Starlink-Konkurrent: Amazon hat genügend Satelliten, um zu starten

Amazon hat nach einem nächtlichen Raketenstart fast 400 Satelliten für seinen neuen Internetdienst Leo im Erdorbit. Das reicht laut dem Unternehmen für einen ersten Testbetrieb. Ein breiter Start lässt aber noch auf sich warten.
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Amazon Leo erreicht wichtigen Schritt

Amazon hat in der Nacht zum 2. Juli von Cape Canaveral aus 29 weitere Satelliten für sein Netzwerk in den Erdorbit gebracht. Damit umkreisen nun 396 Satelliten des Dienstes Projekt Kuiper die Erde. Das Unternehmen sieht das System als Alternative zu bestehenden Anbietern für satellitengestütztes Breitbandinternet, also unter anderem für Starlink.

Nach Angaben des Unternehmens reicht die aktuelle Zahl für einen ersten kontinuierlichen Basisdienst in bestimmten Breitengraden aus. Das Ziel einer kommerziellen Verfügbarkeit rückt damit näher. Ein flächendeckendes Netz steht zunächst aber nicht zur Verfügung.


Wie Space News berichtet, müssen sich frühe Nutzer auf Einschränkungen einstellen. Die anfängliche Abdeckung dürfte auf bestimmte Gebiete beschränkt bleiben. Der Dienst wird daher zunächst lückenhaft sein, bis weitere Satelliten folgen.

Simulationen von Analysten deuten darauf hin, dass Nutzer in mittleren bis nördlichen Breiten der USA derzeit zu etwa 94 Prozent der Zeit eine Verbindung aufbauen können. Für einen reibungslosen Betrieb in diesem Korridor wurde ursprünglich ein Bedarf von 578 Satelliten geschätzt. Amazon könnte den geografischen Radius für die Testläufe deshalb verkleinern.

Ende einer Ära in der Raumfahrt

Der jüngste Transport ins All markiert zugleich das Ende einer Ära in der Raumfahrt. Die eingesetzte Trägerrakete vom Typ Atlas 5 absolvierte ihren letzten Flug mit einer Satelliten-Nutzlast. Seit ihrer Einführung im Jahr 2002 startete sie 110 Mal. Die verbleibenden sechs Exemplare der Baureihe sind für das Starliner-Programm von Boeing reserviert.

Wettbewerb mit Starlink

Im Vergleich zum Marktführer Starlink steht Amazon noch am Anfang. Die Konkurrenz startete ihren Betatest 2020 mit knapp 900 Satelliten und betreibt heute ein Netz aus mehr als 10.000 Einheiten. Ein Vorteil für Amazon Leo ist die etwas höhere Umlaufbahn von mehr als 600 Kilometern, durch die ein einzelner Satellit eine größere Fläche abdeckt.

Amazon investiert zudem in die Bodeninfrastruktur. Das Unternehmen baut weltweit Antennenstationen und Rechenzentren auf, um die Signale aus dem All ins terrestrische Internet einzuspeisen. Die Empfangsgeräte für Endkunden sollen kompakt und leicht zu montieren sein. Ein Preis für die Hardware steht noch nicht fest.

Glaubt ihr, dass ein neuer Anbieter den Markt für Satelliten-Internet beleben wird, oder kommt der Dienst zu spät? Teilt eure Gedanken und Erwartungen gerne unten in den Kommentaren mit uns!
Zusammenfassung
  • Amazon hat 29 weitere Satelliten für sein Projekt Kuiper ins All geschossen
  • Mit nun 396 Einheiten nähert sich der Dienst für Breitbandinternet dem Start
  • Ein flächendeckendes Angebot ist aktuell jedoch noch nicht in Sicht für Nutzer
  • Die verwendete Atlas-5-Rakete absolvierte damit ihren letzten Satellitenflug
  • Amazon muss im Wettbewerb mit dem Marktführer Starlink massiv aufholen nun
  • Höhere Umlaufbahnen sollen Amazon beim Netzaufbau einen gewissen Vorteil bieten

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