Archäologen bergen 80-Tonnen-Steine, die von Weltwunder stammen
Vor der Küste Ägyptens haben Forscher gewaltige Steinblöcke des antiken Leuchtturms von Alexandria aus dem Meer geborgen. Mit modernen Scan-Verfahren entsteht nun ein digitaler Zwilling, der das Rätsel um den Einsturz des Weltwunders lösen soll.
Der im dritten Jahrhundert vor Christus unter Ptolemaios I. erbaute Pharos galt mit einer Höhe von über 100 Metern als erstes Hochhaus der Menschheit. Er bestand aus drei Ebenen mit quadratischen, achteckigen und zylindrischen Formen. Das Gebäude sicherte über ein Jahrtausend lang den Schiffsverkehr, bevor schwere Erdbeben es zwischen dem 10. und 14. Jahrhundert zerstörten. Die nun geborgenen Türstürze und Bodenplatten gehörten vermutlich zum historischen Eingangsbereich.
Freiwillige Ingenieure testen in der virtuellen Umgebung verschiedene Hypothesen zur Konstruktion und zum finalen Einsturz des Leuchtturms. Die präzisen Modelle helfen dabei, die großen logistischen Leistungen der antiken Baumeister beim Transport der Schwerlasten besser zu verstehen. Ein Nachteil der rein virtuellen Rekonstruktion ist, dass das Bauwerk an seinem Ursprungsort nicht physisch wiederaufgebaut wird. Die geborgenen Originalsteine bedürfen zudem einer aufwendigen Konservierung.
Das interdisziplinäre Pharos-Projekt bündelt für das Vorhaben die Expertise aus Archäologie, Architektur und Informatik. Neben den physischen Scans fließen auch historische Aufzeichnungen und antike Münzbilder in die Datenbank ein. Das gleicht fehlende Informationen der stark fragmentierten Ruine aus, da viele Steine im 15. Jahrhundert für den Bau einer Festung abtransportiert wurden. Das endgültige Computermodell soll der Öffentlichkeit später ermöglichen, das verlorene Weltwunder interaktiv am Bildschirm zu erkunden.
Was haltet ihr von der Idee, historische Stätten als digitale Zwillinge zu rekonstruieren? Reicht euch ein virtuelles Erlebnis völlig aus? Teilt eure Meinung gerne in den Kommentaren mit uns!
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Weltwunder aus dem Meer
Vor der Küste Ägyptens hat ein archäologisches Team 22 gewaltige Steinblöcke des antiken Leuchtturms von Alexandria alias Pharos aus dem Mittelmeer geborgen. Unter der Leitung der Archäologin Isabelle Hairy vom französischen Forschungsinstitut CNRS holte man die bis zu 80 Tonnen schweren Fragmente an die Oberfläche. Das Ziel der Mission ist es, die Fundstücke informationstechnisch zu erfassen und das Bauwerk digital zu rekonstruieren.Der im dritten Jahrhundert vor Christus unter Ptolemaios I. erbaute Pharos galt mit einer Höhe von über 100 Metern als erstes Hochhaus der Menschheit. Er bestand aus drei Ebenen mit quadratischen, achteckigen und zylindrischen Formen. Das Gebäude sicherte über ein Jahrtausend lang den Schiffsverkehr, bevor schwere Erdbeben es zwischen dem 10. und 14. Jahrhundert zerstörten. Die nun geborgenen Türstürze und Bodenplatten gehörten vermutlich zum historischen Eingangsbereich.
Digitaler Zwilling entsteht
Nach der Bergung werden die Steine mittels hochauflösender Fotogrammetrie gescannt. Wie das Unternehmen Dassault Systèmes schreibt, ergänzen die neuen Daten eine bestehende Sammlung von über 100 bereits unter Wasser digitalisierten Blöcken. Die IT-gestützte Analyse bietet dabei konkrete Mehrwerte für die Forschung:- Erstellung millimetergenauer 3D-Modelle der einzelnen Fragmente
- Virtuelle Zusammenführung der Bauteile wie bei einem Puzzle
- Simulation von physikalischen Belastungen und Erdbeben
Freiwillige Ingenieure testen in der virtuellen Umgebung verschiedene Hypothesen zur Konstruktion und zum finalen Einsturz des Leuchtturms. Die präzisen Modelle helfen dabei, die großen logistischen Leistungen der antiken Baumeister beim Transport der Schwerlasten besser zu verstehen. Ein Nachteil der rein virtuellen Rekonstruktion ist, dass das Bauwerk an seinem Ursprungsort nicht physisch wiederaufgebaut wird. Die geborgenen Originalsteine bedürfen zudem einer aufwendigen Konservierung.
Das interdisziplinäre Pharos-Projekt bündelt für das Vorhaben die Expertise aus Archäologie, Architektur und Informatik. Neben den physischen Scans fließen auch historische Aufzeichnungen und antike Münzbilder in die Datenbank ein. Das gleicht fehlende Informationen der stark fragmentierten Ruine aus, da viele Steine im 15. Jahrhundert für den Bau einer Festung abtransportiert wurden. Das endgültige Computermodell soll der Öffentlichkeit später ermöglichen, das verlorene Weltwunder interaktiv am Bildschirm zu erkunden.
Was haltet ihr von der Idee, historische Stätten als digitale Zwillinge zu rekonstruieren? Reicht euch ein virtuelles Erlebnis völlig aus? Teilt eure Meinung gerne in den Kommentaren mit uns!
Zusammenfassung
- Archäologen bargen 22 gewaltige Steinblöcke des Leuchtturms von Alexandria
- Die bis zu 80 Tonnen schweren Fragmente wurden vor der Küste Ägyptens geborgen
- Der Pharos wurde im 3. Jahrhundert v. Chr. unter Ptolemaios I. erbaut
- Mit einer Höhe von über 100 Metern galt er als erstes Hochhaus der Menschheit
- Die Steinblöcke werden per hochauflösender Fotogrammetrie digitalisiert
- Freiwillige Ingenieure simulieren in der virtuellen Umgebung den Einsturz
- Das fertige 3D-Modell soll der Öffentlichkeit einen interaktiven Zugang ermöglichen
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