Lisuan LX 7G100: Chinas 'RTX-Killer' scheitert krachend in Gaming-Tests

Die chinesische Grafikkarte LX 7G100 von Lisuan Tech sollte eigentlich der RTX 4060 Konkurrenz machen. Tests zeigen nun jedoch die bittere Realität. Die Hardware bietet zwar solide Spezifikationen, scheitert aber krachend an der Software.
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Lisuan Tech
  • Die Lisuan LX 7G100 enttäuscht in Praxistests deutscher Redaktionen
  • Die Grafikleistung liegt bloß auf dem Niveau einer Radeon RX 580
  • Unausgereifte Software bremst das theoretische Chip-Potenzial aus
  • Moderne Schnittstellen werden dank DirectX 12 und Vulkan bedient
  • Spiele mit Zwang zu Raytracing starten mangels Hardware-Support nicht
  • Im Leerlauf fällt der Stromverbrauch mit rund 59 Watt recht hoch aus

Chinas GPU-Hoffnung rasselt im Test durch

Das in Shanghai ansässige Unternehmen Lisuan Tech hatte mit der LX 7G100 Ende 2025 Chinas erste völlig eigens entwickelte Grafikkarte veröffentlicht. Die Firma positionierte das Modell, das in ersten Benchmarks eine ansprechende Leistung zeigte, als direkten Konkurrenten zur Nvidia GeForce RTX 4060. Doch schon bei weiteren FPS-Tests machte die GPU keine gute Figur mehr. Wie zwei Tests deutscher Hardware-Portale jetzt zeigen, ist die Karte im modernen Gaming-Alltag nicht wirklich zu gebrauchen.

So erreicht die LX 7G100 in der Praxis nicht einmal ansatzweise das angekündigte Leistungsniveau. Die Karte positioniert sich statt in der Nähe der RTX 4060 eher im Bereich einer neun Jahre alten AMD Radeon RX 580. Moderne Titel lassen sich in einer Auflösung von 1080p zwar starten, die Bildraten bleiben jedoch weit hinter den Erwartungen zurück. Ein wesentlicher Grund dafür ist die noch unausgereifte Softwarearchitektur, die das Potenzial des Grafikchips in keiner Weise ausschöpfen kann.


Wie die Redaktionen von PC Games Hardware und Computerbase in ergänzenden Analysen aufzeigen, liefert das Modell lediglich ein Drittel der Leistung der RTX 4060. Damit verfehlt die LX 7G100 ihr Ziel klar, eine echte Alternative zu den neueren Produkten der etablierten westlichen Hersteller Nvidia, AMD und Intel zu sein. Dennoch stellt die Karte einen wichtigen Meilenstein dar. Sie gilt als die bisher leistungsstärkste in China entwickelte Gaming-GPU und übertrifft die zuvor führende Moore Threads MTT S80 deutlich. Lisuan 7G100 BenchmarksDie Lisuan 7g100 landet weit abgeschlagen im Leistungsbereich der Radeon RX 580

Treiber und fehlende Features

In diesem Zusammenhang ist auch die vergleichsweise gute Kompatibilität zu nennen. Dank der Unterstützung für DirectX 12 und Vulkan laufen Spiele wie Cyberpunk 2077 oder Baldurs Gate 3 grundsätzlich fehlerfrei. Das Unternehmen stellt zudem regelmäßig WHQL-zertifizierte Treiber bereit, was für chinesische Software-Entwickler in diesem Segment eine Seltenheit ist. Dennoch kommt es in einigen Titeln weiterhin zu unerwarteten Programmabstürzen.

Ein klarer Nachteil ist das Fehlen von dedizierten Einheiten für Raytracing und künstliche Intelligenz. Spiele, die zwingend auf Raytracing setzen, wie etwa Doom: The Dark Ages, verweigern den Start komplett. Auch bei der Energieeffizienz gibt es noch Optimierungsbedarf. Der Stromverbrauch fällt unter Last mit bis zu 199 Watt noch akzeptabel aus. Der Leerlaufverbrauch ist mit 59 Watt im Vergleich zur westlichen Konkurrenz jedoch sehr hoch.

Lisuan 7G100 - Spezifikationen
Architektur TrueGPU
GPU-Codename Tiantu
Fertigung (Foundry) N6 (TSMC)
Schnittstelle PCIe 4.0 x16
Shader-ALUs (FP32) 3.072 (Dual Issue)
Textureinheiten (TMUs) 192
Raster-Einheiten (ROPs) 96
GPU Boost (MHz) 2.000
FP32-Leistung ALUs (TFLOPS) 24,6
FP16-Leistung ALUs (TFLOPS) 49,2
Füllrate (Gpix/s & Gtex/s) 192,0 / 384,0
Raytracing Units -
Matrix Units ("AI Cores") -
Level-2-Cache (MiB) 16**
Level-3-Cache (MiB) -
Speicherinterface (Bit) 192
Geschwindigkeit RAM (GT/s/MHz) 18,0 / 9.000
Speichertransferrate (GB/s) 432
Speichertyp GDDR6
Speicherbestückung (MiB) 12.288
Stromversorgung 1× 12V-2×6 (16-Pol)
ATX 3.0: 12VHPWR-Support Ja
Leistungsaufnahme (TBP) 225 Watt
Display-Konnektivität DP 1.4a (HDMI via Adapter)

Die Architektur

Der verbaute Chip verfügt vermutlich über 3072 Recheneinheiten, die ähnlich wie bei AMDs RDNA-3-Architektur zwei Anweisungen pro Taktzyklus verarbeiten können. Ohne das Erreichen der optimalen Auslastung halbiert sich die theoretische Rechenleistung. Das erklärt die große Diskrepanz zwischen den Spezifikationen und den tatsächlichen Bildraten in Spielen. Für den europäischen Markt ist das Modell aufgrund hoher Importkosten ohnehin keine Alternative.

Wenn chinesische Hersteller ihre Grafikkarten jedoch weiterentwickeln und es schaffen, die in der Theorie leistungsfähige Hardware mit passender Software zu unterstützen, dürfte es mittelfristig auch auf dem westlichen Markt neue Alternativen zu GeForce, Radeon und Arc geben.

Wie bewertet ihr die Fortschritte der chinesischen Grafikkarten-Entwickler? Teilt eure Gedanken und Einschätzungen zu diesem Thema gerne unten in den Kommentaren mit uns. Siehe auch:
Felix Krauth

Redakteur für Windows & Hardware

War Game Designer, bevor er Journalist wurde, und testet Spiele bis heute selbst. Sein Spektrum reicht von der FritzBox über Windows 11 und Apple bis zu Gaming.

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