Astronomen beobachten die Entstehung eines neuen Sonnensystems

Astronomen haben aktuell die Gelegenheit, zwei Planeten in der Entstehung zu beobachten. Mithilfe von Teleskopen der Europäische Südsternwarte (ESO) verfolgt man die Entwicklung um den jungen Stern WISPIT 2.
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Andy Tzanidakis

"Blick in unsere eigene Vergangenheit"

Die Beobachtungen liefern seltene Einblicke in die Frühphase von Planetensystemen und könnten Hinweise darauf geben, wie auch unser Sonnensystem einst entstanden ist. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal The Astrophysical Journal Letters veröffentlicht.

Studienleiterin Chloe Lawlor von der University of Galway bezeichnet das System als "besten Blick in unsere eigene Vergangenheit". Tatsächlich handelt es sich erst um das zweite bekannte System nach PDS 70, in dem zwei Planeten direkt während ihrer Entstehung beobachtet wurden. Neue Planeten um WISPIT 2Das WISPIT 2-System im Detail Besonders auffällig ist die ausgedehnte Scheibe aus Gas und Staub um WISPIT 2. Sie zeigt markante Lücken und Ringe - typische Anzeichen dafür, dass sich darin weitere Planeten bilden könnten. "Diese Strukturen deuten darauf hin, dass wir künftig noch mehr Planeten entdecken werden", so Lawlor.


Der bereits im vergangenen Jahr entdeckte Planet WISPIT 2b besitzt etwa die fünffache Masse des Jupiters und kreist in großem Abstand um seinen Stern. Der neu bestätigte Planet WISPIT 2c befindet sich deutlich näher am Zentralstern, ist jedoch sogar etwa doppelt so massereich. Beide gehören zur Klasse der Gasriesen.

Dritter Planet vermutet

Die Bestätigung von WISPIT 2c gelang durch hochpräzise Messungen mit dem Very Large Telescope sowie dem VLTI. Insbesondere das Instrument SPHERE lieferte ein direktes Bild des Objekts, während GRAVITY+ dessen planetaren Charakter bestätigte. Ohne diese technische Weiterentwicklung wäre ein so klarer Nachweis in Sternnähe kaum möglich gewesen.

Die beiden Planeten befinden sich jeweils in klar erkennbaren Lücken der Scheibe. Diese entstehen, wenn wachsende Planeten Material anziehen und so ihre Umlaufbahnen freiräumen. Darüber hinaus entdeckten die Forschenden eine weitere, kleinere Lücke - möglicherweise ein Hinweis auf einen dritten, bislang unsichtbaren Planeten. Künftige Beobachtungen, etwa mit dem geplanten Extremely Large Telescope der ESO, könnten diesen Verdacht bestätigen und das junge System noch detaillierter sichtbar machen.

Zusammenfassung
  • Astronomen beobachten zwei Planeten bei ihrer Entstehung um WISPIT 2
  • ESO-Teleskope liefern seltene Einblicke in die Frühphase von Planeten
  • Es ist erst das zweite System nach PDS 70 mit solchen Beobachtungen
  • Eine Scheibe aus Gas und Staub zeigt Lücken und Ringe als Hinweise
  • WISPIT 2b hat die fünffache Jupitermasse und kreist weit vom Stern
  • WISPIT 2c wurde durch SPHERE und GRAVITY+ direkt nachgewiesen
  • Eine weitere Lücke deutet auf einen möglichen dritten Planeten hin

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