US-Plattformen und KI setzen deutsche Medien stark unter Druck
Öffentlich-rechtliche Sender sehen sich als Anker für die deutsche Medienlandschaft. Ein neues Gutachten zu vier Szenarien bis zum Jahr 2035 zeigt jedoch, dass US-Plattformen und Künstliche Intelligenz private Medien zunehmend unter Druck setzen.
Für die Analyse werteten die Forscher 57 Studien aus, identifizierten 51 Entwicklungen und befragten 34 Fachleute von Unternehmen wie RTL und Netflix sowie aus Forschung und Politik. Anschließend schätzten 13 dieser Experten die konkreten Folgen ein. Den Daten zufolge könnte sich die Zahl der rund 40.000 professionellen Journalisten aus dem Jahr 2023 im ungünstigsten Fall bis 2035 halbieren.
Im negativsten Szenario rechnen die Forscher mit einem Erlösrückgang von bis zu 43 Prozent. Die Nutzung deutscher Medienangebote könnte um 18 bis 47 Prozent sinken. Wie aus der Studie hervorgeht, gaben ARD, ZDF und Deutschlandradio die Untersuchung in Auftrag. Die öffentlich-rechtlichen Sender sehen sich als wichtigen Anker gegen diese Entwicklung und wollen als verlässliche Auftraggeber die wirtschaftliche Widerstandskraft stärken.
Wie seht ihr die Zukunft der deutschen Medienlandschaft im Jahr 2035? Glaubt ihr an das Big Tech Takeover oder an eine positive Wende durch Kooperationen? Schreibt es uns in die Kommentare!
Siehe auch:
- Christian Zabel und Ulrike Rohn legten eine Medienstudie für 2035 vor
- Bis zu 20.000 journalistische Arbeitsplätze könnten demnach wegfallen
- Die Erlöse der Medienbranche drohen um bis zu 43 Prozent einzubrechen
- Im schlimmsten Szenario droht eine Dominanz weltweiter Tech-Konzerne
- ARD, ZDF und Deutschlandradio gaben diese umfassende Analyse in Auftrag
- Gefordert werden Kooperationen und eine Regulierung globaler Konzerne
Studie warnt vor Medienkrise
Die Medienökonomen Christian Zabel (Technische Hochschule Köln) und Ulrike Rohn (Universität Tallinn) haben auf den Medientagen in München ein neues Gutachten vorgestellt. Darin entwerfen sie vier Szenarien für die deutsche Medienlandschaft bis 2035.Für die Analyse werteten die Forscher 57 Studien aus, identifizierten 51 Entwicklungen und befragten 34 Fachleute von Unternehmen wie RTL und Netflix sowie aus Forschung und Politik. Anschließend schätzten 13 dieser Experten die konkreten Folgen ein. Den Daten zufolge könnte sich die Zahl der rund 40.000 professionellen Journalisten aus dem Jahr 2023 im ungünstigsten Fall bis 2035 halbieren.
Im negativsten Szenario rechnen die Forscher mit einem Erlösrückgang von bis zu 43 Prozent. Die Nutzung deutscher Medienangebote könnte um 18 bis 47 Prozent sinken. Wie aus der Studie hervorgeht, gaben ARD, ZDF und Deutschlandradio die Untersuchung in Auftrag. Die öffentlich-rechtlichen Sender sehen sich als wichtigen Anker gegen diese Entwicklung und wollen als verlässliche Auftraggeber die wirtschaftliche Widerstandskraft stärken.
Düstere Aussichten und Auswege
Besonders drastisch fällt das Szenario "Big Tech Takeover" aus: Darin dominieren globale Technologiekonzerne den Markt, während klassische Medienhäuser nur noch als Zulieferer für deren Plattformen dienen. Laut Zabel lassen sich journalistische Qualität, wirtschaftliche Stabilität und Medienvielfalt dort am besten sichern, wo ein starker öffentlich-rechtlicher Rundfunk agiert. Rohn zufolge gehen in den Szenarien Medienvielfalt und journalistische Arbeitsplätze verloren, zudem entstehen weniger Inhalte "Made in Germany".Politik ist zum Handeln aufgerufen
Um eine Marktdominanz internationaler Technologiekonzerne zu verhindern, fordern die Autoren entschlossene politische Maßnahmen. Das Gutachten nennt dazu eine wirksame Regulierung globaler Plattformen, bessere digitale Rahmenbedingungen sowie engere Kooperationen zwischen privaten Verlagen, Sendern und öffentlich-rechtlichen Anstalten. Gelingt dies, können deutsche Medienunternehmen laut den Forschern auch künftig ein relevantes Gegengewicht zu internationalen Großkonzernen bilden.Wie seht ihr die Zukunft der deutschen Medienlandschaft im Jahr 2035? Glaubt ihr an das Big Tech Takeover oder an eine positive Wende durch Kooperationen? Schreibt es uns in die Kommentare!
Siehe auch:
- Disney+ erhöht schon wieder Preise: Dienst nähert sich "Netflix-Niveau"
- Netflix, Amazon und Co: Verbraucherschutz klagt nach Preiserhöhungen
- 'Shop the Scene': Prime Video macht jeden Film zur Dauerwerbesendung
- Sky-Umbau 2026: Neue Preise und Hardware-Fokus nach Übernahme
- Spotify wird erneut teurer: Deutsche Nachbarländer sind zuerst dran
Thema:
Nadine DresslerRedakteurin für Windows & Netzwerke
Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.