Es werde Licht: Startup erzeugt erstmals direkt Strom aus Kernfusion

Das US-Fusionsunternehmen Realta Fusion hat nach eigenen Angaben erstmals in der Privatwirtschaft Strom direkt aus einer Kernfusionsreaktion gewonnen. Im Experiment sollen damit mehrere Leuchtmittel betrieben worden sein.
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Direktumwandlung von Alpha-Teilchen

Der Versuch fand vor einigen Tagen am Demonstrationsreaktor WHAM statt und könnte ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu wirtschaftlich nutzbaren Fusionskraftwerken sein. Realta setzt dabei auf einen Ansatz, der sich von klassischen Kraftwerkskonzepten unterscheidet. Statt die bei der Fusion entstehende Wärme ausschließlich zur Dampferzeugung und zum Antrieb von Turbinen zu nutzen, will das Unternehmen einen Teil der Energie direkt aus den Fusionsprodukten in elektrische Energie umwandeln.

Nach Angaben von Firmenchef und Mitgründer Kieran Furlong erreichte die eingesetzte Technologie in ersten Tests einen Wirkungsgrad von rund 90 Prozent, was aber nut den gezielt genutzten Teil der Fusionsenergie betrifft. Konventionelle Dampfturbinen in heutigen Kernkraftwerken kommen typischerweise auf etwa ein Drittel dieses Wertes, erheblich mehr ist aufgrund physikalischer Gesetzmäßigkeiten auch nicht möglich.

Realta Fusion erzeugt Strom direkt aus der Kernfusion

Für den Versuch entwickelte das Unternehmen einen Prototypen eines Direktumwandlers und installierte ihn am Ende des Reaktors. Dort wurde Energie aus Alpha-Teilchen gewonnen, also geladenen Heliumkernen, die bei Deuterium-Tritium-Fusionsreaktionen entstehen. Diese Teilchen machen etwa ein Fünftel der freigesetzten Fusionsenergie aus. Laut Realta konnten mehrere Ampere Strom bei einer Spannung von 100 Volt erzeugt werden, genug, um einige Glühbirnen zu betreiben.

Problem der Wirtschaftlichkeit

Langfristig soll die direkt gewonnene Elektrizität allerdings nicht für die Stromversorgung von Kunden genutzt werden. Vielmehr wird diese Energie benötigt, um das heiße Plasma im Reaktor selbst zu versorgen. Dadurch könnte ein Teil der erzeugten Energie unmittelbar in den Prozess zurückgeführt werden und diesen am Laufen halten. Nach Einschätzung von Furlong könnte dies die Gesamtleistung eines kommerziellen Fusionskraftwerks um 20 bis 30 Prozent steigern und dessen Wirtschaftlichkeit deutlich verbessern.

Damit geht Realta eines der größten Probleme der Fusionsforschung an: Wenn Fusionskraftwerke technisch machbar sind, müssen sie sich auch wirtschaftlich gegen andere Energiequellen behaupten können. Bisherige Berechnungen laufen eher darauf hinaus, dass der Strom aus solchen Anlagen deutlich teurer sein wird, als beispielsweise jener aus Solar- oder Windkraftanlagen.


Realta ist nicht das einzige Unternehmen, das auf die beschriebene Technologie setzt. Auch das von Investor Sam Altman unterstützte Fusions-Startup Helion verfolgt Pläne zur direkten Energieumwandlung, hat entsprechende Ergebnisse bislang aber nicht öffentlich vorgestellt. Realta Fusion hatte 2025 bereits 36 Millionen Dollar von Investoren eingesammelt und bereitet derzeit nach eigenen Angaben eine weitere Finanzierungsrunde vor.

Zusammenfassung
  • Das Startup Realta Fusion erzeugte erstmals Strom aus Kernfusion
  • Der Versuch fand am Demonstrationsreaktor namens WHAM erfolgreich statt
  • Ein neuartiger Direktumwandler nutzt dabei geladene Alpha-Teilchen aus
  • Die gewonnene Energie soll künftig das Plasma im Reaktor selbst speisen
  • Diese Methode steigert die Effizienz künftiger Fusionskraftwerke massiv

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