Halbleiterfabrik im All: Startup will mit SpaceX Chips produzieren
Das Startup Besxar will die Herstellung von Halbleitermaterialien ins All verlagern und dafür die Wiederverwendbarkeit der Falcon-9-Raketen von SpaceX nutzen. Der Weltraum soll dabei optimalere Bedingungen bieten, als jeder Reinraum.
Der entscheidende Vorteil liegt laut Besxar im Vakuum des Alls. Auf der Erde müssen Chipfabriken aufwendig abgeschottete Reinräume mit kontrolliertem Druck und extrem geringer Partikelbelastung betreiben. Schon kleinste Verunreinigungen können die Herstellung von Wafern beeinträchtigen. Im Weltraum ist das Vakuum dagegen bereits vorhanden. Besxar will diese natürliche Umgebung nutzen, anstatt die dafür erforderliche Infrastruktur auf der Erde aufzubauen.
Für die Entwicklung hat das Startup bislang knapp 14 Millionen Dollar (etwa 13 Millionen Euro) eingesammelt, darunter eine im Frühjahr abgeschlossene Seed-Finanzierung über 9 Millionen Dollar (etwa 8 Millionen Euro). Erste Tests fanden bereits im Juli im Rahmen eines Starlink-Starts statt. Dabei brachte Besxar zwei sogenannte "Fabships" ins All. Die kleinen Behälter sollten zeigen, dass die Technik den Start übersteht, Wafer-Proben vor Verunreinigungen schützt und diese anschließend dem Vakuum aussetzt.
Nach Angaben des Unternehmens verlief der Test trotz eines Problems mit dem Flugdatensystem eines Behälters erfolgreich. Die zurückgeführten Proben hätten sogar weniger Partikel aufgewiesen als vergleichbare, nicht ins All gebrachte Wafer. Die Ursache für die Fehlfunktion untersucht Besxar noch.
Die Idee ist nicht völlig neu. Auch Unternehmen wie United Semiconductors und Space Forge arbeiten an der Halbleiterproduktion unter Weltraumbedingungen. Das zentrale Problem bleibt jedoch der Transport: Die hergestellten Produkte müssen anschließend wieder zur Erde gelangen, und für eine wirtschaftliche Produktion wären deutlich größere Mengen nötig. Besxar rechnet langfristig mit Hunderten bis Tausenden Wafern pro Produktionsanlage. Ob sich das Geschäftsmodell durchsetzen lässt, hängt daher maßgeblich von günstigeren und häufigeren Raketenstarts ab.
Siehe auch:
- Das Startup Besxar plant mit SpaceX zwölf Testflüge im Weltraum
- Das Vakuum im All soll die aufwendige Reinraumtechnik auf der Erde ersetzen
- Bisher sammelte das Unternehmen dafür knapp 14 Millionen Dollar ein
- Erste Tests im Juli verliefen trotz kleinerer Probleme erfolgreich
- In Zukunft sollen größere Produktionsanlagen mit Starship ins All fliegen
- Der wirtschaftliche Erfolg hängt von günstigen Transportmöglichkeiten ab
Vertrag über zwölf Missionen
Nach eigenen Angaben hat das von der ehemaligen OpenAI-Mitarbeiterin Ashley Pilipiszyn gegründete Unternehmen mit SpaceX eine Vereinbarung für Prototypenflüge über insgesamt zwölf Missionen getroffen. Ziel ist es, die Fertigung fortschrittlicher Halbleiter unter den Bedingungen des Weltraums zu erproben, berichtet das US-Magazin TechCrunch.Der entscheidende Vorteil liegt laut Besxar im Vakuum des Alls. Auf der Erde müssen Chipfabriken aufwendig abgeschottete Reinräume mit kontrolliertem Druck und extrem geringer Partikelbelastung betreiben. Schon kleinste Verunreinigungen können die Herstellung von Wafern beeinträchtigen. Im Weltraum ist das Vakuum dagegen bereits vorhanden. Besxar will diese natürliche Umgebung nutzen, anstatt die dafür erforderliche Infrastruktur auf der Erde aufzubauen.
Für die Entwicklung hat das Startup bislang knapp 14 Millionen Dollar (etwa 13 Millionen Euro) eingesammelt, darunter eine im Frühjahr abgeschlossene Seed-Finanzierung über 9 Millionen Dollar (etwa 8 Millionen Euro). Erste Tests fanden bereits im Juli im Rahmen eines Starlink-Starts statt. Dabei brachte Besxar zwei sogenannte "Fabships" ins All. Die kleinen Behälter sollten zeigen, dass die Technik den Start übersteht, Wafer-Proben vor Verunreinigungen schützt und diese anschließend dem Vakuum aussetzt.
Nach Angaben des Unternehmens verlief der Test trotz eines Problems mit dem Flugdatensystem eines Behälters erfolgreich. Die zurückgeführten Proben hätten sogar weniger Partikel aufgewiesen als vergleichbare, nicht ins All gebrachte Wafer. Die Ursache für die Fehlfunktion untersucht Besxar noch.
Test über zwei Jahre
In den kommenden zwei Jahren soll die Technik schrittweise weiterentwickelt werden. Zunächst geht es darum, Wafer im Orbit zu erhitzen und einzelne Materialien auf ihnen abzuscheiden. Später sollen mehrere Materialien kombiniert werden. Langfristig möchte Besxar größere Produktionsanlagen ins All bringen, unter anderem mit der noch in Entwicklung befindlichen Starship-Rakete von SpaceX.Die Idee ist nicht völlig neu. Auch Unternehmen wie United Semiconductors und Space Forge arbeiten an der Halbleiterproduktion unter Weltraumbedingungen. Das zentrale Problem bleibt jedoch der Transport: Die hergestellten Produkte müssen anschließend wieder zur Erde gelangen, und für eine wirtschaftliche Produktion wären deutlich größere Mengen nötig. Besxar rechnet langfristig mit Hunderten bis Tausenden Wafern pro Produktionsanlage. Ob sich das Geschäftsmodell durchsetzen lässt, hängt daher maßgeblich von günstigeren und häufigeren Raketenstarts ab.
Siehe auch:
Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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