Forscher weisen gravierende Fehler in wichtiger Klima-Datenbank nach
Eine aktuelle Forschungsarbeit von der Northern Arizona University stellt die Genauigkeit einer einflussreichen Klima-Datenbank infrage. Gegenstand der Kritik ist die Datenbasis, die das Climate-TRACE-Konsortium zur Verfügung stellt.
In der nun veröffentlichten Forschungsarbeit wurden die Kohlendioxidemissionen von Autos und Lastwagen in US-Städten auf Grundlage der Climate-TRACE-Daten analysiert. Hauptautor Kevin Gurney betont, dass verlässliche Emissionsdaten eine zentrale Grundlage für wirksame Klimaschutzmaßnahmen darstellen.
Für die Studie verglich das Forschungsteam die Climate-TRACE-Daten mit dem sogenannten Vulcan-Datensatz, der in Gurneys Labor entwickelt wurde und auf offiziellen Verkehrs- und Energieverbrauchsdaten basiert. Während Vulcan eine Unsicherheit von etwa 14 Prozent aufweist, lagen die Abweichungen zwischen beiden Datensätzen deutlich darüber. "Im Durchschnitt waren die von Climate TRACE angegebenen Emissionen etwa 70 Prozent niedriger als die Werte aus dem Vulcan-Modell", erklärte Mitautor Bilal Aslam.
Besonders auffällig waren die Unterschiede in einzelnen Städten: In Indianapolis und Nashville lagen die berechneten Emissionen laut Studie sogar um mehr als 90 Prozent unter den Vergleichswerten. Die Forschenden vermuten, dass diese Unterschätzung nicht auf die USA beschränkt ist, sondern weltweit auftreten könnte.
Die Forschungsarbeit formuliert zudem Empfehlungen zur Verbesserung der Datenqualität. Ziel sei es, politische Entscheidungen auf eine verlässliche Grundlage zu stellen. "Perfekte Genauigkeit ist kaum erreichbar, aber die Daten müssen höchsten wissenschaftlichen Standards genügen", so Gurney. Andernfalls drohe nicht nur eine Fehleinschätzung von Maßnahmen, sondern auch ein Vertrauensverlust in die Klimapolitik insgesamt. Siehe auch:
- Forscher aus Nord-Arizona stellen Climate-TRACE-Datenbasis infrage
- Datenbasis wird von Al Gores Climate-TRACE-Konsortium bereitgestellt
- Climate-TRACE-Daten zeigen 70 Prozent niedrigere Emissionen als Vulcan
- Städte wie Indianapolis und Nashville weisen noch größere Abweichungen auf
- Forschende vermuten strukturelles Problem durch KI-gestützte Datensammlung
- Studie empfiehlt wissenschaftliche Sorgfalt und unabhängige Überprüfung
- Ohne verlässliche Daten droht Vertrauensverlust in die Klimapolitik
Verkehrsemissionen viel zu niedrig angesetzt
Die Organisation wurde vom früheren US-Vizepräsidenten Al Gore mitgegründet. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, grundlegende Informationen über die Quellen von Treibhausgasen zur Verfügung zu stellen, mit denen Forschung und Politik arbeiten können. Entsprechend problematisch ist es natürlich, wenn hier keine exakten Daten angeboten werden.In der nun veröffentlichten Forschungsarbeit wurden die Kohlendioxidemissionen von Autos und Lastwagen in US-Städten auf Grundlage der Climate-TRACE-Daten analysiert. Hauptautor Kevin Gurney betont, dass verlässliche Emissionsdaten eine zentrale Grundlage für wirksame Klimaschutzmaßnahmen darstellen.
Für die Studie verglich das Forschungsteam die Climate-TRACE-Daten mit dem sogenannten Vulcan-Datensatz, der in Gurneys Labor entwickelt wurde und auf offiziellen Verkehrs- und Energieverbrauchsdaten basiert. Während Vulcan eine Unsicherheit von etwa 14 Prozent aufweist, lagen die Abweichungen zwischen beiden Datensätzen deutlich darüber. "Im Durchschnitt waren die von Climate TRACE angegebenen Emissionen etwa 70 Prozent niedriger als die Werte aus dem Vulcan-Modell", erklärte Mitautor Bilal Aslam.
Besonders auffällig waren die Unterschiede in einzelnen Städten: In Indianapolis und Nashville lagen die berechneten Emissionen laut Studie sogar um mehr als 90 Prozent unter den Vergleichswerten. Die Forschenden vermuten, dass diese Unterschätzung nicht auf die USA beschränkt ist, sondern weltweit auftreten könnte.
Sorgfalt wichtiger als KI-Einsatz
Die Ergebnisse knüpfen an frühere Untersuchungen an, die bereits ähnliche Diskrepanzen bei Emissionen von Kraftwerken festgestellt hatten. Insgesamt sehen die Autoren darin ein strukturelles Problem durch den Einsatz von KI-Technologien, mit denen die Climate-TRACE-Daten zusammengestellt wurden. Zwar biete der Einsatz von KI großes Potenzial für die Umweltforschung, doch seien wissenschaftliche Sorgfalt, Transparenz und unabhängige Überprüfung unverzichtbar.Die Forschungsarbeit formuliert zudem Empfehlungen zur Verbesserung der Datenqualität. Ziel sei es, politische Entscheidungen auf eine verlässliche Grundlage zu stellen. "Perfekte Genauigkeit ist kaum erreichbar, aber die Daten müssen höchsten wissenschaftlichen Standards genügen", so Gurney. Andernfalls drohe nicht nur eine Fehleinschätzung von Maßnahmen, sondern auch ein Vertrauensverlust in die Klimapolitik insgesamt. Siehe auch:
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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