PlayStation 6 wird wohl teuer:
Preis könnte über 1000 Dollar liegen

Die PlayStation 6 könnte deutlich teurer werden als ihre Vorgänger. Es ist gut möglich, dass die kommende Spielekonsole die Tausend-Dollar-Marke, von der sie bisher stets weit entfernt war, knacken wird.
Gaming, Konsole, Sony, Spielkonsole, Technologie, Spielekonsole, Videospiele, Next-Gen, PlayStation 6, PS6
  • Eine anhaltende Krise auf dem Speicherchipmarkt verteuert neue Hardware enorm
  • Allein der Speicher der PlayStation 6 könnte Schätzungen nach 680 Dollar kosten
  • GDDR7-Grafikspeicher ist durch den Boom der KI-Infrastruktur drastisch teurer
  • Für die kommende Konsolengeneration erscheint ein Preis über 1000 Dollar denkbar
  • Auch Microsofts nächste Xbox namens Helix könnte von massiven Teuerungen drohen
  • Hersteller stehen vor der Wahl zwischen Subventionierung und höheren Preisen

Speicherkrise schlägt hart rein

Wie so viele Teuerungen bei Elektronik-Hardware liegt das an der anhaltenden Krise auf dem Markt für Speicherchips, für die sich noch immer keine nachhaltige Erholung andeutet. Nach einer aktuellen Einschätzung des Hardware-Insiders KeplerL2 kosten allein Arbeitsspeicher und interner Speicher der nächsten Sony-Konsole mehr als 680 Dollar (etwa 585 Euro). Damit würden zwei Komponenten bereits den aktuellen Verkaufspreis einer PlayStation 5 übersteigen.

Die Angaben stammen aus einem Beitrag des recht gut vernetzten PlayStation-Leakers im NeoGAF-Forum. Sony hat die genannten Kosten bislang nicht bestätigt. Auch technische Daten, ein Preis und ein Erscheinungstermin für die PS6 sind offiziell noch nicht bekannt. Sollte sich die Schätzung bewahrheiten, dürfte es für Sony allerdings schwierig werden, die nächste Konsolengeneration zu einem ähnlich niedrigen Preis wie bisher anzubieten. Der Speicher wird zum erheblichen Kostenfaktor


Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung beim Grafikspeicher. Laut KeplerL2 dürfte GDDR7-Speicher für die PS6 inzwischen zwischen 20 Dollar (etwa 17 Euro) und 23 Dollar (etwa 20 Euro) pro Gigabyte kosten. Bei der ursprünglichen Planung der Konsolenhardware seien hingegen noch rund drei Dollar (etwa drei Euro) pro Gigabyte veranschlagt worden. Der starke Preisanstieg würde die Kalkulation der Hersteller erheblich erschweren.

Die Ursache liegt unter anderem im Ausbau der KI-Infrastruktur. Betreiber von Rechenzentren benötigen große Mengen an Speicher und leistungsfähiger Hardware. Diese Nachfrage bindet Produktionskapazitäten und treibt die Preise nach oben. Die Auswirkungen treffen nicht nur Anbieter von Servern, sondern können sich auch auf Unterhaltungselektronik und Spielekonsolen auswirken.

Auch Microsoft betroffen

Dabei decken die genannten 680 Dollar (etwa 585 Euro) lediglich Arbeitsspeicher und NAND-Flash-Speicher ab. Prozessor, Grafikchip, Hauptplatine, Kühlsystem, Netzteil und Gehäuse kommen noch hinzu. Ein Verkaufspreis von mehr als 1000 Dollar (etwa 860 Euro) erscheint unter diesen Voraussetzungen denkbar, selbst wenn Sony die Hardware wie bisher subventioniert anbietet und die Gewinne über die Vergabe von Lizenzen an Entwicklerstudios hereinholt.

Sony hätte grundsätzlich mehrere Möglichkeiten, auf die höheren Kosten zu reagieren. Der Konzern könnte einen Teil davon selbst tragen, die Hardware anders konfigurieren oder den Verkaufspreis entsprechend anheben. Welche Strategie Sony verfolgen wird, ist derzeit offen.

Auch Microsoft könnte betroffen sein. Für das unter dem Projektnamen Helix gehandelte nächste Xbox-System wird ebenfalls ein Preis von mehr als 1000 Dollar (etwa 860 Euro) ins Gespräch gebracht. Bestätigt ist das bislang aber natürlich auch nicht. Sollten die Kosten für Speicher und andere Komponenten weiter steigen, könnte sich der Wettbewerb zwischen den Konsolenherstellern zukünftig deshalb nicht nur um Grafikleistung und Bildraten drehen, sondern zunehmend auch um die Frage, wer seine Hardware zu einem bezahlbaren Preis anbieten kann.

Siehe auch:
Christian Kahle

Redakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt

Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.

WinFuture bei Google bevorzugenJetzt hinzufügen
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!