Kartellamt greift durch:
Apple ändert App-Tracking auf iPhones
Nach massivem Druck des Bundeskartellamts ändert Apple innerhalb von vier Monaten die Tracking-Regeln für das iPhone. Der Konzern muss künftig Warnhinweise entfernen und Abfragen neutral gestalten. Drittanbieter erhalten so fairere Chancen.
Das im April 2021 mit iOS 14.5 eingeführte Regelwerk zwingt Entwickler, eine explizite Erlaubnis der Nutzerschaft einzuholen, bevor das Nutzungsverhalten über verschiedene Anwendungen hinweg verfolgt wird. Bisher galten für Apples eigene Dienste jedoch andere Vorgaben. Der Konzern konnte Daten aus dem App Store oder der Apple ID kombinieren, ohne den strengen Abfrageprozess für Drittanbieter durchlaufen zu müssen.
Wie das Bundeskartellamt berichtet, hat sich Apple nun zu bindenden Anpassungen verpflichtet. Die Menüs zur Datenerfassung müssen künftig inhaltlich, sprachlich und optisch neutral gestaltet sein. Der Begriff Tracking entfällt komplett aus der Nutzeroberfläche.
Entwickler erhalten zudem die Möglichkeit, die Abfrage nach einer Ablehnung nach Ablauf von zwölf Monaten erneut anzuzeigen. Ferner lassen sich die Systemabfragen künftig besser mit den eigenen Datenschutzhinweisen der Anbieter kombinieren.
Die Angleichung der Regeln bietet Drittanbietern bessere Chancen, die für ihre Finanzierung wichtige personalisierte Werbung auszuspielen. Für Endanwender bedeutet das eine einheitlichere Bedienung. Die vereinfachten Abfragen könnten zu einer häufigeren Weitergabe persönlicher Daten führen. Der Schutz der Privatsphäre bleibt bestehen, da die geräteübergreifende Datennutzung weiterhin aktiv abgelehnt werden kann.
In anderen europäischen Ländern führten ähnliche Untersuchungen zu finanziellen Sanktionen für Apple. Die Aufsichtsbehörden in Frankreich und Italien verhängten bereits im Vorfeld Bußgelder in Höhe von 150 Millionen Euro sowie 98,6 Millionen Euro wegen Verstößen im Bereich der Datenschutzabfragen.
Was meint ihr zu den angepassten Datenschutzabfragen auf dem iPhone? Teilt eure Gedanken und Erfahrungen zu den neuen Tracking-Regeln gerne in den Kommentaren mit uns.
Siehe auch:
Gleiche Regeln für alle Apps
Apple passt die Datenschutzabfragen auf dem iPhone und iPad in Deutschland sowie weiten Teilen der Europäischen Union an. Der Technologiekonzern reagiert damit auf den Vorwurf, eigene Anwendungen bei der Erfassung persönlicher Daten für personalisierte Werbung gegenüber Drittanbietern zu bevorzugen. Die Änderungen am sogenannten "App Tracking Transparency"-Framework sollen innerhalb der nächsten vier Monate umgesetzt werden.Das im April 2021 mit iOS 14.5 eingeführte Regelwerk zwingt Entwickler, eine explizite Erlaubnis der Nutzerschaft einzuholen, bevor das Nutzungsverhalten über verschiedene Anwendungen hinweg verfolgt wird. Bisher galten für Apples eigene Dienste jedoch andere Vorgaben. Der Konzern konnte Daten aus dem App Store oder der Apple ID kombinieren, ohne den strengen Abfrageprozess für Drittanbieter durchlaufen zu müssen.
Wie das Bundeskartellamt berichtet, hat sich Apple nun zu bindenden Anpassungen verpflichtet. Die Menüs zur Datenerfassung müssen künftig inhaltlich, sprachlich und optisch neutral gestaltet sein. Der Begriff Tracking entfällt komplett aus der Nutzeroberfläche.
Neutrale Abfragen und Fristen
Um eine faire Wettbewerbssituation zu schaffen, strukturiert Apple die Auswahlmöglichkeiten um. Folgende Anpassungen sind für die überarbeiteten Abfragefenster vorgesehen:- Entfernung warnender Handsymbole und abschreckender Formulierungen
- Neutrale Benennung der Schaltflächen mit Erlauben und Verbieten
- Einheitliche Reihenfolge der Buttons bei allen Anwendungen
Entwickler erhalten zudem die Möglichkeit, die Abfrage nach einer Ablehnung nach Ablauf von zwölf Monaten erneut anzuzeigen. Ferner lassen sich die Systemabfragen künftig besser mit den eigenen Datenschutzhinweisen der Anbieter kombinieren.
Die Angleichung der Regeln bietet Drittanbietern bessere Chancen, die für ihre Finanzierung wichtige personalisierte Werbung auszuspielen. Für Endanwender bedeutet das eine einheitlichere Bedienung. Die vereinfachten Abfragen könnten zu einer häufigeren Weitergabe persönlicher Daten führen. Der Schutz der Privatsphäre bleibt bestehen, da die geräteübergreifende Datennutzung weiterhin aktiv abgelehnt werden kann.
Verfahren in Europa beendet
Mit den zugesicherten Änderungen wird das seit 2022 laufende Verfahren in Deutschland ohne eine Geldstrafe beendet. Die Zusagen des Unternehmens gelten für einen Zeitraum von sieben Jahren und werden von einem unabhängigen Treuhänder überwacht.In anderen europäischen Ländern führten ähnliche Untersuchungen zu finanziellen Sanktionen für Apple. Die Aufsichtsbehörden in Frankreich und Italien verhängten bereits im Vorfeld Bußgelder in Höhe von 150 Millionen Euro sowie 98,6 Millionen Euro wegen Verstößen im Bereich der Datenschutzabfragen.
Was meint ihr zu den angepassten Datenschutzabfragen auf dem iPhone? Teilt eure Gedanken und Erfahrungen zu den neuen Tracking-Regeln gerne in den Kommentaren mit uns.
Zusammenfassung
- Apple passt Datenschutzabfragen auf dem iPhone und iPad im EU-Raum an
- Der Konzern reagiert damit auf Vorwürfe wegen unfairen Wettbewerbs
- Die Abfragefenster müssen künftig optisch und inhaltlich neutral sein
- Die Änderungen müssen innerhalb der nächsten vier Monate erfolgen
- Das Kartellamt beendet das Verfahren gegen Apple ohne eine Geldstrafe
Siehe auch:
- Spionage: Apple sendet ernste Warnung an iPhone-User in 110 Ländern
- Support-Aus: Apple stuft legendäres iPhone & MacBook als veraltet ein
- iOS 26.6.1: Apple testet ungewöhnlicherweise das Sicherheitsupdate
- EU-Zwang: Apple öffnet iPhone-Zwischenablage für Windows-PCs
- Ein Vertrag, drei Geräte: Apple startet AppleCare One in Deutschland
Videos zum iPhone
- MacBook Neo: So schlägt sich Apples Einsteiger-Notebook im Test
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