Anna's Archive: Spotify und Co. gewinnen vor Gericht 322 Mio. $
Ein US-Gericht hat Spotify und mehreren Musiklabels einen juristischen Sieg gegen "Anna's Archive" zugesprochen: Es verhängte ein Versäumnisurteil in Höhe von insgesamt 322 Millionen Dollar gegen die unbekannten Betreiber der Seite.
"Anna's Archive" war bislang vor allem als Suchmaschine für sogenannte Schattenbibliotheken bekannt und hatte zunächst lediglich Metadaten von Musiktiteln veröffentlicht. Doch schon dies alarmierte die Musikindustrie. Kurz darauf reichten Spotify sowie die Labels Universal, Sony und Warner Klage ein.
Neben dem hohen Schadensersatz ordnete das Gericht auch eine dauerhafte Sperrung mehrerer Domainnamen der Plattform an. Internetdienstleister, Hosting-Anbieter und Domain-Registrare wurden verpflichtet, den Zugang zu insgesamt zehn Domains zu blockieren und relevante Daten zur Identifizierung der Betreiber zu sichern.
Die zugesprochene Summe setzt sich aus verschiedenen Posten zusammen: Die Labels erhielten jeweils den gesetzlich maximalen Schadensersatz für Urheberrechtsverletzungen bei rund 50 Musikwerken. Den größten Anteil macht jedoch Spotifys Forderung aus: 300 Millionen Dollar für die Umgehung technischer Schutzmaßnahmen bei rund 120.000 Musikdateien. Dabei betonten die Kläger, dass diese Berechnung konservativ sei: Würde man alle veröffentlichten Dateien berücksichtigen, könnte der Schaden theoretisch in Milliardenhöhe liegen.
Zusätzlich müssen alle von Spotify kopierten Inhalte gelöscht werden. Eine theoretische Möglichkeit, die Domainsperren abzuwenden, besteht nur, wenn die Betreiber den gesamten Schadensersatz zahlen und alle gerichtlichen Auflagen erfüllen. Ein solches Szenario gilt als äußerst unwahrscheinlich. Unklar bleibt zudem, ob alle betroffenen Domains tatsächlich abgeschaltet werden, da einige außerhalb der US-Gerichtsbarkeit registriert sind und sich bereits früheren Anordnungen entzogen hatten.
Siehe auch:
Bei Musik hört der Spaß auf
Da diese Personen hinter der Plattform nicht vor Gericht erschienen, wurde der Forderung der Kläger vom Richter Jed Rakoff vollständig stattgegeben, berichtete das Magazin TorrentFreak. Auslöser des Verfahrens war die kurzzeitige Veröffentlichung von Millionen Musiktiteln, die offenbar über BitTorrent von Spotify abgegriffen worden waren."Anna's Archive" war bislang vor allem als Suchmaschine für sogenannte Schattenbibliotheken bekannt und hatte zunächst lediglich Metadaten von Musiktiteln veröffentlicht. Doch schon dies alarmierte die Musikindustrie. Kurz darauf reichten Spotify sowie die Labels Universal, Sony und Warner Klage ein.
Neben dem hohen Schadensersatz ordnete das Gericht auch eine dauerhafte Sperrung mehrerer Domainnamen der Plattform an. Internetdienstleister, Hosting-Anbieter und Domain-Registrare wurden verpflichtet, den Zugang zu insgesamt zehn Domains zu blockieren und relevante Daten zur Identifizierung der Betreiber zu sichern.
Die zugesprochene Summe setzt sich aus verschiedenen Posten zusammen: Die Labels erhielten jeweils den gesetzlich maximalen Schadensersatz für Urheberrechtsverletzungen bei rund 50 Musikwerken. Den größten Anteil macht jedoch Spotifys Forderung aus: 300 Millionen Dollar für die Umgehung technischer Schutzmaßnahmen bei rund 120.000 Musikdateien. Dabei betonten die Kläger, dass diese Berechnung konservativ sei: Würde man alle veröffentlichten Dateien berücksichtigen, könnte der Schaden theoretisch in Milliardenhöhe liegen.
Betreiber gar nicht greifbar
Ob die Summe tatsächlich eingetrieben werden kann, ist allerdings fraglich, da die Betreiber von "Anna's Archive" bislang anonym geblieben sind. Das Gericht forderte sie dennoch auf, innerhalb von zehn Werktagen einen Bericht mit Kontaktinformationen vorzulegen - unter Androhung weiterer rechtlicher Konsequenzen.Zusätzlich müssen alle von Spotify kopierten Inhalte gelöscht werden. Eine theoretische Möglichkeit, die Domainsperren abzuwenden, besteht nur, wenn die Betreiber den gesamten Schadensersatz zahlen und alle gerichtlichen Auflagen erfüllen. Ein solches Szenario gilt als äußerst unwahrscheinlich. Unklar bleibt zudem, ob alle betroffenen Domains tatsächlich abgeschaltet werden, da einige außerhalb der US-Gerichtsbarkeit registriert sind und sich bereits früheren Anordnungen entzogen hatten.
Zusammenfassung
- US-Gericht verhängt 322 Millionen Dollar gegen Anna's Archive-Betreiber
- Versäumnisurteil fiel, weil die anonymen Beklagten nicht erschienen
- Auslöser war die Veröffentlichung von Millionen Spotify-Musiktiteln
- Labels erhielten Maximalsätze, Spotify allein bekam 300 Millionen Dollar
- Gericht ordnete Domain-Sperren an und verpflichtete Provider zur Mithilfe
- Eintreibung bleibt fraglich, da Betreiber anonym und teils offshore sind
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