Russland erhöht den Druck auf Apple, droht mit Millionenstrafe

Die russische Kartellbehörde fordert von Apple die Vorinstallation heimischer Software auf allen iOS-Geräten. Bei Zuwiderhandlung droht eine Millionenstrafe. Die Umsetzung der Vorgabe ist jedoch aus einem ganz bestimmten Grund unrealistisch.
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Ultimatum für Software-Vorgaben

Die russische Bundes-Antimonopoldienststelle hat Apple offiziell verwarnt. Die Behörde fordert, dass bis zum 15. Juli 2026 bestimmte russische Software auf allen im Land verkauften Geräten mit dem Betriebssystem iOS vorinstalliert sein muss. Laut der Nachrichtenagentur Reuters gehören der Messenger Max, der App-Marktplatz RuStore sowie heimische Suchmaschinen. Bei Nichtbeachtung droht eine Geldstrafe von bis zu vier Milliarden Rubel (etwa 45 Millionen Euro).

Die Kartellwächter werfen dem iPhone-Hersteller vor, ausländische Suchmaschinen als Standard festzulegen und dadurch russische Entwickler zu benachteiligen. Nutzer müssen ihre Einstellungen manuell ändern, um lokale Dienste zu verwenden. Das schaffe diskriminierende Bedingungen und verletze die Rechte der Verbraucher.

Hintergrund des App-Streits

Die Situation eskalierte vor einigen Wochen, nachdem Apple im Juni mehrere Anwendungen des staatlich kontrollierten Technologieunternehmens VK aus dem App Store entfernt hatte. Darunter befanden sich neben dem Messenger Max auch die E-Mail-Dienste von Mail.ru und das soziale Netzwerk Odnoklassniki. Apple begründete das Vorgehen mit der Einhaltung internationaler Sanktionen.

Das russische Ministerium für digitale Entwicklung bezeichnete die Löschung als politisch motivierte Entscheidung und reichte Beschwerde bei der Behörde ein. Ein Sprecher des Kremls forderte Erklärungen und stellte die zukünftige Zusammenarbeit mit dem US-Unternehmen infrage. Für Apple entsteht dadurch eine komplexe rechtliche Lage, da das Unternehmen einerseits US-Sanktionen befolgen muss und andererseits mit lokalen Vorschriften konfrontiert wird.

Verkauf über den Graumarkt

Die praktische Umsetzung der russischen Forderungen gilt als unwahrscheinlich. Apple hat den offiziellen Verkauf seiner Hardware in Russland bereits im März 2022 als Reaktion auf den Einmarsch in die Ukraine gestoppt. Neue iPhones und iPads gelangen derzeit ausschließlich über den Graumarkt in das Land. Da Apple keine speziellen Geräte-Konfigurationen für den russischen Markt mehr produziert, fehlt die technische Grundlage für die geforderten Vorinstallationen.

Obwohl Apple Hardware-Verkäufe eingestellt hat, bleibt der App Store in Russland zugänglich. In der Vergangenheit reagierte das Unternehmen auf behördliche Anfragen und entfernte etwa VPN-Dienste. Ein Einlenken bei der tiefgreifenden Integration staatlich geförderter Software in das Betriebssystem gilt jedoch als ausgeschlossen. Die angedrohte Strafe würde Apple finanziell ohnehin kaum treffen, könnte aber zu weiteren Einschränkungen der verbleibenden Dienste führen.

Sollte sich Apple komplett aus dem russischen Markt zurückziehen oder weiterhin Basisdienste anbieten? Teilt eure Gedanken zu diesem Konflikt gerne mit uns in den Kommentaren. Was meint ihr dazu?

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