Nur Selbstschutz: Anthropic räumt Backdoor in Claude Code ein
Der KI-Anbieter Anthropic hat eingeräumt, Backdoor in seine Technologie integriert zu haben. Allerdings habe es sich um ein zeitlich begrenztes Experiment zum eigenen Schutz gehandelt. Das Unternehmen reagierte damit auf Vorwürfe aus China.
Den Angaben zufolge können über die beanstandete Funktion unter anderem Informationen zum Standort sowie zur Identität eines Nutzers übermittelt werden. Die Warnung bezieht sich auf die Claude-Code-Versionen 2.1.91 bis 2.1.196, die zwischen Anfang April und Ende Juni veröffentlicht wurden. Inzwischen steht mit Version 2.1.204 eine neuere Ausgabe zur Verfügung.
Anthropic wies die Vorwürfe jedoch teilweise zurück. Das Unternehmen erklärte, bei der beanstandeten Funktion habe es sich um ein zeitlich begrenztes Experiment gehandelt, das dem Schutz der eigenen KI-Technologie vor sogenannter "Distillation" dienen sollte. Dabei versuchen andere Anbieter oder Entwickler, die Fähigkeiten eines KI-Modells nachzubilden oder zu übernehmen. Zugleich verwies Anthropic darauf, dass seine Nutzungsrichtlinien ohnehin den Einsatz der Software durch Organisationen untersagen, die mehrheitlich von Unternehmen mit Hauptsitz in China kontrolliert werden.
Obwohl die Dienste von Anthropic in China offiziell nicht verfügbar sind, greifen viele Entwickler dort nach wie vor über Umwege auf die Software zu. Bereits im März hatte ein KI-Entwickler des Elektronikkonzerns Xiaomi auf einem staatlich organisierten Forum erklärt, dass Claude Code in der chinesischen Entwicklerszene weit verbreitet sei. Zudem wurde bekannt, dass Alibaba seine Beschäftigten angewiesen hat, die KI-Werkzeuge von Anthropic ab dem 10. Juli nicht mehr für dienstliche Zwecke zu verwenden. Die aktuellen Warnungen der chinesischen Behörden dürften den Druck auf Nutzer der Software zusätzlich erhöhen.
Siehe auch:
Vorwürfe aus China
Nach Angaben des chinesischen Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie soll eine Schwachstelle im KI-Chatbot Claude Code dazu führen können, dass sensible Nutzerdaten ohne Zustimmung an einen entfernten Server übertragen werden. Das berichtet der US-Sender CNBC. Betroffen seien bestimmte Versionen des Systems, weshalb Anwender aufgefordert wurden, diese zu nicht zu verwenden und auf eine neuere Fassung zuzrückzugreifen.Den Angaben zufolge können über die beanstandete Funktion unter anderem Informationen zum Standort sowie zur Identität eines Nutzers übermittelt werden. Die Warnung bezieht sich auf die Claude-Code-Versionen 2.1.91 bis 2.1.196, die zwischen Anfang April und Ende Juni veröffentlicht wurden. Inzwischen steht mit Version 2.1.204 eine neuere Ausgabe zur Verfügung.
Anthropic wies die Vorwürfe jedoch teilweise zurück. Das Unternehmen erklärte, bei der beanstandeten Funktion habe es sich um ein zeitlich begrenztes Experiment gehandelt, das dem Schutz der eigenen KI-Technologie vor sogenannter "Distillation" dienen sollte. Dabei versuchen andere Anbieter oder Entwickler, die Fähigkeiten eines KI-Modells nachzubilden oder zu übernehmen. Zugleich verwies Anthropic darauf, dass seine Nutzungsrichtlinien ohnehin den Einsatz der Software durch Organisationen untersagen, die mehrheitlich von Unternehmen mit Hauptsitz in China kontrolliert werden.
Harte Konkurrenz
Die Auseinandersetzung fällt in eine Phase zunehmender Spannungen zwischen den USA und China. Beide Länder konkurrieren intensiv um technologische Führungspositionen im KI-Bereich und werfen sich gegenseitig vor, geistiges Eigentum oder technologische Entwicklungen unzulässig auszunutzen. Bereits im vergangenen Monat hatte Anthropic dem chinesischen Technologiekonzern Alibaba vorgeworfen, versucht zu haben, Fähigkeiten seiner KI-Modelle zu extrahieren. Alibaba äußerte sich zu den Anschuldigungen damals nicht.Obwohl die Dienste von Anthropic in China offiziell nicht verfügbar sind, greifen viele Entwickler dort nach wie vor über Umwege auf die Software zu. Bereits im März hatte ein KI-Entwickler des Elektronikkonzerns Xiaomi auf einem staatlich organisierten Forum erklärt, dass Claude Code in der chinesischen Entwicklerszene weit verbreitet sei. Zudem wurde bekannt, dass Alibaba seine Beschäftigten angewiesen hat, die KI-Werkzeuge von Anthropic ab dem 10. Juli nicht mehr für dienstliche Zwecke zu verwenden. Die aktuellen Warnungen der chinesischen Behörden dürften den Druck auf Nutzer der Software zusätzlich erhöhen.
Zusammenfassung
- China wirft Anthropic eine Backdoor im Chatbot Claude Code vor
- Laut dem US-Sender CNBC sollen sensible Nutzerdaten abfließen
- Anthropic rechtfertigt die Funktion als Schutz vor Distillation
- Die betroffenen Versionen wurden im Frühjahr 2026 publiziert
- Chinesische Firmen nutzen die Software trotz offizieller Verbote
- Alibaba verbietet seinen Angestellten die Nutzung ab 10. Juli
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