht beleuchtet neben den verschwundenen Laufwerken weitere Verfehlungen innerhalb der britischen Geheimdienstgemeinschaft. Ein Fehler in der Software einer Webanwendung, die von einem kleinen Teil der Öffentlichkeit genutzt wird und die das GCHQ zur Zielermittlung einsetzte, führte dazu, dass Personen fälschlicherweise terroristischer Aktivitäten verdächtigt wurden. Das führte zu fünf sogenannten Port Stops unter dem britischen Anti-Terror-Gesetz. Bei solchen Kontrollen müssen Betroffene etwa Passwörter herausgeben, Geräte können beschlagnahmt werden. Laut dem Bericht wurden die Betroffenen dadurch schwer benachteiligt.

Zudem rügte die Aufsicht den Inlandsgeheimdienst MI5. Dieser führte den als Agent X bekannten bzw. mittlerweile berühmt-berüchtigten Informanten weiter, obwohl dessen extreme Gewaltbereitschaft intern bekannt war. Der MI5 legte später sogar vor Gericht falsche Beweise vor, um den rechtsradikalen Informanten zu schützen.

Was haltet ihr von den Sicherheitspannen beim britischen Geheimdienst? Teilt eure Gedanken und Meinungen gerne mit uns in den Kommentaren!

Siehe auch:
Witold Pryjda

Senior Redakteur

Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.

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