Boom Supersonic: Überschallflieger später, dafür jetzt Gasturbinen
Der ehrgeizige Versuch, Passagiere zukünftig wieder mit Überschall-Flugzeugen zu transportieren, kommt inzwischen wieder langsamer voran als geplant. Die Entwicklungsfirma Boom Supersonic weicht daher erst einmal auf Alternativen aus.
"29 ist ihr offizieller Zeitplan", sagte Kirby in einem Interview mit dem Podcast Office Hours: Business Edition. "Es wird nicht 29 passieren, es wird länger dauern." Der United-Chef verwies auf zahlreiche technische Herausforderungen und die noch ausstehende Zulassung durch die US-Luftfahrtbehörde FAA. Deren Bewältigung sei keineswegs garantiert. Gleichzeitig lobte Kirby den Unternehmenschef Blake Scholl und dessen Team.
Bereits im März hatte Kirby die Wahrscheinlichkeit eines kommerziellen Einsatzes des Flugzeugs namens Overture mit 50 Prozent beziffert. United gehört neben American Airlines und Japan Airlines zu den Interessenten, die bedingte Kaufvereinbarungen mit Boom geschlossen haben. Diese sehen nicht rückzahlbare Anzahlungen vor, deren Höhe allerdings nicht bekannt ist.
Boom hatte mit seinem Demonstrator XB-1 2024 und 2025 erfolgreich Testflüge absolviert. Dabei demonstrierte das Unternehmen ein Konzept, bei dem sich Überschallflüge durch geeignete Flughöhe und atmosphärische Bedingungen weitgehend ohne störenden Knall am Boden durchführen lassen sollen. Die US-Regierung unterstützt das Vorhaben: Im Juni schlug die FAA vor, das langjährige Verbot kommerzieller Überschallflüge über den Vereinigten Staaten aufzuheben.
Allerdings platzte zuvor ein Geschäft mit dem Rechenzentrumsbetreiber Crusoe über 29 Turbinen im Wert von 1,25 Milliarden Dollar (etwa 1,15 Milliarden Euro). Scholl zufolge soll Boom im kommenden Jahr dennoch rund 250 Megawatt Leistung an andere Standorte liefern. Welche Kunden dahinterstehen, ließ er offen. Wie zukunftsfähig das Konzept in Zeiten immer weiter steigender Gaspreise ist, wird sich allerdings zeigen müssen.
Die beiden Geschäftsfelder sollen technologisch allerdings voneinander profitieren. Ein gemeinsamer Turbinenkern namens Sprint Core soll sowohl Superpower als auch den Flugzeugantrieb Symphony antreiben. Erste Tests sind in den kommenden Wochen geplant. Bis Boom tatsächlich Überschallflugzeuge oder Gasturbinen in größerem Umfang ausliefert, bleiben allerdings erhebliche technische und wirtschaftliche Hürden.
Siehe auch:
- United Airlines zweifelt am geplanten Passagier-Erstflug der Overture 2029
- Ungelöste Technikfragen sowie die FAA-Zulassung verzögern das Überschallprojekt
- Fluggesellschaften wie American und Japan Airlines leisteten Anzahlungen
- Erfolgreiche Tests des Demonstrators XB-1 erfolgten in den Jahren 2024 und 2025
- Boom Supersonic baut als zweites Standbein Gasturbinen für KI-Rechenzentren
- Ein Milliardenauftrag über 29 Turbinen für Rechenzentren platzte vor kurzem
- Der gemeinsame Turbinenkern Sprint Core soll Flugzeuge und Generatoren speisen
Zeitplan nicht zu halten
United-Airlines-Chef Scott Kirby hält einen Erstflug des neuen Überschall-Jets mit Passagieren im Jahr 2029 für unrealistisch. Derweil versucht dessen Entwickler Boom Supersonic, mit Gasturbinen für KI-Rechenzentren ein zweites Geschäftsfeld aufzubauen. Doch auch dort ist ein milliardenschwerer Auftrag bereits weggefallen."29 ist ihr offizieller Zeitplan", sagte Kirby in einem Interview mit dem Podcast Office Hours: Business Edition. "Es wird nicht 29 passieren, es wird länger dauern." Der United-Chef verwies auf zahlreiche technische Herausforderungen und die noch ausstehende Zulassung durch die US-Luftfahrtbehörde FAA. Deren Bewältigung sei keineswegs garantiert. Gleichzeitig lobte Kirby den Unternehmenschef Blake Scholl und dessen Team.
Bereits im März hatte Kirby die Wahrscheinlichkeit eines kommerziellen Einsatzes des Flugzeugs namens Overture mit 50 Prozent beziffert. United gehört neben American Airlines und Japan Airlines zu den Interessenten, die bedingte Kaufvereinbarungen mit Boom geschlossen haben. Diese sehen nicht rückzahlbare Anzahlungen vor, deren Höhe allerdings nicht bekannt ist.
Boom hatte mit seinem Demonstrator XB-1 2024 und 2025 erfolgreich Testflüge absolviert. Dabei demonstrierte das Unternehmen ein Konzept, bei dem sich Überschallflüge durch geeignete Flughöhe und atmosphärische Bedingungen weitgehend ohne störenden Knall am Boden durchführen lassen sollen. Die US-Regierung unterstützt das Vorhaben: Im Juni schlug die FAA vor, das langjährige Verbot kommerzieller Überschallflüge über den Vereinigten Staaten aufzuheben.
Gas für KI verbrennen
Parallel setzt Boom auf den wachsenden Energiebedarf von KI-Rechenzentren. Am 22. Oktober eröffnete das Unternehmen in Centennial im US-Bundesstaat Colorado eine Fabrik für die 42-Megawatt-Gasturbine Superpower, die große Rechenzentren mit fossil erzeugtem Strom versorgen soll. Erste Auslieferungen sind für Mitte 2027 vorgesehen. 2028 sollen jährlich 25 Anlagen entstehen, 2029 bereits 50.Allerdings platzte zuvor ein Geschäft mit dem Rechenzentrumsbetreiber Crusoe über 29 Turbinen im Wert von 1,25 Milliarden Dollar (etwa 1,15 Milliarden Euro). Scholl zufolge soll Boom im kommenden Jahr dennoch rund 250 Megawatt Leistung an andere Standorte liefern. Welche Kunden dahinterstehen, ließ er offen. Wie zukunftsfähig das Konzept in Zeiten immer weiter steigender Gaspreise ist, wird sich allerdings zeigen müssen.
Die beiden Geschäftsfelder sollen technologisch allerdings voneinander profitieren. Ein gemeinsamer Turbinenkern namens Sprint Core soll sowohl Superpower als auch den Flugzeugantrieb Symphony antreiben. Erste Tests sind in den kommenden Wochen geplant. Bis Boom tatsächlich Überschallflugzeuge oder Gasturbinen in größerem Umfang ausliefert, bleiben allerdings erhebliche technische und wirtschaftliche Hürden.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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